Volvo Ocean Race

Beinahe-Crash mit Geisterschiff: "Turn the Tide" im Glück

Die Kollision von Team Vestas und einem chinesischen Fischerboot liegt noch keinen Monat zurück, schon folgt der nächste Beinahe-Crash – mit einem Geisterschiff

Felix Keßler am 15.02.2018
Sea Nymph
Turn the Tide on Plastic

Beim Volvo Ocean Race ist das Team Turn the Tide on Plastic gestern offenbar nur knapp einer Kollision mit einem Geisterschiff entgangen. In einem Facebook-Post nimmt die Crew um Skipperin Dee Caffari zum Vorfall Stellung: "Während wir in Sichtweite von Team Brunel segelten, tauchte eine andere Yacht in der Nähe unseres Kurses auf. Wir haben durchs Fernglas geschaut, aber es gab auch kein AIS-SIgnal – also haben wir die Rennleitung kontaktiert", so das Team. Doch dort wusste offenbar auch niemand von einem Seenotfall im Renngebiet, das auf der Etappe von Hongkong nach Auckland quer durch die Atolle Mikronesiens führt. 

Wenig später schickte das Team eine Drohne los, um die treibende Yacht genauer unter die Lupe zu nehmen. Mit einem überraschenden Ergebnis: Es handelt sich um die "Sea Nymph", die im November vergangenen Jahres unter mysteriösen Umständen von zwei amerikanischen Seglerinnen 900 Meilen vor der japanischen Küste aufgegeben worden war. Damals kamen massive Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Amerikanerinnen auf, die angaben, in einem Sturm manövrierunfähig geworden zu sein (hier geht's zum damaligen YACHT-Faktencheck)

Das Team äußerte sich derweil auch zum aktuellen Zustand des Geisterschiffs, das "mit dem Bug recht tief im Wasser liegt, aber ansonsten den Eindruck einer guten Fahrtenyacht" mache. Turn the Tide on Plastic, schon vom Namen her dem Schutz der Ozeane verpflichtet, habe offenbar kurzzeitig sogar überlegt, das Boot bis Auckland in Schlepp zu nehmen, um "diese Gefahr für die Schifffahrt, Inseln, Riffe und Atolle" aus dem Weg zu räumen. Die Rennleitung hätte das vermutlich aber nicht mit einer Wiedergutmachung goutiert. So sei es nun "an den Behörden, das Schiff zu bergen, um weiteren Schaden an den Ozeanen abzuwenden".

Hier die gespenstischen Drohnen-Aufnahmen mit Kommentar des Team-Navigators Brian Thompson im Video:

Felix Keßler am 15.02.2018

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