Vendée Globe

Wird "Virbac Paprec 3" noch Vierter?

Jean-Pierre Dick hat vor Portugal an einer Muring festgemacht und den Motor benutzt. Wird er disqualifiziert? Überholt ihn Jean Le Cam?

Andreas Fritsch am 01.02.2013
Virbac

"Virbac Paprec 3" vor Portugal

Mit aller Macht versucht der Franzose, seine Vendée Globe zu Ende zu segeln. Mit abgerissenem Kiel und einem schweren Sturm im Anmarsch entschied er sich schon gestern, in einer Hafenbucht an der portugiesischen Küste vor Anker zu gehen, um das schlimmste Wetter abzuwarten. Was erst heute bekannt wurde und angesichts der umstrittenen Disqualifizierung von Bernard Stamm an Brisanz gewinnt: Um das Muring-Manöver an einer Tonne zu fahren, benutzte Jean-Pierre Dick den Motor – das Siegel, mit der die Welle verplombt ist, wurde gebrochen. Strenggenommen muss er damit disqualifiziert werden. Er betonte aber, er hätte den Motor tatsächlich nur für die letzten Meter an die Boje benutzt.

Wer schon einmal auf einem Open 60 gesegelt ist, weiß, wie schwer das Boot für so ein Manöver einhand zu dirigieren ist. Nur ein Hauch Segelfläche zu viel oben, fährt das Boot los wie wild, mit zu wenig Fahrt ist es wiederum auch schwer zu manövrieren. Unübersichtlich sind die fast fünf Meter breiten Monster obendrein, die Wege zum Bug oder Seitendeck weit – besonders wenn man einhand unterwegs ist. Doch darf der Franzose auf eine mildere Behandlung hoffen als Bernard Stamm vor einigen Wochen, als dieser disqualifiziert wurde, als er an einem russischen Forschungsschiff längsseits ging, nachdem sein Anker im Wind slippte und er auf das Schiff zudriftete? Man darf gespannt sein.

Virbac

Der Stand heute Morgen: "Synerciel" und "Gamesa" im Schwachwind bei den Azoren, "Virbac Paprec 3" an der Nordküste Portugals

Während "Virbac Paprec 3" vor Anker liegt, sind die beiden Verfolger Jean Le Cam und Mike Golding etwa auf Höhe der Azoren. Dort queren sie heute einen Schwachwindgürtel und müssen sich danach mit Amwind-Kursen weiter nach Les Sables d'Olonne kämpfen. Für Jean-Pierre Dick also eine eher günstige Entwicklung. Zurzeit  beträgt sein Vorsprung auf "Synerciel" noch rund 700 Seemeilen, also nicht ganz zwei Tage. Allerdings dürfte ihn der Sturm auch noch mindestens einen Tag an der Küste Portugals festhalten. Es wird also auf jeden Fall ziemlich knapp werden für ihn, wenn er denn in der Wertung bleibt.

Andreas Fritsch am 01.02.2013

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