Vendée Arctique Les Sables-d'Olonne: Die Imocas sind los
Blitzstart für Burton, die Favoriten folgen

Endlich wieder ein sattes Imoca-Kräftemessen: Am Sonntag fiel der Startschuss für den Island-Marathon der Vendée-Globe-Elite in Les Sables-d'Olonne

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 12.06.2022
Hat nach seinem Blitzstart die Führung übernommen und verteidigte die auch nach den ersten Stunden des Rennens: Louis Burton auf "Bureau Vallée" Hat nach seinem Blitzstart die Führung übernommen und verteidigte die auch nach den ersten Stunden des Rennens: Louis Burton auf "Bureau Vallée" Hat nach seinem Blitzstart die Führung übernommen und verteidigte die auch nach den ersten Stunden des Rennens: Louis Burton auf "Bureau Vallée"

Jean-Louis Carli/Alea/Vendée Arctique Hat nach seinem Blitzstart die Führung übernommen und verteidigte die auch nach den ersten Stunden des Rennens: Louis Burton auf "Bureau Vallée"

Die zweite Auflage der kleinen Schwester der Vendée Globe läuft! Der Startschuss zum Rennen von Les Sables-d'Olonne rund Island und zurück fiel am späten Nachmittag des 12. Juni pünktlich um 17 Uhr. Zehntausende Fans säumten den legendären Kanal von Les Sables-d'Olonne und verabschiedeten ihre Helden auf den fordernden 3.500-Seemeilen-Kurs. 25 Solisten haben ihre Imocas auf die Prüfung vorbereitet und sind in einer leichten bis mäßigen Brise aus Nordost schnell am Horizont verschwunden.

Jean-Marie Liot/Alea/Vendée Arctique Insgesamt 25 Imocas starteten am Sonntag in die 2. Auflage der Vendée Arctique Les Sables-d'Olonne

Vendée Arctique/Tracker Auf dieser Tracker-Momentaufnahme ist der Kurs von Les Sables-d'Olonne rund Island und zurück gut zu erkennen

Mit einem Blitzstart hat sich Louis Burton auf "Bureau Vallée" an die Spitze des Feldes gesetzt. Der Skipper aus Saint-Malo verteidigte diese Führung auf seinem Sam-Manuard-Design auch rund vier Stunden nach dem sauber gelungenen Start vor den "üblichen Verdächtigen": Es folgten – eng beieinander und die Positionen schnell wechselnd – Thomas Ruyant auf "LinkedOut", Jérémie Beyou auf "Charal" und Charlie Dalin auf "Apivia", der im Guyader-Bemudes-Rennen im vergangenen Monat triumphiert hatte. Als erster Nicht-Top-Favorit beeindruckte Benjamin Dutreux zu diesem frühen Zeitpunkt des Rennens als Fünfter. Mit ihm und seinem Boot hat das Offshore Team Germany um Robert Stanjek die Teilnahme am Volvo Ocean Race ab Januar bestätigt. Hier geht es direkt zum Live-Tracker und den Zwischenständen (bitte anklicken!) .

Jean-Marie Liot/Alea/Vendée Arctique Les Sables d'Olonne Hier ist Isabelle Joschke mit ihrer "MACSF" am Start zu sehen. In der neuen YACHT 13 – jetzt am Kiosk – ist ein Porträt von ihr zu lesen!

Das noch junge Sommerrennen Vendée Arctique, das seine Herausforderer in arktische Gewässer führt, wird jetzt von der Vendée-Region verwaltet, die als Namensgeberin auch hinter der Vendée Globe steht. Das Vendée Arctique ist das erste mögliche Qualifikationsrennen für Seglerinnen und Segler, die an der Vendée Globe 2024/2025 teilnehmen wollen. Nach einer Wonnewoche in Les Sables-d'Olonne, wo die Helden der letzten Vendée Globe noch einmal gefeiert und bekannte wie neue Teams von 40.000 Besuchern auf den Rennpontons besucht und bestaunt wurden, ging der Rennstart auf einer Welle der Emotionen über die Bühne.

Olivier Blanchet/Alea/Vendée Arctique Kurz vor dem Start springt noch ein letzter Gast von Charlie Dalins "Apivia". Das Rennen wird solo bestritten …

Trotz zunächst instabiler Winde erreichte die Spitzengruppe der schnell foilenden Imocas innerhalb einer Stunde Geschwindigkeiten von mehr als 27 Knoten. Die nicht ganz kleine Gruppe von Co-Favoriten scheint sich anfänglich darin einig, zunächst schnell Raum nach Westen gewinnen zu wollen. Auf etwas nördlicherem Kurs waren zur ersten wichtigen Bahnmarke vor dem Abbiegen nach Norden auf Kurs Island eher einige Außenseiter unterwegs. Die Ostspitze Islands wird das vordere Feld voraussichtlich am Freitag erreichen. Ob Burtons voller Scow-Bug, der vielen aktuellen Designs der neuen Generation als vorbildhafte Blaupause dient, dann noch vorn liegt, muss sich auf dem Kurs erweisen. Als erstes Wetterhindernis droht ein Hochdruckkamm, der eine Zone mit leichten Winden erzeugt. Die führenden Skipper haben die Qual der Wahl, an welcher Stelle sie ihn überqueren wollen. Die Option, weiter nach Westen zu fahren, erfordert möglicherweise mehr zu segelnde Meilen. Die Belohnung könnte ein soliderer, beständiger Südwest-Wind für die lange, schnelle Strecke nach Island sein. Die insgesamt elf Nicht-Foiler bleiben voraussichtlich eher weiter östlich.

Olivier Blanchet/Vendée Arctique Die Fans genossen das Auslaufen und feierten ihre Vendée-Arctique-Helden

"Das ist ein bisschen wie die Vendée Globe, aber im Sommer", hatte Manuel Cousin ("Sétin Group") vor dem Start lächelnd auf dem Dock in Port Olona gesagt, ​​wo die Atmosphäre an jene zu Vendée-Globe-Zeiten im November erinnerte. Nur die Wärme und der Sonnenschein wiesen sanft darauf hin, dass es sich hier um ein Sommerrennen mit nordischer Schleife handelt.

Die Britin Pip Hare war am Abend als Elfte an den Top Ten dran und segelte ihre neue foilende "Medallia" mit einer Geschwindigkeit von 20 Knoten. Sie sagte vor dem Ablegen: "Ich denke, bei diesem Rennen geht es wirklich darum, all meine eigenen Techniken als Seglerin zu analysieren und zu verbessern. Ich werde die anderen Boote der ähnlichen Generation beobachten und messe meine Leistung an ihnen. Für mich ist das Rennen eine großartige Gelegenheit zum Lernen. Ich möchte das Rennen natürlich beenden und meinen ersten Qualifikationsschritt für die nächste Vendee Globe gehen." Kiwi Conrad Colman hatte ebenfalls einen guten Start auf seinem bisher sponsorenlosen Non-Foiler "Imagine", lag am Abend auf Platz 16: "Ich bin einfach glücklich, beim Rennen dabei zu sein, glücklich, rund Island zu segeln. Das ist völlig neu für mich und für alle anderen. Und wie ihr wisst, ist es für einen Neuseeländer aus dem äußersten Süden der Welt ziemlich aufregend, in den Norden der Welt zu reisen." Nicht am Start ist Boris Herrmann, der noch bis Juli auf die Fertigstellung seiner neuen Imoca warten muss, dann aber mit prallvollem Regattakalender wieder ein- und angreift.

Jean-Marie Liot/Alea/Vendée Arctique Schöner Blick auf den schnellen schwarz-gelben Sam-Manuard-Foiler von Louis Burton


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Themen: Vendée Arctique

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