Vendée Globe 2020

Vendée-Start ohne Publikum – Les Sables wird abgeriegelt

Der gestern angekündigte Lockdown für Frankreich hat auch für die Vendée Globe harte Konsequenzen – Race Village schließt, Strände und Kaimauern bleiben leer

Jochen Rieker am 29.10.2020
Les Sables d'Olonne Frankreich 2018 PR_VillageVG2016©S.BOURCIER_L’OursEnPlus_VendéeExpansion_4
Simon Bourcier

Aus, vorbei. Von morgen an bleibt das Race Village der Vendée Globe geschlossen

Es ist der größte Sport-Event Frankreichs nach der Tour de France. Drei Millionen Besucher pilgern in der Woche vor dem Vendée-Start normalerweise durch Les Sables d'Olonne; mehr als eine halbe Million säumt die Wellenbrecher am Hafen und die Strände, wenn die Imoca-Yachten auslaufen. Doch dieses Jahr wird Corona-bedingt alles anders, trister. 

Wie soeben bekannt wurde, schließt morgen bereits das Race Village. Vom Wochenende an bleiben auch alle Hotels im Ort zu, ebenso die Zufahrten. Das von vielen Franzosen herbeigesehnte Segelfest, zu dem sonst Fans aus allen Landesteilen pilgern, fällt definitiv aus. 

Selbst die Teams bekommen die Folgen der Sperren zu spüren. Wettfahrtleiter Jacques Caraës hatte gestern alle Skipper, die die letzten Tage bis zur schon zuvor angeordneten Quarantäne ab Sonntag zum Teil noch bei ihren Familien verbrachten, bis Freitag nach Les Sables beordert.

Boris Herrmann

Unterwegs nach Les Sables: Boris Herrmann

Boris Herrmann, Skipper der "Seaexplorer – Yacht Club de Monaco", musste deshalb seine Reiseplanung ändern. Er fährt in diesen Minuten von Hamburg los, um rechtzeitig vor Ort zu sein, bevor die Stadt die Schotten dichtmacht.

Für die Teams fällt auch das so wichtige Hospitality-Programm für Sponsoren flach. Irene Bader, Chefin des Segelteams DMG Mori Global One, musste bereits alle Einladungen absagen. Der deutsch-japanische Weltmarktführer für Werkzeugmaschinen mit Sitz in Bielefeld hatte wegen der Kontaktbeschränkungen ohnehin nur mit einem eingeschränkten Kontingent an Gästen geplant. Jetzt wird Skipper Kojiro Shiraishi ganz ohne die moralische Unterstützung durch Kunden und Mitarbeiter des Unternehmens ablegen.

Immerhin: Die Veranstalter sind versiert darin, den für den 8. November geplanten Start der Solo-Nonstop-Wettfahrt um die Erde auf anderen Kanälen zu transportieren. Livestreams und TV-Übertragungen müssen nun die Magie des Vor-Ort-Erlebnisses ersetzen, wenn die Skipper einer nach dem anderen durch den Kanal auf die Biskaya fahren und sich für den Start vorbereiten.

Auch YACHT online wird Sie in den kommenden Tagen bis zum Start und in den folgenden drei Monaten laufend über die Vendée Globe informieren. Unser Imoca-Experte Andreas Fritsch, der das Rennen für die YACHT seit bald 25 Jahren verfolgt und auch die Vorbereitungen von Boris Herrmann und Mitfavorit Alex Thomson aus nächster Nähe begleitet hat, freut sich bereits auf das "spannendste Rennen überhaupt". 

Défi Azimut 2020

Auch ohne die gewohnte Kulisse: Die 33. Vendée verspricht ungeachtet der Corona-Restriktionen Hochspannung. Hier Boris Herrmanns Imoca "Seaexplorer" bei der Défi Azimut vor wenigen Wochen

      

Jochen Rieker am 29.10.2020

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