Regatta

Vendée Globe: zurück auf der heimischen Nordhalbkugel!

Boris Herrmann macht im Kampf um einen Podiumsplatz bei seiner Premiere weiter Druck: Als Dritter segelt er dem Ziel mit besten Aussichten entgegen

Tatjana Pokorny am 17.01.2021
Vendée Globe 2020/2021
Thomas Ruyant / LinkedOut / #VG2020

Der Horizont in goldenes Licht getaucht: So hat ihn "LinkedOut"-Skipper Thomas Ruyant gesehen, der als Vierter wie Boris Herrmann auf Platz drei um einen Podiumsplatz kämpft

Vendée Globe 2020/2021

Boris Herrmann

"Endlich zurück auf der heimischen Nordhalbkugel. Das ist ein schönes Gefühl", vermeldete Boris Herrmann schon am Abend des 17. Januars um 21.15 Uhr deutscher Zeit. Da hatte er den nullten Breitengrad mit seiner "Seaexplorer - Yacht Cllub de Monaco" gerade gekreuzt. Inzwischen hat der 39-jährige erste deutsche Skipper in der Vendée Globe seinen Rückstand auf Spitzenreiter Charlie Dalin bereits auf 27 Seemeilen verkürzt. Dabei wunderte sich Herrmann vor allem über den immer noch schnell segelnden Louis Burton, der auf "Bureau Vallée 2" mit kleineren Foils der zweiten Generation zwischenzeitlich sogar die Führung übernommen und als erster den Äquator gekreuzt hatte.

Vendée Globe 2020/2021

Spitzenreiter Charlie Dalin serviert mit diesem Bild von Bord bewusst Symbolik und zeigt an, wo es für ihn hingehen soll: immer voran… Seine Jäger Louis Burton und Boris Herrmann setzen dem "Apivia"-Skipper allerdings mehr und mehr zu

Venddée Globe 2020/2021

Die Positionen am Ende des 70. Tages auf See: Boris Herrmann setzt die beiden vor ihm liegenden Boote weiter unter Druck und hat seinen Rückstand auf 27 Seemeilen verkürzt. Die Grafik zeigt es: die führenden Boote haben den Äquator gekreuzt

Burtons Boot ist die Ex-"Banque Populaire VIII", auf der Armel Le Cléac'h die letzte Auflage der Vendée Globe gewonnen hatte. Der Verdier-VPLP-Entwurf war im Sommer 2015 zu Wasser gelassen worden – genau wie Boris Herrmanns "Seaexplorer - Yacht Club de Monaco" (Ex-"Edmond de Rothschild"), deren Foils in den passenden Bedingungen jedoch die von Burton überflügeln sollten. Herrmann sagte: "Es ist seltsam, dass Louis fast die ganze Zeit so schnell ist. Er hat ein ähnliches Boot wie Giancarlo Pedote oder Yannick Bestaven. Wir werden sehen, wie es im Nordost-Passat läuft. Momentan segeln wir fast Downwind, also spielen die Foils für die Bootsgeschwindigkeit aktuell eine kleinere Rolle."

Eine größere Rolle sollten sie in den Passatwinden spielen, die sich direkt an die Passage der Innertropischen Konvergenzzone (ITC), auch Doldrums genannt, anschließen sollte. "Ich denke, wir erreichen die Nordostpassate schnell. Danach geht es durch das Azorenhoch. Und dann bin ich auch schon wieder in unserer Klimazone. In drei, vier Tagen etwa", sagte Herrmann in der Nacht zum Sonntag.

Das letzte Interview mit Boris Herrmann vom 68. Tag auf See mit Vendée-Globe-Reporter und Moderator Andi Robertson

Auf See ging für die Vendée-Globe-Teilnehmer am Sonntagvormittag der 70. Tag auf See zu Ende. In der Führungsgruppe haben Yannick Bestaven (5.) auf "Maître Coq IV" und Damien Seguin (6.) auf "Groupe Apicil" die Plätze getauscht. Das entspricht den Leistungsprognosen ihrer Boote mit kleineren (Burton) und gar keinen Foils (Seguin). Damien Seguin brachte die fordernden Bedingungen in der Nacht so auf den Punkt: "Ich befinde mich unter einer Sturmwolke, aber in der Flaute." Hinter dem Duo hat sich "König" Jean Le Cam ("Yes We Cam!") auf Platz acht im Heckwasser von Giancarlo Pedote ("Prysmanian Group") positioniert. Mit 223 Seemeilen Rückstand auf Dalin blieb auch Benjamin Dutreux ("Omia - Water Familiy") als Neunter noch an der führenden Gruppe dran.

Vendée Globe 2020/2021

An Entschlossenheit scheint es Benjamin Dutreux nicht zu mangeln

Erneut stark aufgeholt hat Jérémie Beyou auf "Charal". Der mit neuntägiger Verspätung ins Rennen gestartete ehemalige Top-Favorit liegt inzwischen auf Platz 14. Sein Rückstand auf Romain Attanasio ("Pure - Best Western Hotels and Resorts") betrug am Sonntagvormittag nur noch rund 600 Seemeilen. Vor wenigen Tagen waren es noch weit mehr als 1000 Seemeilen, die den Jäger und den Lebensgefährten der ausgeschiedenen Sam Davies trennten. Als beste Frau im Rennen verteidigt Clarisse Crémer nach dem Aus für Davies und dem Ausscheiden von Isabelle Joschke ("MACSF") am Wochenende ihren zwölften Platz mit 1246 Seemeilen Rückstand auf die führende "Apivia".

Vendée Globe 2020/2021

Das traumhaft schöne Bild fing Romain Attanasio etwa 750 Seemeilen östlich der brasilianischen Küste auf Kurs Äquator ein

DIE VENDÉE GLOBE IM TV

Wer die Vendée Globe im deutschen Fernsehen verfolgen möchte, hat dafür am heutigen Sonntag gleich zwei Möglichkeiten: Die ZDF Sportreportage berichtet ab 17 Uhr von der Solo-Weltumseglung mit Boris Herrmann im Interview. Und auch der NDR Sportclub zeigt den deutschen Skipper und Bilder vom Meeres-Marathon ab 22.50 Uhr. Und hier geht es zum Tracker und den Zwischenständen.

Tatjana Pokorny am 17.01.2021

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