Regatta
Vendée Globe: Wassereinbruch auf "LinkedOut"

Thomas Ruyant entdeckte gestern, dass sich das wasserdichte Bugsegment mit Wasser gefüllt hatte. Er drehte bei, ist mittlerweile aber wieder auf Kurs

  • Andreas Fritsch
 • Publiziert am 17.12.2020
LinkedOut LinkedOut LinkedOut

Jean-Marie Liot / Alea LinkedOut

Thomas Ruyant/LinkedOut Skipper Ruyant

Die Kette der Hiobsbotschaften reißt einfach nicht ab. Gestern spät am Abend war im Tracker plötzlich zu sehen, dass Thomas Ruyant seine "LinkedOut" beigedreht hatte und nur noch knapp 3 Knoten Fahrt machte. Die Erklärung dafür kam gegen 23:00 Uhr: Sein Schiff hatte am Bug Wasser gemacht, das zum Glück vorn in den wasserdichten Abteilungen des Open 60 eingeschlossen war. Die Boote haben im Vorschiff solche Schotts, die für den Fall einer High-Speed-Kollision verhindern sollen, dass schnell der ganze Rumpf vollläuft.

Nach seinen Angaben hatte eine Welle wohl eins der vorderen Schotten geöffnet. Mit den Pumpen konnte Ruyant das Problem aber schnell beheben. "Ich fuhr gut 25 Knoten, als es passiert sein muss. Ich merkte nur, dass das Boot plötzlich mit dem Bug zu tief eintauchte."

Vendée Globe Stand des Rennens am Morgen um 6:00

Ruyant ging schon im Laufe der Nacht wieder auf Kurs und ist mittlerweile erneut mit fast 20 Knoten Bootsspeed unterwegs. Er verlor bei der Aktion über 100 Seemeilen auf den Führenden Yannick Bestaven, der beim Positionsupdate um 6 Uhr nun mit seiner "Maître Coq" 127 Meilen vor ihm lag. 25 Meilen hinter Ruyant segelt Charlie Dalin, der gestern den Schwertkasten seiner "Apivia" repariert hatte, nachdem sich dieser unten vom Rumpf des Schiffes gelöst hatte.

Ein technisches Problem meldete gestern auch der Franzose Sebastien Destremau vom Ende des Feldes: Auf seiner "Merci" riss eine Aufhängung eines Arms der Rudermechanik ab. In einem Video zeigt er, dass der Bolzen direkt vom Lager abgeschert ist. Er macht sich nun an eine Reparatur.

Boris Herrmann segelt nach wie vor in der Verfolger-Gruppe hinter Dalin, zurzeit auf Platz sechs. Gestern schickte er ein Video von Bord, in dem er sich kurz ärgerte, wieder über Nacht Meilen auf einige Boote in der Gruppe verloren zu haben. Unter Gennaker und mit voll ausgefahrenem Foil versucht er nun, wieder Boden gutzumachen. "Es ist motivierend, in der Gruppe zu segeln. Ich habe genug vom Alleinsein", sagt der Deutsche.

Boris Herrmann von Bord


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Themen: BeidrehenLinkedOutThomas RuyantWassereinbruch

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