Regatta

Vendée Globe: Thomsons Horror-Schaden

Der Brite schickt ein Video von der gebrochenen Struktur im Bug. Die Schäden sind massiv, ganze Stringer mehrfach gebrochen. Die Reparatur wird noch dauern

Andreas Fritsch am 23.11.2020
Thomson
A. Thomson/Alexthomsonracing

Alex Thomson live von Bord

In schonungsloser Offenheit nimmt der Brite den Zuschauer mit auf eine Video-Tour durchs Vorschiff. Dabei zeigt er den an vier Stellen komplett zerbrochen zentralen Stringer, englisch "Longitudial", der die Längskräfte in diesem Bereich aufnimmt. Wie es zu dem Schaden kam, berichtet er nicht, zeigt aber exakt die Bruchstellen und es sind auch bereits Stützen aus Metall und Carbonrohr zu sehen, die Thomson offensichtlich bereits eingezogen hat, um ein weiteres Fortschreiten des Versagens zu verhindern. 

Thomson zeigt seinen Struktur-Schaden im Bug

Er will nun mit der Reparatur weitermachen, die gebrochenen Stellen anscheinend überlaminieren. "Es könnte auch noch einen weiteren Tag dauern, aber zum Glück bin ich noch nicht im Southern Ocean; hier am St.-Helena-Hoch ist es recht ruhig", kommentiert er. Er sei "super positiv", dass die Reparatur klappe, die Designer seien zuversichtlich, dass danach das Boot wieder voll belastbar sei. 

Er werkelt nun mit Stirnlampe in der schwarzen Kohlefaser-Höhle, in der es angesichts des Breitengrades, in dem er segelt, sehr heiß, stickig und feucht ist. In einem zweiten Video ist Thomson dann an Deck zu sehen, wie er einen ganzen Haufen Kohlefaser-Platten und Leisten anzeichnet und zurechtschneidet, um sie später unter Deck einzulaminieren. In einer Einstellung führt er durchs Vorschiff, zeigt die schon angeschliffenen Stringer, die er demnächst überlaminieren will. "Das meiste werde ich in der Nacht machen, es ist zu heiß tagsüber hier unten!"

Währenddessen passiert die Verfolgergruppe um Boris Herrmann allmählich die "Hugo Boss", die nun auf Platz 7 liegt, bald aber auf den 10. Platz zurückfallen könnte. 470 Meilen Rückstand hat er mittlerweile zum Führungsduo, das an der Spitze mit leichtem Wind zum Glück für Thomson nicht in Riesenschritten enteilt. Es ist dem sympathischen Briten zu wünschen, dass die Reparatur gelingt, er seinen Traum vom Gewinn im fünften Anlauf nicht schon wieder begraben muss. 

Fortschritte an Bord der Hugo Boss

Andreas Fritsch am 23.11.2020

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