Regatta
Vendée Globe: "The Boss is back!"

Alex Thomson hat die Reparaturen abgeschlossen und wechselt in den Verfolger-Modus. Der Leichtwind-Poker um das Hoch würfelt das Feld kräftig durcheinander

  • Andreas Fritsch
 • Publiziert vor 6 Monaten
"The Boss is Back!" "The Boss is Back!" "The Boss is Back!"

Alex Thomson "The Boss is Back!"

Da war er, der Alex Thomson, den seine Fans lieben: "The Boss is back!", brüllt er ins Mikro seines Headsets und stemmt sich demonstrativ in den Grinder seines Bootes. Nach tagelangen, kräftezehrenden Reparaturen, die ihn die Führung gekostet haben, ist seine riesige Laminierarbeit in der Struktur des Vorschiffes abgeschlossen. "I'm back!", ruft er, grinst breit übers ganze Gesicht und meldet auch schon, erste Speeds um die 20 Knoten gesegelt zu sein. Gestern Abend hatte er noch ein Video geschickt, in dem er im Vorschiff bohrt und Winkellaminate zur Verstärkung montiert.

"Boss is back!"

Er ist zusammen mit Sam Davies (Initiatives-Cœurs") und Louis Burton ("Bureau Vallée 2") auf die westliche Route um das Hochdruckgebiet herum und kommt 12,6 Knoten Speed beim letzten Positions-Update gut voran. 680 Meilen beträgt sein Rückstand auf die Spitze, auch wenn im Moment schwer zu sagen ist, wie viel davon in zwei, drei Tagen noch übrig ist. Der Führende Charlie Dalin mit "Apivia" ist auch noch nicht aus dem Hochdruck heraus, segelt um die 8 Knoten. Thomas Ruyant hat mit seiner "LinkedOut", die gestern ihr Backbord-Foil beschädigte und nicht mehr nutzen kann, mittlerweile 100 Meilen Rückstand.

Hugo Boss

Wo er rauskommen wird, fragt sich im Moment wohl auch Boris Herrmann, der spät auch auf einen westlichen Kurs ums Hoch wechselte, aber dafür erfreulicherweise die Lücke zu "PRB" wieder zufahren konnte, die vor ihm in die Flaute gesegelt war. Mit 500 Meilen Rückstand liegt der Deutsche mit seiner "Seaexplorer" momentan auf Platz vier, direkt neben Yannick Bestavens "Maître Coq IV" und Kevin Escoffiers "PRB". Aber was das wert ist, wird sich erst in zwei, drei Tagen zeigen, wenn klar ist, wie die Gruppe westlich ums Hoch voran kommt, wie schnell die beiden Spitzeneiter, die den kürzeren Weg segeln, durch die Schwachwindzone kommen oder ob sie das Hoch noch einholt und länger ausbremst.

Und dann ist da ja noch Jean Le Cam. Der 61-Jährige auf Platz drei ist als Einziger auf einen fast direkten Ostkurs gegangen, versucht sich irgendwie in einem schmalen Windband im Gegenwind durchzuschlagen. Man darf gespannt sein, wie gut ihm das gelingt. Aus seiner Sicht ein konsequenter Weg; wäre er auch auf die West-Variante umgeschwenkt, hätte er sich ganz hinten im Feld eingereiht, da er schon so weit voran war. Vielleicht überrascht er ja wieder alle.

Vendèe Globe Stand des Rennens heute Morgen um 9 Uhr

Gestern analysierte "Malizia"-Team-Mitglied Will Harris die komplizierte Wetterlage in einem Video

Will Harris analysiert die Wetter-Situation

Profitieren konnte auch die weiter abgeschlagene Verfolger-Gruppe in der Mitte des Feldes, in dem auch die Deutsch-Französin Isabelle Joschke mit ihrer "MACSF" segelt. Sie hat sich auf Platz 14 vorgearbeitet und macht derzeit mit 15,7 Knoten ordentlich Meilen auf die vorderen Boote gut.


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