Regatta
Vendée Globe: Fünf auf einen Schlag!

Arnaud Boissières, Kojiro Shiraishi und drei weitere Skipper feiern ihre bestandene Vendée Globe. Zwei sind schon im Ziel, drei folgen noch heute

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert vor 3 Monaten
Kojiro Shiraishi im Ziel der Vendée Globe 2020/2021 Kojiro Shiraishi im Ziel der Vendée Globe 2020/2021 Kojiro Shiraishi im Ziel der Vendée Globe 2020/2021

Yvan Zedda / Alea / #VG2020 Kojiro Shiraishi im Ziel der Vendée Globe 2020/2021

Olivier Blanchet / Alea / #VG2020 Glücklich angekommen: Arnaud Boissières

Yvan Zedda / Alea / #VG2020 Am Ziel seiner Träume: Kojiro Shiraishi

Arnaud Boissières hat seine vierte Vendée Globe als 15. abgeschlossen und eröffnete den Jubel-Donnerstag in Les Sables-d'Olonne am Vormittag, bevor mit Kojiro Shiraishi ("DMG Mori Global One") Japans erster Skipper das Solo-Rennen um die Welt als 16. beenden und damit Geschichte schreiben konnte. Bei minus zwei Grad Lufttemperatur sorgten die Skipper an Bord ihrer Imoca-Yachten und an Land viele Fans mit Bengalo-Feuern für festliche Beleuchtung bei der Willkommensfeier in klirrender Kälte. Am Nachmittag genossen der Schweizer "La Fabrique"-Skipper Alan Roura und Stéphane Le Diraison ("Time for Oceans") nach Kreuzen der Ziellinie die Fahrt durch den Kanal in den Start- und Zielhafen, wo am späteren Abend mit der britischen "Medallia"-Skipperin Pip Hare noch die zweitbeste Seglerin dieser Edition erwartet wird. Über die Ankunft dieser drei berichten wir bei YACHT online später gesondert.

Olivier Blanchet / Alea / #VG2020 Arnaud Boissières im Ziel

Mit den vielen glücklichen Angekommenen erinnerte der nicht enden wollende Jubel an die Tage der Entscheidung über Sieg und Niederlage bei der 9. Vendée Globe, als am 27. und 28. Januar acht Boote das Ziel binnen 24 Stunden erreicht und Arnaud Boissières enger Freund Yannick Bestaven die Vendée Globe gewonnen hatte. Bestaven kam am heutigen Donnerstag wie viele Mitstreiter zurück, um "La Mie Câline – Artisans Artipôle"-Skipper Boissières und die weiteren Heimkehrer zu begrüßen und persönlich zu beglückwünschen. Die gegenseitige Unterstützung hat in Frankreich eine große Tradition. Auf die Frage nach seiner Vendée-Globe-Geschichte sagte Boissières, der für seine Runde um die Welt 94 Tage, 18 Stunden, 36 Minuten und 6 Sekunden gebraucht hatte: "Das ist nach vier Teilnahmen nicht nur eine Geschichte. Das ist mein Leben."

Olivier Blanchet / Alea / #VG2020 Schöne Geste: Vendée-Globe-Gewinner Yannick Bestaven gratuliert seinem guten Freund Arnaud Boissères zum beendeten Rennen

Für Kojiro Shiraishi markierte das Ende seiner Reise nicht nur die historische Erstleistung eines asiatischen Skippers. Für den 53-Jährigen aus Kamakura ist die Vollendung des "Kurses der drei Kaps" auch die Erfüllung eines über 34 Jahre gehegten und nie aus den Augen verlorenen Traums. Dabei wäre der schon in der Anfangsphase Mitte November beinahe geplatzt: Shiraishi musste mehr als sieben Tage um sein Großsegel kämpfen, nachdem es sechs Tage nach dem Start gerissen war. Was viele Experten auf den ersten Blick von außen für kaum reparabel gehalten hatten, ging der Japaner mit unermüdlicher Energie an. Das Meisterwerk gelang. Kojiro Shiraishi konnte das Rennen seines Lebens mit einem beständigen Dauerreff fortsetzen und an diesem 11. Februar glücklich und dankbar etwas mehr als zwei Wochen nach Charlie Dalins "Apivia" beenden, die als Erste die Ziellinie dieser Ausgabe gekreuzt hatte. Der Shiraishi-Coup gelang mit viel Geduld, positiver Einstellung, mentaler Stärke und Vertrauen in das noch junges VPLP-Design "DMG Mori Global One".

Yvan Zedda / Alea / #VG2020 Kojiro Shiraishi mit den traditionellen Bengalos in beiden Händen auf dem Vorschiff seiner "DMG Mori Global One" beim Einlaufen in den Start- und Zielhafen Les Sables-d'Olonne

"Es war wirklich wundervoll und ein längeres Abenteuer als ursprünglich geplant", sagte Kojiro Shiraishi im Ziel. Weiter erzählte der Japaner: "Anzukommen und alle diese bekannten Gesichter und Menschen zu sehen, das ist wirklich herzerwärmend. Es ist ein Wunder. Ich habe wirklich nicht gedacht, dass das Großsegel halten würde. Es ist wirklich unglaublich, dass es durchgehalten hat und ich in der Lage war, dieses wundervolle Abenteuer zu beenden. Ankommen war mein wichtigstes Ziel. Aber ich wollte auch meinen Sponsor zufriedenstellen, mein Team und die vielen Fans, die mich immer wieder ermutigt haben. Das macht mich am stolzesten." Zu seiner Leistung wurde Shiraishi von seinem Mentor inspiriert: Der japanische Seesegler Yokoh Tada hatte die BOC Challenge um die Welt 1982/83 in Klasse 2 gewonnen. "Ich träume seit mehr als 30 Jahren von dieser Vendée Globe – seitdem mein Meister Yukoh Tada von Philippe Jeantot zur Teilnahme eingeladen wurde. Es hat 30 Jahre gedauert, diese Weltumsegelung zu vollenden. Und ich bin stolz darauf, dass ich vollenden konnte, was Yukoh Tada tun wollte."

Yvan Zedda / Alea / #VG2020 Nicht ohne mein Team: Kojiro Shiraishi und seine Landmannschaft feiern den Erfolg des japanischen Skippers

Shiraishis erster Versuch hatte während der Vendée Globe 2016/17 abrupt geendet, als er am 4. Dezember 2016 den Mast seiner "Spirit of Yukoh" verloren hatte. Danach hatte der Skipper jeden Stein umgedreht, um einen weiteren Versuch unternehmen zu können. Mit der Unterstützung von DMG Mori, den Rumpfformen von Jérémie Beyous "Charal", der bei Multiplast in Vannes gebauten und im August getauften "DMG Mori Global One", Projektmanager Charles Euverte und kleiner, aber feiner Landmannschaft gelang der Plan. Über Grund segelte Shiraishi 29.068 Seemeilen mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 12,76 Knoten. Seine Gesamtsegelzeit: 94 Tage, 21 Stunden, 32 Minuten und 56 Sekunden.

Hier geht es zum Tracking und den Ergebnissen (bitte anklicken!).

Yvan Zedda / Alea / #VG2020 Angekommen: Kojiro Shiraishis "DMG Mori Globale One" ist im Ziel


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Themen: Arnaud BoissièresDMG Mori Global OneKojiro ShiraishiVendée Globe

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