Regatta
Vendée Globe: Boris Herrmann hat seine Aufholjagd gestartet

Seine Fans haben mit ihm mitgelitten, als er sich durch die Doldrums quälte und länger steckenblieb, als ihm lieb sein konnte. Jetzt aber rückt er wieder vor

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 19.01.2021
Armel Tripons Impression der Elemente um ihn herum. Der "L'Occitane en Provence"-Skkipper war am Dienstagmorgen als Elfter mit der höchsten Geschwindigkeit (21,5 Knoten) unterwegs Armel Tripons Impression der Elemente um ihn herum. Der "L'Occitane en Provence"-Skkipper war am Dienstagmorgen als Elfter mit der höchsten Geschwindigkeit (21,5 Knoten) unterwegs Armel Tripons Impression der Elemente um ihn herum. Der "L'Occitane en Provence"-Skkipper war am Dienstagmorgen als Elfter mit der höchsten Geschwindigkeit (21,5 Knoten) unterwegs

Armel Tripon / L'Occitane en Provence / #VG2020 Armel Tripons Impression der Elemente um ihn herum. Der "L'Occitane en Provence"-Skkipper war am Dienstagmorgen als Elfter mit der höchsten Geschwindigkeit (21,5 Knoten) unterwegs

Boris Herrmann Racing / #VG2020 Boris Herrmann

Boris Herrmann meldet sich zurück im Kampf um die Podiumsplätze. Der "Seaexplorer – Yacht Club de Monaco"-Skipper hatte sich in der Innertropischen Konvergenzzone, auch Doldrums genannt, arg quälen müssen und war bis auf Platz sieben zurückgefallen. Doch nun hat auch er den Nordost-Passat auf der Nordhalbkugel erreicht, ist bereits in Passat-Galopp übergegangen, konnte seinen Rückstand auf Spitzenreiter Charlie Dalin ("Apivia") wieder reduzieren. Im Zwischenklassement war der 39-Jährige am Dienstagmorgen wieder auf Platz sechs vorgefahren und liefert sich nun auf Kurs Nord bei rund 150 Seemeilen Rückstand auf Dalin ein spannendes Verdrängungsrennen mit den vor ihm liegenden Booten. Von "Maître Coq IV"-Skipper Yannick Bestaven auf Platz fünf trennten Herrmann am frühen Morgen nur 13 Seemeilen.

Screenshot, 72. Tag auf See Die Positionen zum Ende des 72. Tages auf See am 19. Januar, 7 Uhr morgens deutscher Zeit

Nach mehr als 25.000 gesegelten der nur theoretisch 24.296 Seemeilen langen Runde um die Welt sind für Herrmann gut 2800 Seemeilen bis in den Start- und Zielhafen Les Sables-d'Olonne geblieben. Bei einer Ausfallquote von bislang knapp 25 Prozent (acht Aufgaben seit dem Start mit 33 Booten) war der oft als "Demolition Derby" bezeichnete Meeres-Marathon bislang gnädiger zu seinen Teilnehmern als die vorherigen Auflagen im Durchschnitt (46 Prozent). Doch Herrmann kann mehr als sein wichtigstes Ziel des Ankommens erreichen. Bei seiner Premiere bietet der Hamburger der mächtigen französischen Konkurrenz in aufsehenerregender Weise Paroli und greift nun wieder an. Der Vorsprung der vor ihm liegenden Boote könnte in der Form schmelzen, wie Team Malizias Wetterexperte Will Harris es am Montagabend exklusiv für YACHT online prophezeit hat .

Louis Burton / Bureau Vallée 2/ VG2020 Goldene Grüße von Louis Burton auf "Bureau Vallée 2"

Louis Burton / Bureau Vallée 2 / #G2020 Louis Burton in Angriffslaune

Die Spitzenreiter wissen, dass sie jetzt jede Seemeile Vorsprung vor dem Deutschen mit intakten Foils und heilen Segeln gut gebrauchen können. Charlie Dalin, der in den Zwischenklassements seit dem Start der neunten Auflage des Rennens am 8. November 179 Male als Führender ausgewiesen wurde, bleibt zunächst vorn. Louis Burton ("Bureau Vallée 2") hatte die Flotte bei zwei Positions-Berichten angeführt und zuletzt den Äquator als Erster gekreuzt, war aber am Dienstagmorgen mit 108 Seemeilen Rückstand auf Dalin und seinen kleineren Foils auf Platz vier zurückgefallen. Eine starke Nacht hatte Thomas Ruyant ("LinkedOut"), der sich auf Platz zwei zurückkatapultiert hat und Dalin mit etwas mehr als 100 Seemeilen Rückstand hinterherjagt. Damien Seguin hält auf "Groupe Apicil" zunächst auch ohne Foils weiter meisterhaft mit und lag zum Ende des 72. Tages auf See nur zwei Seemeilen hinter Ruyant auf Platz drei.

Wie gut es sich nach nach der Doldrums-Qual anfühlt, wenn der Wind zurück kommt, beschreibt Boris Herrmann in diesem Clip von Bord

JOSCHKE KOMMT DEM SICHEREN HAFEN NÄHER

Die Deutsch-Französin Isabelle Joschke kommt dem von ihr und ihrem Team gewählten Anlaufhafen Salvador de Bahia nach ihrer Aufgabe immer näher. Noch immer mit freischwingendem Kiel ihrer "MACSF" und daher äußerst behutsam mit zumeist nur sechs bis acht Knoten unterwegs, zeigte sich die 43-Jährige aus dem bretonischen Lorient zuletzt versöhnt mit sich und dem Rennen. Die in München geborene Skipperin sagte gegenüber YACHT online: "Ich habe auf dem Weg nach Salvador de Bahia sogar meine eigene Spur gekreuzt und das Gefühl, die drei Kaps und damit die Welt umsegelt zu haben. Dieses Gefühl möchte ich bewahren."


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Themen: AliciaBoris HerrmannBureau Vallée 2Charlie DalinLouis BurtonSeaexplorer - Yacht Club de MonacoVendée Globe

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