Vendée Globe

Riou mit Messer zwischen den Zähnen

"Vincent le Terrible", Vincent der Schreckliche, ist sein Spitzname. Dem wird der "PRB"-Skipper gerecht, er bietet Armel Le Cléac'h Paroli

Andreas Fritsch am 11.11.2016
PRB Vincent Riou IMOCA Open 60 2016 PR_INT_PRB160328_550

Kämpfer: Vincent Riou im Cockpit seiner "PRB"

Der kleine Bretone mit den grauen Haaren und der Intellektuellen-Brille ist der einzige Ex-Vendée-Sieger im Feld und zeigt, dass er seinen Spitznamen zu Recht trägt, den ihm Jean Le Cam bei der 2004er-Auflage verpasste, als Riou ihn wie ein Terrier um die halbe Welt hetzte und ihn dann kurz vor dem Ziel im Atlantik überholte.

In genau dieser Art und Weise hat sich Riou mit seinem orangen Boot zurück an den führenden Armel Le Cléac'h herangekämpft, der scheinbar das Feld so dominierte. Riou nutzte seine Chance in den leichten Winden der letzten Tage, die seine federleichte "PRB" bevorteilte. Die "Banque Populaire VIII" mit ihren Foils schleppt mehr benetzte Fläche durchs Wasser, da die Rümpfe der Foiler im Vorschiff voluminöser sind und die längeren Schwerter bei wenig Wind bremsen. Aus einst knapp 30 Meilen Vorsprung Le Cléac'hs wurden so noch drei, heute morgen um vier Uhr. Allerdings sieht Riou den nächsten Tagen mit Sorge entgegen: "Jetzt kommen die Bedingungen der Foiler mit Passatwind um die 20 Knoten."

Positionen

Der Stand des Rennens heute Morgen um 8 Uhr

Auf die hofft inständig auch der Brite Alex Thomson, der mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch fährt. Er ärgert sich über sich selbst, dass er mit dem Extremschlag in den Osten seine Führung verschenkt und sich einen Rückstand von fast 65 Seemeilen eingehandelt hat. "Es war ein Riesenfehler", sagte er gestern im Video.

Doch seit gestern prügelt er seine "Hugo Boss" mit den Top-Speeds aller Boote wieder dichter an "Banque Populaire VIII" heran, beim letzten Update waren es noch 56 Meilen Rückstand. Bleibt nur zu hoffen, dass er bei der Aufholjagd sein Boot so früh im Rennen nicht überfordert.

Nach wie vor eng zusammen segelt die große Verfolger-Gruppe im Westen mit Jérémie Beyous "Maitre Coq", Morgan Lagraviéres "Safran", Paul Meilhats "SMA" und Sébastien Josses "Edmond de Rothschild". Keine sechs Meilen trennt die Gruppe. Doch mittlerweile ist ihr Rückstand auf schon 45 Meilen zur Spitze angewachsen. Etwas enttäuschend ist dabei vor allem die Performance von Sébastien Josse, der aus dem großen "Gitana"-Team kommt, das ihm mit fast unbegrenzten finanziellen Möglichkeiten eigentlich ein Top-Boot hingestellt haben müsste. 

Größter Verlierer der ersten Tage ist ohne Frage Jean-Pierre Dick mit seiner "St. Michel-Virbac". Einst im Führungstrio segelnd, zahlte auch er einen hohen Preis für den Versuch, im Osten vor Portuagl mehr Wind zu finden. Doch eigentlich war er früher zurückgehalst und hätte heute deutlich vor Alex Thomson sein müssen, doch mit teils niedrigen Speeds ist er mittlerweile 144 Seemeilen zurückgefallen.

Seit gestern ist das Feld auch wieder vollständig: Der Spanier Didac Costa ist, nachdem er wegen eines Lecks zurückkehren musste, erneut gestartet.

Andreas Fritsch am 11.11.2016

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