Regatta
Mit Konstanz und Konsequenz: Herrmann gewinnt Imoca-Serie

Das Fest geht weiter für Boris Herrmann. Nun ist ganz offiziell, was das Klassement schon seit Tagen anzeigt: Der Hamburger hat den Imoca-Meistertitel geholt

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 08.02.2021
Der überglückkliche Zieldurchgang von Boris Herrmann auf seiner "Seaexplorer - Yacht Club de Monaco" Der überglückkliche Zieldurchgang von Boris Herrmann auf seiner "Seaexplorer - Yacht Club de Monaco" Der überglückkliche Zieldurchgang von Boris Herrmann auf seiner "Seaexplorer - Yacht Club de Monaco"

Yvan Zedda/Alea Der überglückkliche Zieldurchgang von Boris Herrmann auf seiner "Seaexplorer - Yacht Club de Monaco"

Viel segeln, wenig kaputtmachen: Mit dieser einfachen Formel lässt sich der vielschichtige Erfolg von Boris Herrmann in Kürze auf den Punkt bringen. Mit Platz fünf bei seiner Vendée-Globe-Premiere hat Herrmann die mehrjährige Imoca-Serienmeisterschaft von 2018 bis 2021 gewonnen. Auch das ist eine historische Erstleistung, denn die Serie war in dieser Form von der Klassenvereinigung neu gestaltet worden. Auch hat zuvor noch kein Deutscher so beharrlich an der Spitze des französisch geprägten Imoca-Konzerts mitspielen können.

Boris Herrmann Racing Gute Nachrichten: Seriensieg für Boris Herrmann

Mit beeindruckender Konstanz hat Herrmann in den vergangenen Jahren an allen relevanten Regatten der Serie teilgenommen. Die Konsequenz ist der Schlüssel zu seinem Sieg. Die Meisterschaft wird durch die Ergebnisse der Skipper und ihrer Teams bei ausgewählten offiziellen Solo- und Zweihandrennen entschieden. Boris Herrmann hat an allen Rennen teilgenommen und jedes beendet. Das allein ist schon eine herausragende Leistung, mit der er den französischen Vendée-Globe-Sieger Yannick Bestaven ("Maître Coq IV") und den Vendée-Globe-Zweiten Charlie Dalin ("Apivia") in der Endabrechnung der Meisterserie auf die Plätze zwei und drei verweisen konnte. Hinter Herrmanns Offensive über die Jahre 2018 bis Anfang 2021 steckte Kalkül: "Um uns gut vorzubereiten, sicher zu segeln, Mehrwert für unsere Partner zu kreieren und das Projekt weiterzuentwickeln, wollten wir so viel segeln wie nur möglich."

Der Trailer der Imoca-Klassenvereinigung zeigt in starken Bildern, was die Imoca-Segler und ihre Fans in den kommenden fünf Jahren alles erwarten wird

Auf den Seriensieg ist Herrmann stolz: "Wir haben alle Rennen beendet, nie eines abgebrochen. Das ist großartig. Und es ist mir wirklich wichtig. Es ist wichtiger als das Ergebnis in einem einzelnen Rennen. Aber natürlich gehört auch ein bisschen Glück dazu." Abgesehen von der Vendée Globe, hat Herrmann 2018 Platz sieben bei der Monaco-Globe-Serie und Platz fünf bei der Route du Rhum erkämpft. 2019 segelte er im Bermudes 1000 auf Platz sechs und im Rolex Fastnet Race auf Platz sieben. Das Transat Jacques Vabre beendeter er im selben Jahr als Zwölfter, bevor er im ersten Corona-Pandemie-Jahr 2020 das Vendée-Arctique-Les Sables-d'Olonne als Siebter abschloss. Ed Gorman, britischer Journalist und Verfasser der Imoca-Pressemitteilung zum Seriensieg Herrmanns, schrieb, Herrmann habe "alle diese Rennen in seinem charakteristisch konservativen Stil gesegelt und dafür gesorgt, dass sein Boot die Ziellinie erreicht".

Bei aller Freude über die Krönung seiner Leistungen blieb Herrmann aber auch bescheiden: "Natürlich bin ich hocherfreut, aber wir müssen auch ehrlich bleiben. Ich denke, dass Yannicks Projekt später als unseres begonnen hat und nicht jeder den finanziellen Hintergrund oder die Planungsmöglichkeiten hatte, um an allen Rennen teilzunehmen." Imoca-Klassenchef Antoine Mermod beglückwünschte Herrmann zum Erreichten: "Im Namen aller meiner Imoca-Kollegen gratuliere ich Boris Herrmann und dem Team Malizia, die eine sehr beeindruckende Imoca-Globe-Serie absolviert haben. Er ist ein bescheidener Champion, aber seine Leistungen und seine Position an der Spitze eines sehr wettbewerbsstarken Klassements unterstreichen, dass Team Malizia einen hohen Standard gesetzt hat, wenn es um den Wettkampf in der Imoca-Klasse geht. Wir freuen uns darauf, das Team in der neuen Serie wiederzusehen."

Boris Herrmann Racing Angekommen, Ziel erreicht: Boris Herrmann beendete seine Vendée-Globe-Premiere als Fünfter

Auch Yannick Bestaven ist ein Fan der neuen, gerade zu Ende gegangenen Imoca-Serie. Sie habe ihm und seinem Team eine gute Vorbereitung auf die Vendée Globe ermöglicht. Bestaven sagte zur eigenen Platzierung: "Dieser zweite Platz belohnt die Arbeit meines Teams über die vergangenen vier Jahre. Ich wusste: Je mehr ich an Regatten der Globe-Serie teilnehme, je besser gerüstet würde ich für das Rennen um die Welt sein." Weiter sagte der "Maître Coq IV"-Skipper: "Ich finde auch, dass es großartig ist, dass Boris die Serie gewonnen hat. Er hatte die Vendée Globe schon sehr verdient, und es ist seit 2018 gut für die Internationalität der Klasse, dass Segler wie er teilnehmen. Ich hoffe, dass sich das fortsetzt. Ich glaube auch an die Partnerschaft mit The Ocean Race und hoffe, dass noch mehr internationale Teams zu uns in die Imoca-Klasse kommen."

Ihnen kann Boris Herrmann als positives Vorbild und Wegbereiter dienen, denn der Hamburger wurde von der Klasse mit offenen Armen aufgenommen, erzählt: "Die Franzosen haben uns willkommen geheißen. Wir nutzen in Lorient die gleiche Infrastruktur wie sie. Und wir trainieren mit ihnen im Pôle Finistère Course au Large. Da sind alle mit großem Sportsgeist dabei. Es herrscht so eine gute Kameradschaft. Ich habe das Gefühl, dass ein Teil meiner Seele fast französisch ist. Ich spreche Französisch, ich lebe da und genieße es auch, dort zu sein." Die weiteren Plätze der Serienwertung belegen Thomas Ruyant ("LinkedOut") als Vierter, gefolgt von Jérémie Beyou ("Charal"), Damien Seguin ("Groupe Apicil"), Louis Burton ("Bureau Vallée 2"), Giancarlo Pedote ("Prysmian Group"), Clarisse Crémer ("Banque Populaire X") und Jean Le Cam ("Yes We Cam!").

Yannick Bestaven / Maître Coq IV / #VG2020 Sympathischer Vendée-Globe-Gewinner der 9. Edition: Yannick Bestaven

Hier geht es zum Gesamtergebnis der Imoca-Globe-Series (bitte anklicken!).

Boris Herrmann Racing Boris Herrmann und Damien Seguin beglückwünschen sich gegenseitig nach der Zielankunft in Les Sables-d'Olonne


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