Vendée Globe

"Macif" übernimmt die Führung

Francois Gabart hat im Sprint durch den indischen Ozean mächtig Gas gegeben, und seine "Macif" an die Spitze des Feldes gesetzt

Bendix Hügelmann am 06.12.2012
Gabarts "Macif"

Gabarts "Macif"

Am heutigen Nachmittag hat sich der erst 29-Jährige Francois Gabart die Führung bei der Vendée Globe zurückgeholt. Die fünf Boote umfassende Führungsgrupp liegt derzeit auf Höhe der Prince Edward Islands tief im Indischen Ozean. Trotz des engen Rennens sind die Querabstände zwischen den einzelnen Skippern  beachtlich: Armel Le Cléac'h mit "Banque Populaire" ganz im Norden, ungefähr 130 Seemeilen Süd-Südöstlich davon Francois Gabart (Macif) und Jean-Pierre Dick (Virbac-Paprec), weitere 80 Meilen davon Bernard Stamm (Cheminées Poujoulat) und ganz im Süden Alex Thomson (Hugo Boss).

Ein schmaler Grat

Stamm hatte sich nach einer halsbrecherischen Aufholjagd an Position drei zurückgekämpft, und liegt nun nach dem Führungswechsel auf Rang vier nur unwesentlich hinter Gabart und Le Cléac'h. Der Brite Alex Thomson hingegen hatte sich am weitesten südlich positioniert um, nach eigener Aussage einem Hochdruck gebiet zu entkommen: "Die vergangene Nacht war ganz schön haarig," sagt Thomson: "Sehr hohe Wellen und Windböen bis zu 38 Knoten zwangen mich dazu vom Gas zu gehen. Es geht mir gut, stehe aber unter großem Stress. Ich konnte weder etwas kochen, noch etwas schreiben", so Thomson weiter. Die größte Schwierigkeit sieht Thomson derzeit in der richtigen Wahl der Segel. Der Grat zwischen "Zu wenig gepushed" und "Boot Kaputt" sei sehr schmal: "Auch wenn ich schnelles Segeln liebe, es ist wirklich sehr Anstrengend im Moment," beschreibt Thomson seine aktuelle Verfassung. Thomsons Position sieht jedoch vielversprechend aus: "Hugo Boss" segelt derzeit einen Nordöstlichen Kurs und profitiert dadurch von besseren Windwinkeln und höherer Geschwindigkeit. 

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Keine Zeit zum Kochen für Alex Thomson: "Energie-Riegel und Erdnüsse halten mich am Leben."

"Der Lärm ist ohrenbetäubend"

Der Skipper der derzeit auf Rang zwei liegenden "Banque Populaire" beschreibt die vergangenen 48 Stunden des Rennens ebenfalls als sehr hart: "Die Wind und Wellenbedingungen sind sehr anspruchsvoll. Zudem machen die hohen Geschwindigkeiten das Segeln sehr stressig, der Lärm ist ohrenbetäubend." sagt Armel Le Cléac'h, und gibt sich trotz der Strapazen weiter kämpferisch: "Der Kampf um die Führung ist in vollem Gange!" 

Weiterhin herrscht also hohes Tempo bei der Vendée:  Nach einer Woche High-Speed-Segeln treten die ersten Ermüdungserscheinungen auf. Nicht das Material, sondern viel mehr die Verfassung der Skipper sind derzeit entscheidend für die gesegelte Geschwindigkeit. Es bleibt spannend!

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Der aktuelle Stand bei der Vendée: Trotz großer Querabstände ein enges Rennen

Bendix Hügelmann am 06.12.2012

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