Vendée Globe

Live von Bord: Das sagen die Skipper

Das Rennen zum Anschluss an das Tief vor Brasilien geht heute in die entscheidende Phase. Was sagen die Skipper dazu? Zitate von Bord

Andreas Fritsch am 18.11.2016
Portraits

Kurs Süd: Sebastien Josses "Edmond de Rothschild"

Portraits

Jean-Pierre Dick

Jean-Pierre Dick ("St. Michel Virbac"): "Der Wind war nicht so stark die letzte Nacht, hat aber nach links gedreht. Ich sollte so mehr aus dem Boot herausholen können. Um es positiv zu sehen: Das Boot ist in gutem Zustand. Aber ich bin von den Führenden abgehängt worden. Ich hoffe, die Dinge ändern sich noch einmal, und wir werden an einer anderen Stelle des Rennens dafür Vorteile haben" 

Portraits

Sebastien Josse

Sébastien Josse ("Edmond de Rothschild"): "Ich habe meinen Kurs nicht so geändert wie ArmeI, der einen Bogen segelt. (...) Mit jeder Vendée wird es schlimmer und schlimmer: In meiner ersten hatte ich noch ein komfortables Bett, aber jetzt ist es richtig unkomfortabel, und es ist kaum möglich, überhaupt zu schlafen. Wenn das Boot mehr als 18, 19 Knoten segelt, ist es schwer, sich überhaupt unter Deck zu bewegen. Es ist sehr laut und unmöglich zu schlafen mit all den Schlägen, viel unkomfortabler als in einem Multihull. Ich habe den Äquator gar nicht richtig bemerkt, so müde war ich. (...) Seit dem Start mussten wir noch in keinem richtig kräftigen Tief segeln. Es war bislang eher wie eine Transatlantik-Überquerung. Unten in den 30er-Breitengraden wird das ein echtes Erwachen, mit richtig starkem Wind müssen wir die Dinge anders angehen. Ich habe schon zwei Stützen zerbrochen, aber wir hatten noch keinen richtig schweren Seegang. Wir werden sehen, was in unserem ersten richtigen Sturm passiert. Wir sind jetzt schon an der Belastungsgrenze der Boote."

Im Video von Bord ist das laute Summen der Foils gut zu hören. Josse trägt mittlerweile wie viele andere Skipper auch "Noise cancellation"-Kopfhörer, die das Geräusch ausblenden sollen.


J12 : direction plein sud pour Sébastien Josse... von VendeeGlobeTV

Portraits

Alex Thomson


Alex Thomson ("Hugo Boss"): "Es ist etwas holprig gerade. Ich schaue nur auf die Statistik. Es ist ziemlich beeindruckend, auf einem Boot zu segeln, das in 16/17 Knoten Wind durchschnittlich 22 Knoten fährt. Der Wind hat etwas nach links gedreht, so dass 'Hugo Boss' ein bisschen schneller ist. Es wird noch einmal etwas schwächer werden, bevor wir dann drei, vier richtig schnelle Tage in Richtung Kap der Guten Hoffnung haben. Ich könnte nicht besser dafür positioniert sein. Es entwickelt sich im Süden von uns das Tief, und ich werde wohl in der Lage sein, vor ihm zu bleiben. Ich glaube, nur die Führungsgruppe wird dem Tief folgen können.

Und ich denke, Seb (Sébastien Josse, d. Red.) hat Recht: Es wird die erste richtige Feuerprobe für die Boote. Wir werden wohl in 120 bis 125 Grad wahren Windeinfallswinkel und 23 bis 26 Knoten unterwegs sein. Der Seegang wird entscheiden, wie schnell wir mit den Booten dann noch segeln könnnen. Um ehrlich zu sein: In flachem Wasser könnte mein Boot bei solchen Bedingungen über 30 Knoten Durchschnittsgeschwindigkeit erreichen. Mit Wellen glaube ich nicht, dass es viel mehr werden wird als die 22 bis 24, die es jetzt schon sind. Ich werde das Boot vorbereiten, saubermachen, gut stauen und versuchen, so viel zu schlafen wie irgend möglich. Ich muss noch eine Kleinigkeit laminieren und sicher sein, dass meine Segelgarderobe optimal ist für den starken Wind. Ich will sicher sein, dass ich frisch bin, um den Turbo-Button zu drücken, wenn der Wind kommt. Dann werden wir herausfinden, wie stark diese Boote wirklich sind."

Portraits

Armel Le Cléac'h

Armel Le Cléac’h ("Banque Populaire VIII"): "Alex Thomson is schnell! Er ist im Angriffs-Modus. Aber es ist noch ein langer Weg. Ich segle meine eigene Route. Ich schaue nicht wirklich auf die Durchschnittsgeschwindigkeit. Ich konzentriere mich auf das Potenzial meines Bootes. Es wird noch viel passieren. Alex hatte eine schöne Doldrums-Passage. Ich muss die Pace halten, um nicht abgehängt zu werden. An Bord ist alles gut, es gibt keine Probleme. Ich versuche, noch ein bisschen Ruhe zu bekommen, aber es ist wirklich heiß in den Booten. Du schwitzt andauernd. Wenn die Sonne untergeht, werde ich versuchen, mal ein bisschen Schlaf zu bekommen."

Position

Stand des Rennens heute um 9 Uhr

Mittlerweile ist das Feld dicht an das Tief herangefahren, Alex Thomson konnte seinen Vorsprung auf über 90 Meilen ausbauen, segelt aber auch weiter im Westen als seine nächsten Verfolger. Morgen dürfte dann die Rauschefahrt durch den Southern Ocean beginnen. 

Video-Zusammenfassung des gestrigen Tages von Vendee TV


D12 : 12 skippers in the global south / Vendée... von VendeeGlobeTV

Andreas Fritsch am 18.11.2016

Das könnte Sie auch interessieren


Fotostrecken

Neueste Downloads

Yachttests


Reise-Reportagen


Ausrüstung


Gebrauchtboottests


Neue Videos


Aktuelle Artikel bei YACHT online