Vendée Globe

Kielversagen auf "Maitre Coq"

Die Pechsträhne hält an: Jérémie Beyous "Maitre Coq" läuft die Kapverden an, nachdem der Hydraulikzylinder am Schwenkkiel geplatzt ist

Andreas Fritsch am 18.11.2012
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Kielproblem: "Maitre Coq"

Zurzeit scheint kaum ein Tag bei der Vendée ohne Hiobsbotschaft aus dem Feld zu vergehen. Nachdem letzte Woche schon Kito de Pavant und Louis Burton nach Kollisionen mit Fischerbooten ausschieden, Freitag Samantha Davies das Rigg verlor, erwischte es heute Jérémie Beyou. 

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Skipper Beyou

"Gestern früh am Abend hörte ich ein lautes Geräusch, dann schoss das Boot in den Wind und legte sich etwa zehn Grad auf die Seite", beschreibt der Franzose das Geschehen. Unter Deck dann die Bescherung: Die Kielhydraulik war defekt, der Kiel schwang frei im Rumpf hin und her. Der Hydraulikzylinder, der den Anhang um etwa 40 Grad nach Luv schwenken kann, war geplatzt. Notdürftig sicherte Beyou darauf hin den Kielschaft mit Seilen, damit er im Seegang nicht zu sehr schlägt und womöglich den Rumpf beschädigt. 

Er läuft jetzt mit nur noch 5 bis 6 Knoten zum Hafen von Mindelo auf den Kapverden ab, um zu prüfen, ob eine Reparatur möglich ist. Das dürfte allerdings ziemlich unwahrscheinlich sein, zudem nach Angaben des Teams auch die Dichtung der Kielflosse am Rumpfdurchbruch beschädigt wurde und etwas Wasser eindringt. 

"Die Hydraulik ist für Belastungen bis 120 Tonnen ausgelegt, beim Segeln mit dem Boot sollen aber rechnerisch höchstens 40 Tonnen Last entstehen", so das Team, das sich das Versagen nicht erklären kann, zumal das Teil vor dem Start extra noch einmal gewartet wurde.

Beyou hatte schon bei der letzten Vendée 2004 wegen eines technischen Defektes am Rigg ausscheiden müssen.

An der Spitze des Feldes hat sich ebenfalls am Wochenende einiges getan. Nachdem Armel Le Cléac’h ("Banque Populaire") die Führung von François Gabart ("Macif") übernommen hat, liegt erstmals Jean-Pierre Dick mit seiner "Paprec Virbac 3" auf dem dritten Platz und verdrängte damit den stark segelnden Schweizer Bernard Stamm auf den vierten Platz. Das Feld hat mittlerweile die Kapverden passiert und nähert sich nun dem Äquator. 

Andreas Fritsch am 18.11.2012

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