Vendée Globe

Foil-Bruch nach "Ufo"-Kollision

Rückschlag für Alex Thomson auf "Hugo Boss": Der Brite muss mit abgebrochenem Steuerbord-Foil weitersegeln. Bertrand de Broc hat aufgegeben

Tatjana Pokorny am 20.11.2016
Reaktionen nach dem Mastbruch auf "Hugo Boss"

"Hugo Boss"-Skipper Alex Thomson

Herber Rückschlag für Vendée-Spitzenreiter Alex Thomson. Das Steuerbord-Foil seiner "Hugo Boss" ist in Folge einer Kollision mit einem unbekannten Objekt abgebrochen. Der Vorfall hat sich im Südatlantik ereignet. Weitere Details will Thomson bekanntgeben, wenn Wind und Wellengang eine genauere Inspektion zulassen und er sich einen besseren Eindruck verschaffen kann.

Thomson berichtete am Samstag von Bord: "Wir hatten eine schnelle Nacht, in der das Boot hohe Durchschnittsgeschwindigkeiten erzielt hat und super unbequem zu segeln war. Ich hatte das Foil an diesem Morgen um 30 Prozent eingeholt und das Boot in den zunehmenden Winden recht konservativ gesegelt. Um 9.35 Uhr UTC war ich unter Deck und habe versucht zu schlafen. Das Boot segelte in 22 Knoten Wind mit einer J2 und einem Reff im Großsegel. Wir segelten mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 24 Knoten, als ich einen mächtigen Knall hörte." Thomson kam sofort an Deck, fierte das Großsegel und stellte fest, dass es eine Kollision mit einem unbekannten Objekt ("Ufo") gegeben haben muss.

Die neue "Hugo Boss" von Alex Thomson

Das neue Geschoss vom Boss: Hier segelt Alex Thomsons "Hugo Boss" noch unversehrt

Thomson verlangsamte sein Boot und wartet auf moderatere Bedingungen für eine genauere Inspektion der "Hugo Boss": "Ich habe im Wasser nichts gesehen, aber es fühlte sich an, als hätte sich das Boot um etwas herumgewickelt. Das hat mein Foil ziemlich entscheidend beschädigt. Ich wurde angewiesen, das Innere des Bootes zu inspizieren. Bislang konnte ich keine strukturellen Schäden finden. Momentan segele ich weiter und werde die Untersuchung fortsetzen, sobald ich die Chance dazu habe."

Alex Thomson Racing

Ob mit oder ohne Steuerbord-Foil: Alex Thomson will weitersegeln

Thomsons technischer Direktor Ross Daniel sagte: "Wir haben Jahre damit verbracht, die Risiken für die Vendée Globe zu verringern. Doch mit einem Objekt im Wasser zu kollidieren, das ist etwas, über das du keine Kontrolle hast. Das ist sehr frustrierend. (...) Das Boot kann mit oder ohne Foils segeln. Also ist es nicht das Ende der Welt. Aber es wird nun auf einem Bug schneller segeln als auf dem anderen. Alex wird seinen Segelstil nun in Abhängigkeit davon ändern müssen, auf welchem Bug er segelt."

Thomson und sein Boot waren am Samstag Abend laut Team-Management zunächst nicht in Gefahr. "Hugo Boss" führt das Rennen, zu dem der Startschuss am 6. November gefallen war, weiter an. Sein abgebrochenes Foil will Thomson schnellstmöglich abbauen und die Regatta fortsetzen.

Aufgegeben hat inzwischen Bertrand de Broc. Der Franzose und sein Boot hatten lange mit den Folgen einer Kollision vor Portugal gerungen. Gemeinsam mit seinem Teammanager hat Bertrand de Broc nun die Entscheidung getroffen, das Rennen mit schweren Beschädigungen am Rumpf aufzugeben. " Es ist unmöglich, das Rennen zu beenden", so der erfahrene Solo-Skipper. Die Aufgabe bezeichnete Bertrand de Broc als "sehr schwierige Entscheidung": "So etwas passiert Skippern immer wieder einmal in ihrer Karriere, doch es lässt sich deswegen nicht leichter ertragen. Ich bin enttäuscht, aber es wäre unvernünftig, das Südpolarmeer in diesem Zustand anzusteuern."

Vendée Globe 2016

Bertrand de Broc musste das Rennen aufgeben

Tatjana Pokorny am 20.11.2016

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