Vendée Globe
Ellen MacArthur gratuliert Clarisse Crémer: "A big bravo!"

Clarisse Crémer hat die Vendée Globe als Gesamt-Zwölfte und erste Skipperin beendet. Dabei hat die Französin auch MacArthurs 20 Jahre alten Rekord geknackt

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert vor 3 Monaten
Clarisse Crémer feiert ihre vollenedete erste Solo-Weltumseglung Clarisse Crémer feiert ihre vollenedete erste Solo-Weltumseglung Clarisse Crémer feiert ihre vollenedete erste Solo-Weltumseglung

Curutchet / Alea / #VG2020 Clarisse Crémer feiert ihre vollenedete erste Solo-Weltumseglung

Selbst, wenn es schwerfällt, sieht es bei ihr noch leicht aus: Clarisse Crémer hat ihre erste Vendée Globe als Zwölfte beendet und wurde am Mittwoch in Les Sables-d'Olonne von Tausenden Fans stürmisch gefeiert. "Wenn ich heute die Möglichkeit hätte, direkt wieder durchzustarten, dann würde ich es tun", sagte die 31-Jährige aus Locmiquélic. Die Ziellinie kreuzte die "Banque Populaire X"-Skipperin nach 87 Tagen, 2 Sunden, 24 Minuten und 25 Sekunden. Damit unterbot Clarisse Crémer den zwei Jahrzehnte alten Solorekord von Ellen MacArthur, den die britische Segelikone bei der Vendée Globe 2000/01 aufgestellt hatte, als sie hinter Michel Desjoyeaux umjubelte Zweite wurde. MacArthur, die sich später vom aktiven Profisegelsport zurückkzog und sich seit Langem mit ihrer Stiftung für nachhalltige Kreislaufwirtschaft einsetzt, gratulierte Clarisse Crémer mit einer persönlichen Botschaft:

J. Vapillon Ellen MacArthur

"Hi Clarisse, nur eine kleine Nachricht, um dir ein großes Bravo für dein Rennen um die Welt auszusprechen. Es ist toll, dich im Ziel zu sehen. Es ist eine wirklich außergewöhnliche Runde. Du hast alles gut gemacht, was du gemacht hast!"

Curuttchet / Alea / #VG2020 Clarisse Crémer jubelnd im Ziel und dankbar für die Nachricht von MacArthur: "Darüber freue ich mich wirklich!"

Clarisse Crémer / Banque Populaire / #VG2020 Auch in ungemütlichen Gefilden konnte sie noch lächeln. Genauso nahm sie ihre Fans mit auf die emotionale Achterbahnfahrt, wenn es ihr weniger gut ging

"Banque Populaire"-Skipperin Clarisse Crémer wurde am Mittwoch in Les Sables-d'Olonne gefeiert: Die 31-Jährige kreuzte die Ziellinie als Zwölfte und beste Skipperin der 9. Auflage

Das gilt auch für die letzten Seemeilen, in denen sich Clarisse Crémer noch einmal mit der biestigen Biskaya auseinanderzusetzen hatte. Ein stürmisches Tiefdruckgebiet stellte die junge Französin mit 20 Knoten und mehr Wind sowie vier bis fünf Meter hohen Wellen noch ein letztes Mal auf die Probe, bevor sie am Abend als Erste der noch im Rennen verbliebenen Skiperinnen in den Start- und Ziellhafen zurückkehrte. Sechs Frauen waren am 8. November 2020 an der Startlinie neben 27 Männern aufgekreuzt. Die beiden auf dem Papier am stärksten eingeschätzten aber hatten aufgeben müssen: "Initiatives-Cœur"-Skipperin Sam Davies infolge einer Ufo-Kollision und die Deutsch-Französin Isabelle Joschke mit kaputter Kielaufhängung.

Curutchet / Alea / #VG2020 In der Fan-Ecke von Clarisse Crémer zeigen sie es an: Die Französin ist die erfolgreichste Skipperin der aktuellen Vendée Globe, erinnerte aber selbst auch an das Pech, das ihre Mitstreiterinnen Sam Davies und Isabelle Joschke hatten

Jean-Louis Carli / Alea / #VG2020 Wie eine Dirigentin auf dem eigenen Vorschiff: Clarisse Crémer im roten Licht der Jubel-Bengalos

Olivier Blanchet / Alea / #VG2020 Ankommen war ihr Ziel. Beendet hat Clarisse Crémer ihre Vendée-Globe-Premiere als erfolgreichste Skipperin mit einem neuen Rekord

Clarisse Crémer kam durch. Auch weil sie mit ihrem hervorragend präparierten Boot aus dem Segelrennstall Banque Populaire weniger technische Probleme hatte als andere und die Imoca-Yacht – wie zuletzt in der Biskaya – in schwerem Wetter ofmals bewusst zurückhaltend gesegelt hat. Sie selbst möchte ihre Leistung nicht in weiblichen Kategorien bewerten: "Es gibt keine Frauen-Kategorie. Auf See bin ich Segler und sage mir auch nicht selbst, dass vor mir gerade ein Mann oder eine Frau segeln. Ich denke überhaupt nicht daran. Das hier ist ein gemischtes Rennen und ein gemischter Sport." Die ehemalige Mini-Zweite in der Serienwertung hatte das Boot, das sie gerade um die Welt getragen hat, vor 15 Monaten erstmals gesegelt. Gelernt, es gut und erfolgreich zu segeln, habe sie erst während des Rennens, Seemeile für Seemeile. "Jetzt, da ich es kann und viel über dieses Boot gelernt habe, möchte ich es beinahe nehmen und das gleich noch einmal machen", sagte Crémer. Man wird bald wieder von der Seglerin hören, die Business-Diplome von der Pariser Elite-Schule HEC und dem amerikanischen Kelley College in der Tasche hat, sich aber trotzdem für das Solosegeln entschied und nach Erfolgen in der Mini-Szene vom Rennstall Banque Populaire die Chance erhielt, ihre erste Vendée Globe zu bestreiten. Ihr Mentor dort: Kein Geringerer als der Sieger der achten Auflage 2016/17 – Armel Le Cléac'h, der gemeinsam mit ihrem Ehemann Tanguy Le Turquais noch auf dem Wasser zu den ersten Gratulanten zählte.

Oliver Blanchet / Alea / #VG2020 Ihren 31. Geburtstag hatte Clarisse Crémer am 30. Dezember auf See gefeiert

Curutchet / Alea / #VG2020 Geschafft!

Themen: Clarisse CrémerEllen MacArthurSolo-Weltrekord für FrauenVendée Globe


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