Vendée Globe

Dick ist der heimliche Held der Vendée

Jean-Pierre Dick will es wissen: Der tapfere Franzose hat seinen Endspurt eingeläutet. Kann er die aufgewühlte Biskaya ohne Kiel bezwingen?

Tatjana Pokorny am 03.02.2013
Jean Pierre Dick

Für ihn geht es nun um alles oder nichts: Jean-Pierre Dick will die aufgewühlte Biskaya ohne Kiel bezwingen

Sein Moment ist gekommen: Jean-Pierre Dick hat am Sonntagmorgen um 8.20 Uhr den Anker gelichtet und seine geschützte Warteposition vor San Ciprian an der nordspanischen Küste aufgegeben. Vor dem 47-jährigen "Gentleman-Skipper" liegen knapp 300 Seemeilen bis zur Ziellinie der Vendée Globe vor Les Sables d'Olonne ("LSD"). Die Vendée-Globe-Fangemeinde hält den Atem an: Kann Dick seine Mission beenden und die "Virbac Paprec 3" tatsächlich "unten ohne" durch die aufgewühlte Biskaya navigieren?

Jean-Pierre Dick

Selbstporträt eines müden Skippers, der nicht aufgibt: Jean-Pierre Dick

"Ich sollte Les Sables d'Olonne am Montag erreichen", sagte Jean-Pierre Dick. "Die See ist immer noch chaotisch mit sehr hohen Wellen. Deswegen konnte ich nicht länger warten, musste meinen Ankerplatz so schnell wie möglich verlassen. Für Dienstag wird das nächste heftige Tiefdruckgebiet erwartet. Ich sollte besser vorher in Les Sables d'Olonne ankommen."

Mike Golding

Platz fünf in Sicht: Mike Golding ist bereit für den Showdown in der Biskaya

Im Hauptquartier der Vendée Globe herrscht Optimismus. Eine Sprecherin sagte gegenüber YACHT online: "Wir glauben daran, dass er es schafft. Er ist extrem entschlossen." Dick nahm die Regatta in zunächst sehr leichter Brise wieder auf. Bis zum Nachmittag sollen die Winde auf stabile zehn Knoten aus westlicher Richtung auffrischen. Geht alles gut, sollte Jean-Pierre Dick Les Sables d'Olonne am Montag erreichen – noch vor den Verfolgern Mike Golding und Jean Le Cam, die am Sonntagmorgen 300 und fast 400 Seemeilen Rückstand auf Dick hatten.

Bereit für den Endspurt, ist die Ausgangssituation für beide "Silver Ager" vor ihrem finalen Biskaya-Duell klar: Goldings "Gamesa" hatte zuletzt rund 80 Seemeilen Vorsprung vor Jean Le Cams "CynerCiel". Die Taktik des etwas schneller segelnden Briten schien aufzugehen. Die beiden Rivalen befinden sich auf den jeweils entgegengesetzten Seiten eines Hochdruckgebietes. Golding sagte: "Aktuell sieht es für mich nicht so schlecht aus. Es könnte schlechter laufen. Die Router sehen mich in ihren Berechnungen zurzeit knapp vorn. Das gefällt mir!"

Während die Spitzenreiter der verbliebenen Flotte dem Ziel entgegenstreben, kämpft Tanguy de Lamotte auf See mit den Folgen der Kollision mit einem sogenannten "Ufo", einem unbekannten treibenden Objekt. Dabei brach ein Teil des Steuerbord-Ruders der "Initiatives Cœur" ab. Außerdem wurden ein Schwert und der Schwertkasten beschädigt. Tanguy de Lamotte meldete Wassereinbruch, hat aber die Situation bislang unter Kontrolle. Der französische Skipper steht mit seinem Technik-Team in Kontakt.

Tatjana Pokorny am 03.02.2013

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