Vendée Gobe

Das Feld fällt auseinander

"Banque Populaire" und "Macif" ziehen auf und davon. Es entstehen kleine Grüppchen, die in unterschiedlichen Wettersystemen segeln

Andreas Fritsch am 14.12.2012
macif

Segelten gestern in Sichtweite: "Macif" und Banque Populaire"

Für das Führungsduo François Gabart und Armel Le Cléac´h zahlt sich ihr Schlagabtausch mit Rekord-Geschwindigkeiten der letzten Tage jetzt in einem satten Vorsprung aus. Nur die beiden erwischten den Rand des großen Tiefdruckgebietes unter Australien, das ihnen guten Wind und Speed beschert und sie mit Riesenschritten enteilen lässt. Auf Platz drei verpasste Jean-Pierre Dick ("Virbac Paprec 3") den Anschluss um Haaresbreite, Alex Thomson ("Hugo Boss") und Bernard Stamm mussten schon einen riesigen Umweg um vor ihnen liegendes Hochdruckgebiet fahren. 

Die Folge ist für den Spannungsbogen des Rennens natürlich Gift: Gabart und Le Cléac´h haben sich mittlerweile fast 280 Seemeilen von Jean-Pierre Dick abgesetzt, Thomson und Stamm liegen schon um die 500 Seemeilen zurück. Und es ist absehbar, dass der Abstand in den nächsten Tagen noch deutlich anwachsen wird – eine sehr kritische Phase des Rennens für die Verfolger. Die "Oldies-Gang" Jean Le Cam ("Synerciel"), Mike Golding ("Gamesa") und Dominique Wavre ("Mirabaud") hat es noch schlimmer erwischt, mit über 1300 Meilen Rückstand und drei Wettersystemen zwischen sich und der Spitze können sie eigentlich nur noch durch extremes Wetterglück oder technische Probleme der Führenden wieder in Schlagdistanz kommen.

macif

Der Stand des Rennens heute Morgen. Gut zu erkennen, dass die Führenden sich mit dem großen Tiefdruckgebiet absetzen

Interessant war gestern noch eine kleine Indiskretion von Vendée-Großmeister Michel Desjoyeaux. Er offenbarte im Gespräch mit dem Veranstalter, was François Gabarts "Macif" offenbar einen kleinen Ticken schneller macht als "Banque Populaire" – zumindest unter bestimmten Bedingungen: ein "Blast Reacher", ein Vorsegel, das bei extrem viel Wind im Bereich von 35 bis 40 Knoten und 120 Grad Einfallswinkel gefahren wird und vor allem das Boot sehr ruhig und ausgeglichen hält. Gabart hatte während der Paris Boat Show während einer Liveschaltung berichtet, dass sein 24-Stunden-Rekord unter solchen Bedingungen eigentlich recht erholsames Segeln war. "Ich saß unter Deck, und der Autopilot machte die ganze Arbeit. Ich habe endlich mal wieder viel Schlaf bekommen!", erzählte er dem sichtlich verdutzten Publikum. 

Andreas Fritsch am 14.12.2012

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