Vendée Globe

Das Aus für den ersten Polen im Race

Zbigniew Gutkowski muss wegen nicht lösbarer technischer Probleme mit dem Autopiloten seiner "Energa" das Rennen frühzeitig beenden

Andreas Fritsch am 21.11.2012
Vendee

Gutkowski auf seiner "Energa"

Der führende Armel Le Cléac’h hat gerade erst den Äquator erreicht, da scheidet schon der sechste Teilnehmer im Feld der 20 Starter bei der Vendée aus. Tagelang schlug sich der erste Pole, der an der Regatta um die Welt teilnahm, sich mit Autopilot-Problemen herum. Jetzt zog er die Konsequenzen.

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Der erste Pole im Rennen: Z. Gutkowski

"Ich muss heute verkünden, worüber ich schon seit Tagen grübele. Mutig sein hat nicht nur mit Kämpfen zu tun, sondern auch zu wissen, wann man aufhören muss. Ich weiß, dass ich alles versucht habe, meine Elektronikprobleme zu lösen. Ich weiß, dass mein Team und meine Freunde alles gegeben haben. Ich bin sehr dankbar für die große Unterstützung, die mir zuteil wurde. Aber ich kann so nicht weiterfahren. Ohne Autopilot kann ich kein Rennen bestreiten, und wenn ich kein Rennen bestreiten kann, muss ich aufgeben. Das ist die härteste Entscheidung meines Lebens."

Nicht zum ersten Mal scheidet ein Teilnehmer "nur" wegen Problemen mit dem Autopilot aus. In der Regel haben viele Boote ein Backup mit an Bord, manche haben sogar fest installiert zwei Systeme, eben weil ohne ihn nichts geht. An Bord von Gutkowskis Open 60 "Energa", der alten "Hugo Boss" von Alex Thomson, waren ursprünglich zwei Systeme installiert. Ob dies nach dem Verkauf noch der Fall war, blieb unklar.

Fakt ist: Bei dieser Vendée häufen sich die frühen Ausfälle. Normalerweise folgt später in den harten Wetterbedingungen des Southern Oceans eine weitere Welle, sodass zu befürchten ist, dass auch diesmal das Rennen seinem Ruf als Materialkiller gerecht wird. Eine Ausfallquote von rund 50 Prozent ist die Regel. 

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Der Stand des Rennens heute Mittag

Inzwischen müht sich das Feld durch einen diesmal sehr breiten und zähen Kalmengürtel, der viele Boote tagelang im Griff hielt und die Reihenfolge nun schon mehrfach kräftig durcheinanderwirbelte. Nachdem zeitweise Alex Thomson ("Hugo Boss") wie der große Gewinner aussah und bis auf Platz drei vorfuhr, konnten sich vor allem Vincent Riou ("PRB") und Bernard Stamm ("Cheminées Poujoulat") aus der Flaute lösen und wieder vor den Briten rücken.

An der Spitze konnte dagegen Armel Le Cléac’h mit seiner "Banque Populaire" die Führung auf nun rund 40 Seemeilen vor François Gabart ("Macif") ausbauen.

Andreas Fritsch am 21.11.2012

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