Imoca 60 Seaexplorer

Boris Herrmanns virtueller Testschlag zum Geburtstag

Großer Tag für den Wahlhamburger in einem wahrhaft großen Jahr: Heute feiert Boris Herrmann 39. Geburtstag – und überlässt seinem Team den Testschlag in Lorient

Jochen Rieker am 28.05.2020
Erster Testschlag für Boris Herrmanns Imoca 60 "Seaexplorer"
Team Malizia/Seaexplorer

Erster Testschlag für Boris Herrmanns Imoca 60 "Seaexplorer"

Es gibt kaum spannendere Boote auf dem Planeten als einen foilenden Imoca-Renner. Und kaum etwas würde sich ein Skipper weniger entgehen lassen als die erste Ausfahrt nach einem Refit, der fast einem Totalumbau glich.

Erster Testschlag für Boris Herrmanns Imoca 60 "Seaexplorer"

Briefing des Shore- und Segelteams vor der ersten Ausfahrt der "Seaexplorer – Yacht Club de Monaco"

Profiskipper Boris Herrmann aber ließ seinem Team um Boat Captain Stuart McLachlan, Co-Skipper Will Harris sowie  Barcelona-World-Race-Buddy Ryan Breymaier den Vortritt bei der mit durchaus großer Spannung und einiger Nervosität erwarteten ersten Ausfahrt der rundum optimierten "Seaexplorer", der ehemaligen "Malizia".

Als die Crew den mit den eingezogenen neuen Foils zwölf (12!) Meter breiten Boliden um 10 Uhr für den Testschlag in Lorient an der französischen Atlantikküste vorbereitete, wartete der Hamburger daheim am Smartphone auf die ersten Bilder und Whatsapp-Nachrichten, ständig unterbrochen durch Anrufe und Glückwünsche.

Erster Testschlag für Boris Herrmanns Imoca 60 "Seaexplorer"

Kontrolle per Kamera

Im Jahr seiner Vendée-Globe-Premiere, dem bevorstehenden Gipfel einer bisherig schon steilen Hochsee-Karriere, fielen diese beiden kleinen Höhepunkte just heute zusammen: sein 39. Geburtstag und der erste Segeltag des Bootes, das ihn in 70 Tagen einmal um die Erde bringen soll. Dafür wurden die Foils enorm verlängert, der Rumpf verstärkt und die Bordelektronik samt Autopilot noch leistungsfähiger. Die Maßnahmen haben wir in zwei ausführlichen Berichten vorgestellt, zuletzt im großen Interview in der gestern erschienenen YACHT 12

So steckt die "Seaexplorer" nicht nur vollen Technik zur Ermittlung von für die Meeresforschung wichtigen Messwerten. Sie lässt sich dank mehrere An-Bord-Kameras und Lastsensoren auch von unter Deck komplett kontrollieren. Hätte er sich per Live-Schaltung in den Bordrechner einwählen können, wäre Boris gewissermaßen auch in seiner Wohnung mittendrin gewesen im Geschehen. So aber musste er sich mit Screenshots und Handy-Fotos begnügen. 

Erster Testschlag für Boris Herrmanns Imoca 60 "Seaexplorer"

Geburtstag daheim mit Hund "Lilly" und Kuchen

Die Nachrichten von der Biskaya klangen ermutigend: "Alles okay so weit", sagt der Skipper. Obwohl es die Crew locker angehen ließ und das Groß im ersten Reff fuhr, hob der Tragflügel in Lee den abgeflachten Bug rasch aus dem Wasser – "bei nur 26 Prozent Last auf dem Foil", wie Boris gegenüber YACHT online durchkabelte. Da bleiben noch reichlich Reserven für wildere Ritte. 

Dass er sein Zuhause nicht mit dem kargen Cockpit der "Seaexplorer" tauschen mochte, lag übrigens weniger am Geburtstag, jedenfalls nicht seinem eigenen – der Segler und seine Frau Birte erwarten jeden Moment ihr erstes Baby. Bis dahin hat sich Boris eine selbstgewählte Quarantäne verordnet. Er wird wohl erst Mitte/Ende Juni nach Frankreich fahren, um sein Boot eigenhändig zu erproben. Ab 4. Juli steht dann die erste und einzige Vorbereitungsregatta vor der Vendée an.

Alles Gute zum Geburtstag, Boris – und für alles, was sonst noch kommt in diesem Jahr! 

     

Jochen Rieker am 28.05.2020

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