The Ocean Race und Vendée Globe
Boris Herrmann kündigt historischen Doppelschlag an

Das hat es im deutschen Seesegelsport noch nie gegeben: Team Malizia startet in The Ocean Race und Vendée Globe! Die Fünf-Jahres-Kampagne ist finanziert

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 12.05.2021
So sieht einer aus, der viel gewagt und noch mehr gewonnen hat: Deutschlands bekanntester Skipper Boris Herrmann optimistisch auf Kurs Zukunft So sieht einer aus, der viel gewagt und noch mehr gewonnen hat: Deutschlands bekanntester Skipper Boris Herrmann optimistisch auf Kurs Zukunft So sieht einer aus, der viel gewagt und noch mehr gewonnen hat: Deutschlands bekanntester Skipper Boris Herrmann optimistisch auf Kurs Zukunft

Vincent Curutchet So sieht einer aus, der viel gewagt und noch mehr gewonnen hat: Deutschlands bekanntester Skipper Boris Herrmann optimistisch auf Kurs Zukunft

Boris Herrmann lässt den deutschen Segelsport so großformatig träumen wie niemand zuvor. 16 Tage vor seinem 40. Geburtstag am 28. Mai hat der Weltumsegler in Hamburg neue Gipfelstürme auf See angekündigt. Seiner aufsehenerregenden Vendée-Globe-Premiere lässt der Segelprofi einen noch spektakuläreren Doppelschlag folgen: Mit seinem Team Malizia will Herrmann in den kommenden fünf Jahren an zwei der vier wichtigsten Regatten des internationalen Segelsports teilnehmen. Das kündigte er bei einer Online-Pressekonferenz am Mittwochnachmittag an. Gegenüber YACHT online sagte Herrmann im Exklusiv-Interview: "Es ist uns gelungen, unsere Kampagne jetzt für mehrere Jahre auf solide Füße zu stellen. So war es ja nicht immer, und das macht uns glücklich. Wir werden am The Ocean Race 2022/23 und an der Vendée Globe 2024/25 teilnehmen. Wir haben im Team viel Erfahrung, sehen uns damit in einer guten Pole Position."

Jean-Marie Liot Als Dirigent auf dem Wasser und an Land stark: Boris Herrmann in seinem Element

Der Startschuss für Design und Bau ist längst gefallen, die wichtigsten Entscheidungen sind getroffen. Das neue Boot, das in Hamburg registriert sein wird,  ist bereits in Frankreich in Arbeit. Es soll im Juni 2022 fertig werden. Schon für Juli sind dann erste Tests in bretonischen Gewässern und die finale Ausrüstung der Rennyacht geplant. Für das Bootsdesign zeichnet das renommierte Büro VPLP im Zusammenspiel mit Herrmanns Stammteam verantwortlich, das um einige französische Experten gewachsen ist. Gebaut wird die rund 18 Meter lange Imoca-Yacht auf der Werft Multiplast in Vannes. Team Malizias Organisationszentrale bleibt Hamburg, die technische Teambasis Lorient in der Bretagne und der Heimatverein der Yacht Club de Monaco.

Team Malizia/A. Lindlahr Bei aller Freude über die gelungene Arbeit seines Teams steht Boris Herrmann auch vor großen Herausforderungen, denn das Programm ist für die kommenden fünf Jahre eng getaktet und prall gefüllt

Sieben Unternehmen haben sich zur neuen Partner-Familie formiert. Sie tragen Deutschlands bekanntesten Hochsee-Regattasegler und das Team Maliza bei der laut Herrmanns Aussage „gut finanzierten“ Fünf-Jahres-Kampagne unter deutscher Flagge. Neben dem Yacht Club de Monaco, der EFG Bank, Kühne + Nagel, MSC und Hapag Lloyd sitzen künftig auch die Zürich Gruppe Deutschland und Schütz Composites mit Boris Herrmann in einem Boot. Um dieses funktionierende Orchester zusammenzuführen, haben Herrmann und sein Team in den vergangenen drei Monaten fast rund um die Uhr gearbeitet. Die beiden Rennen empfindet Herrmann als "Traumkombination": "Es ist ein Mannschaftsrennen mit Zwischenstopps und ein Nonstop-Solorennen. Damit sind die Rennen komplementär. Jedes ist auf seine Weise sehr faszinierend."

Andreas Lindlahr // www.andreaslindlahr.com Boris Herrmann und sein Team Malizia blicken fünf weiteren aufregenden Jahren mit hochkarätigen Regattaeinsätzen entgegen

Der bereits bekannte Bootsname bleibt: Mit der "Seaexplorer" und ihrer Crew um Skipper Boris Herrmann wird erstmals seit zwei Jahrzehnten wieder ein deutsches Team am führenden Mannschaftsrennen um die Welt teilnehmen. 2001/02 hatte die illbruck Challenge das noch unter dem Namen Volvo Ocean Race ausgetragene Rennen als erstes und bislang einziges deutsches Team gewonnen. Der Startschuss zur 14. Auflage des Meeres-Marathons, der 1973/74 als Whitbread Round the World Race seine Premiere erlebt hatte, fällt im Oktober 2022. Gesegelt wird das The Ocean Race in zwei Klassen. Eine bilden erstmals die Imocas, die im The Ocean Race von vierköpfigen Crews mit mindestens einer Frau gesegelt werden. Zusätzlich ist jeweils ein Anbord-Reporter integriert. Anschließend werden die Imocas bei der zehnten Jubiläumsauflage der Vendée Globe 2024/25 wieder von Solisten im Nonstop-Rennen um die Welt gesegelt. Herrmann wird einer von ihnen sein. Er sagt: "Viel segeln hilft viel. Mit der Teilnahme am The Ocean Race kommt auch die wichtige Erfahrung mit dem Boot in den Südmeeren dazu. Wir bewegen uns im Rahmen eines ambitionierten Zeitplans, haben aber für die Vendée Globe dann den Vorteil des deutlich erweiterten Erfahrungshorizonts."

Der mit Ehefrau Birte Lorenzen-Herrmann und Tochter Marie-Louise in der Hamburger Hafencity lebende Familienvater hat nach seinem vielbeachteten Vendée-Globe-Finale nur gut 100 Tage benötigt, um das bislang größte Regatta-Paket in der Geschichte des deutschen Seesegelsports zu schnüren. "Darüber sind wir sehr glücklich und auch ein bisschen stolz. Es war eine phänomenale Teamleistung!", so Herrmann über die intensive Arbeit seit seinem Zieldurchgang am 28. Januar. Der Fünf-Jahres-Plan des Teams beinhaltet nicht nur die beiden Rennteilnahmen im internationalen Rampenlicht, sondern insgesamt 18 Ein- und Zweihand-Regatten sowie Team-Rennen in 15 Ländern.

Weiter sagte Herrmann wenige Tage vor dem bevorstehenden ersten Familienurlaub in heimischen Gefilden seit fast einem Jahr: "Alle Partner unterstützen unseren Slogan, der auf dem Boot zu lesen sein wird: A Race we must win – ein Rennen, das wir gewinnen müssen!" Damit sind sowohl Herrmanns Bemühungen im Kampf um die Gesundheit der Meere und das mit seiner Frau entwickelte Bildungsprogramm "My Ocean Challenge" als auch die sportlichen Ziele für beide Herausforderungen gemeint. Seine Vendée-Globe-Premiere hatte Herrmann als Fünfter beendet. Beim nächsten Mal will er mehr: "Wir werden alles tun, um in beiden Rennen um den Sieg kämpfen zu können."

Team Malizia Wenn das keine Herausforderung ist: Der Fünf-Jahres-Plan des Teams beinhaltet 18 Regatten in 15 Ländern


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