Vendée Globe

Alex Thomson verliert den Anschluss

Armel Le Cléac'h segelt mit "Banque Populaire VII" in ein anderes Wettersystem. Der Vorsprung wächst auf über 500 Seemeilen an

Andreas Fritsch am 19.12.2016
Vendee Globe 2016 Team Banque Pop VIII PR_8
Yvan Zedda/BPCE

Armel Le Cléac'h: Kurs Kap kurz vor Weihnachten

Tagelang mussten Alex-Thomson-Fans morgens mit Grauen den neuesten Stand des Trackers zur Kenntnis nehmen, jetzt ist der Bruch endgültig vollzogen: Seit dem Wochenende segelt die führende "Banque Populaire VIII" in einem Tiefdrucksystem mit Vollgas in Richtung Kap Hoorn, während Alex Thomson mit seiner "Hugo Boss" in einem Hoch "festhängt". Ständig liegen die Durchschnitts-Speeds des Franzosen vier, fünf oder gar mehr Knoten über denen des Verfolgers. 515 Seemeilen betrug heute Morgen um 9 Uhr der Rückstand. Tendenz: schnell steigend. 

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Die Animation zeigt anschaulich, in welchem Luftstrom welcher Skipper segelt

So dürfte sich Le Cléac'h bis zum Kap einen bequemen Zwei-Tages-Vorsprung heraussegeln. Dennoch gibt es für den Verfolger wenigstens für Dienstag einen kleinen Lichtblick: Das Hoch verzieht sich langsam gen Norden und bringt ihm wieder mehr Wind, der den Speed-Nachteil etwas nivellieren sollte, obwohl Thomson auf Steuerbordbug ohne Foil segeln muss. Zudem könnte der führende Le Cléac'h, der bis kurz vor Kap Hoorn praktisch ideale Bedingungen hat, Ende der Woche mit Gegenwind am Kap konfrontiert werden – aber das ist noch mit vielen Fragezeichen behaftet.

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Stand des Rennens heute Morgen

Erleichtert dürfte Alex Thomson aber registieren, dass seine Verfolger Paul Meilhat ("SMA") und Jérémie Beyou ("Maitre Coq") nicht mehr mit so großen Schritten näherkommen. Rund 800 Meilen liegen sie hinter ihm und steuern auf den Kern eines Tiefs zu, das ihnen entweder wenig Wind oder einen Umweg bescheren dürfte. Mit etwas Glück könnte es klappen, die Verfolger bis zum Kap erst einmal auf Distanz zu halten. 

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Stand des Rennens heute Morgen

Im hinteren Feld humpelt Thomas Ruyant mit seinem nach einer Kollision stark beschädigten "Le Souffle du Nord" mit 6 Knoten Speed in Richtung Neuseeland und sollte mit etwas Glück dort morgen Abend ankommen – gerade rechtzeitig, bevor der nächste 50-Knoten-Sturm aus Westen heranzieht. Sein Landsmann Stéphane Le Diraison ist unter Notrigg nach dem Mastbruch auf dem Weg nach Australien beziehungsweise Tasmanien, wird dafür aber noch einige Tage brauchen.

Andreas Fritsch am 19.12.2016

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