Vendée Globe
Alex, der Supermond und die Doldrums

Für Alex Thomson war es die "leichteste Doldrums-Passage seiner Karriere". Der Brite hat den notorisch flauen Kalengürtel im Flug durchquert

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 16.11.2016

Alex Roura / Vendée Globe Kreativer Beitrag von Bord: Alan Roura und sein Renn-Überblick vom 15. November

Es läuft für Alex Thomson. Der britische "Hugo Boss"-Skipper hat nach seinem furiosen Comeback auch den Kalmengürtel am Äquator in Blitzgeschwindigkeit gemeistert und bereits die Passatwinde erreicht. Zu diesem Zeitpunkt – das weiß er so gut wie seine Konkurrenten – segelt er mit allen Vorteilen auf seiner Seite: "Zu diesem Zeitpunkt werden normalerweise die Reichen immer reicher."

Nachdem der Supermond Menschen in aller Welt begeistert, für schönste Impressionen gesorgt und auch die Vendée-Flotte erhellt hatte, war Thomson mit 18 Knoten Geschwindigkeit als Schnellster der Vendée-Flotte in Richtung Kap der Guten Hoffnung unterwegs. Der zweitplatzierte Armel Le Cleas'h lag mit seiner "Banque Populaire VIII" am Mittwochmorgen rund 62 Seemeilen hinter ihm, hatte seinerseits sieben Seemeilen Vorsprung vor Vincent Rio auf "PRB". Die beiden französischen Thomson-Rivalen segeln ebenfalls bereits in der südlichen Hemisphäre.

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Armel Le Cleas'h / Vendée Globe "Banque Populaire VIII"-Skipper Armel Le Cleas'h zeigt, wie dicht ihm Vincent Riou auf "PRB" permanent auf den Fersen ist

Im Rahmen seines insgesamt gelungenen Auftakts hat Alex Thomson eine neue Bestzeit für die Passage von Les Sables D'Olonne zum Äquator hingelegt. Er war mit 9 Tagen, 7 Stunden und 2 Minuten rund einen Tag und 4 Stunden schneller als Jean Le Cam vor zwölf (!) Jahren. In den südöstlichen Passatwinden um 15 Knoten kann Thomson aktuell Geschwindigkeitsvorteile in ein Seemeilen-Plus umsetzen. Thomson ist der erste britische Skipper, der das Rennen in dieser Anfangsphase anführt.

Arnaud Boissières/Vendée Globe Die Konkurrenz gratuliert: Arnaud Boissières zollt der Leistung von Alex Thomson Respekt

Pechvogel Tanguy De Lamotte musste nach dem Bruch seiner Mastspitze beidrehen und nimmt Kurs auf den Starthafen. Er wird seine zweite Vendée-Globe-Runde nicht vollenden können. Der Franzose hat das Risiko, mit angeknacktem Rigg im Südpolarmeer zu segeln, als zu hoch bewertet. Er hat seinen Reparaturhafen Mindelo wieder verlassen und segelt mit knapp sieben Knoten in Richtung Frankreich zurück.

Probleme mit seinem Autopiloten hat der siebtplatzierte "Maitre CoQ"-Skipper Jérémie Beyou vermeldet, der etwa 150 Seemeilen hinter Thomsen um Anschluss an die Spitzenreiter kämpft. Er vermeldete am Mittwoch kurz nach Tagesanbruch: "Wir segeln mit Kurs auf Brasilien. Da ist eine Front, die uns eine ganze Weile tragen wird. (...) Das Rennen Richtung Recife läuft. Seit wir in die Doldrums gesegelt sind, habe ich große Probleme mit dem Autopiloten. Ich hatte schon auf dem Weg in die Doldrums Probleme mit den ersten beiden. Also musste ich ganz ohne Autopiloten durch die Doldrums. Ich nutze jetzt den dritten Autopiloten, weil die ersten beiden elektronische Probleme hatten... Das war mit 25 Knoten Wind von hinten eine haarige Sache. Zum Glück gab es keine Schäden. Ich muss wirklich eine Lösung finden."


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Themen: Alex ThomsonArmel Le Cleas'hHugo BossVendée GlobeVincent Riou

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