Volvo Ocean Race
Zweite Havarie: Leck auf Team Sanya

Zweiter Tag, zweiter Ausfall: Der Rumpf von „Team Sanya" delaminierte, das Boot machte Wasser und musste den Hafen von Motril anlaufen

  • Dieter Loibner
 • Publiziert am 06.11.2011

IAN ROMAN/Volvo Ocean Race Altes Boot, große Sorgen: Ein delaminierter Rumpf und starker Wassereinbruch auf „Team Sanya" zwangen das chinesische Team, Puerto de Motril anzulaufen

Kurz nach 8.30 Uhr am Sonntag kam der Funkspruch von Aksel Mandahl, dem Navigator des chinesischen Teilnehmers auf „Team Sanya": Das Boot habe einen schweren Schaden am Rumpf erlitten und müsse den nächsten Hafen anlaufen. Das Team sprach von 43 Knoten Wind und mehr als 10 Metern Wellenhöhe zum Zeitpunkt des Vorfalls. Nach dem Mastbruch von „Abu Dhabi" wurde somit in den ersten 24 Stunden der ersten Etappe schon ein Drittel der Flotte außer Gefecht gesetzt.

Paul Todd/Volvo Ocean Race „Team Sanya" musste mit leckem Rumpf zum Boxenstopp. Damit ist zumindest die erste Etappe für das chinesische Team vorbei

„Wir hörten ein Krachen, dachten aber an nichts Schlimmes”, sagte „Sanya"-Skipper Mike Sanderson in einem Interview, nachdem er das Boot und Crew sicher nach Motril gebracht hatte. „Plötzlich bemerkten die Jungs, dass wir im Bugbereich Wasser machen. Im Hafen sahen wir dann, dass auf eine Länge von mehr als zwei Metern das Laminat der Außenhaut im Bereich des Knickspants fehlt.” Tageslicht könne man da von innen sehen, meinte der routinierte Skipper und zweimaliger VOR-Sieger.

Hätte die Tür im wasserdichten Hauptschott dem Druck nicht standgehalten, so Sanderson, wäre das Boot wohl gesunken: „Wir hatten Glück.” Als Ursache vermutet er einen kleinen Schaden durch eine unbemerkte Kollision mit einem Stück Treibgut, der durch das Schlagen des Rumpfes in der rauen See akut wurde. Einen Verletzten gab es auch zu beklagen: Bugmann Andy Meikeljohn brach sich bei einem hektischen Segelwechsel den Fuß, verlautete aus Teamkreisen.

Wie es weitergehen soll, war unmittelbar nach dem Vorfall nicht klar. Sanderson sprach zwar davon, dass man die Regatta nicht aufgeben wolle, sondern versuchen würde, das Boot bis zum In-Port Race in Kapstadt wieder renntauglich hinzubekommen – aber ob dies realistisch ist, werden die nächsten Tage zeigen müssen. Mittlerweile ist der zweite Havarist, „Abu Dhabi Ocean Racing", wieder in Alicante, wo ein neuer Mast gestellt wird, um das Boot so schnell wie möglich wieder auf den Parcours zu schicken.

Beim Positionsreport von Montag, 01.55 Uhr MEZ, lag die neuseeländische „Camper" weiter vorn, gefolgt von „Telefonica", „Groupama" und „Puma". Letztere haben Boden verloren und mehr als 20 Meilen Rückstand auf die Führenden.

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