Volvo Ocean Race
Zweite Etappe, zweiter Teil

Es wurde wieder mal gekrant beim VOR. Denn es steht der Neustart der bizarren zweiten Etappe an, die mit einem Sprint nach Abu Dhabi endet

  • Dieter Loibner
 • Publiziert am 03.01.2012

Ian Roman/Volvo Ocean Race Abladen nach dem Huckepacktransport durch das Piratengebiet und die Straße von Hormus

Der Huckepacktransporter mit den fünf verbliebenen VO-70-Yachten an Deck (Team Sanya repariert noch in Madagaskar) kam also sicher durchs Piratengebiet und die Straße von Hormus. Damit sind die Boote im Persischen Golf eingetroffen, in dem es derzeit vor politischer Spannung ziemlich knistert. Doch trotz aller Rhetorik im Streit um die Atomsanktionen gegen den Iran und der möglichen Vergeltungsmaßnahmen seitens des dortigen Regimes, das behauptet, dieses Seegebiet zu kontrollieren, dürfen die Segler die wohl kurioseste Etappe in der Geschichte des Volvo Ocean Race zu Ende segeln. Der Neustart ist für Mittwoch um 6 Uhr MEZ angesetzt.

Ian Roman/Volvo Ocean Race Bis die Boote in Abu Dhabi eintreffen, ist das Unterhaltungsprogramm breitgefächert. Auch die Luftwaffe zeigt, was sie kann

Knapp 100 Meilen sind es dann noch, und es geht um 20 Prozent der zu vergebenden Punkte. Besonders im Vordergrund wird das Duell Team Telefónica gegen Camper with Emirates Team New Zealand stehen. Die Kiwis werden nämlich alles daran setzen, sich an den Spaniern für die knappe Niederlage im ersten Teilstück zu revanchieren, das ja bekanntlich an unbekannter Stelle irgendwo im Indischen Ozean endete. Ebenfalls motiviert sein wird Abu Dhabi Ocean Racing, die nach dem Mastbruch in der ersten Etappe darauf brennen werden, sich vor heimischem Publikum zu beweisen, denn bisher war dieses Rennen für sie alles andere als erfolgreich verlaufen.

Ian Roman/Volvo Ocean Race Sprung im Bauch: Groupama wird im Unterwasserbereich notdürftig verarztet. Die Kohlefaser-Chirurgie folgt beim Stopover in Abu Dhabi

Auch Franck Cammas und Groupama haben die Scharte eines vierten Platzes im ersten Teil auszuwetzen, doch zunächst musste eilig gekleistert werden, um einen Schaden im Unterwasserbereich des grün-orangen Renners behelfsmäßig zu flicken. „Ein kleiner Sprung”, gab Cammas zu Protokoll. „Ärgerlich, aber wir versuchen, nicht zu sehr daran zu denken. Er wird uns kaum bremsen.”

Ian Roman/Volvo Ocean Race Showtime im Regattadorf von Abu Dhabi

Die Veranstalter wollen aus dieser kabaretthaften Restetappe publizistisches Kapital schlagen. Sie sprechen vom „spannendsten Zielsprint, den es je gab", den die mittlerweile wieder im Wasser befindlichen Yachten vor der Sharjah Küste in Angriff nehmen werden. Dabei wird zuerst ein kurzes Stück hinaus in den Golf gesegelt, bevor die Boote auf einen Kurs parallel zur Küste abfallen. Am Schluss muss eine Bahnmarke gerundet werden, bevor es direkt ins Ziel nach Abu Dhabi geht. Bei vorhergesagten Winden von 25 Knoten sollte dieser lange Raumschotskurs eine kurze und kurzweilige Affäre sein. Die Zielankunft wird zwischen 12 und 13 Uhr MEZ erwartet.

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