Volvo Ocean Race
Zwei reparieren, die anderen segeln

Während Abu Dhabi am Donnerstag neuerlich starten will, hat Sanya die erste Etappe aufgegeben und muss nun die Stichsäge anwerfen

  • Dieter Loibner
 • Publiziert am 07.11.2011

Nick Dana/Abu Dhabi Ocean Racing Alle Mann: Die Reste von Abu Dhabis gebrochenem Mast werden in Alicante von Bord geschafft

In Alicante arbeiten sie wie die Apachen, damit „Kazzam”, der momentan flügellahme Falke aus Abu Dhabi, am Donnerstag wieder auf die Piste kann, um dem Feld hinterherzufliegen. Nicht so schnell wird’s bei Sanya gehen, wo gröbere Kohlefaserchirurgie ansteht. Skipper Mike Sanderson versucht, sich und seinen Mannen Hoffnung zu machen, in Kapstadt wieder zum Feld zu stoßen, doch Experten schätzen, dass die Reparatur zwei bis drei Wochen in Anspruch nehmen könnte. Es ist eine Gratwanderung zwischen dem Ehrgeiz weiterzumachen und der Sorge um die Sicherheit. Was passiert, wenn die Kiste wieder leck wird, womöglich im Südlichen Ozean, Hunderte Meilen  vom nächsten Land entfernt? „Kneifen, Rücksichtslosigkeit oder unprofessionelles Verhalten können und werden wir uns nicht leisten”, erklärte der Neuseeländer.

Team Sanya/Volvo Ocean Race Hautfehler: Die Steuerbordseite des Bugs muss ausgeschnitten und komplett neu einlaminiert werden. Kein leichtes Unterfangen, weil die Zeit mächtig drängt

Unterdessen wird aber auch noch gesegelt. Langsam zwar, weil der Wind Pause hat, aber nichtsdestotrotz konzentriert. Die verbleibenden vier Teams haben sich durch die Straße von Gibraltar hindurchgequetscht, und Franck Cammas, der französische Fuchs, hat mit Groupama alle übertölpelt. Mit seiner Routenwahl, die sich eher an der afrikanischen Küste orientierte, holte er sich zwischendurch die Führung, hat diese aber laut Positionsreport von heute um 05:00 Uhr wieder an die Spanier von Telefonica abgeben müssen, die so wie Puma weiter westlich früher Wind bekommen hatten.

Paul Todd/Volvo Ocean Race Mast neu: Abu Dhabis Ersatzrigg muss beschlagen und angepasst werden, bevor es gestellt werden kann

Die Spazierfahrt Richtung Kanaren soll aber schon demnächst wieder in eine Achterbahnfahrt übergehen, weil die Vorhersage zwei Kaltfronten mit Winden bis zu 30 Knoten prophezeit, was die Boote zum Aufkreuzen zwingen wird, wofür sie aber nicht sonderlich gut geeignet sind.

Yann Riou/Groupama Sailing Team Hydrant an Deck: So war's, und so wird's bald wieder. Zwischendurch hatten Franck Cammas und Kollegen auf Groupama Verschnaufpause – und die Führung erobert

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Raus raus dem rauehen Mittlemeer

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