Volvo Ocean Race
"Wir könnten leicht mit einem U-Boot verwechselt werden"

Bouwe Bekkings holländisches Team Brunel hat im Halsen-Kampf entlang der Eisgrenze die Führung übernommen. Dee Caffaris Mixed-Team bietet den Top-Teams Paroli

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 25.03.2018
Etappe 7, Tag 8 Etappe 7, Tag 8 Etappe 7, Tag 8

VOR Etappe 7, Tag 8

24 Seemeilen Vorsprung vor dem Dongfeng Race Team haben sich die neuen Spitzenreiter zu Beginn des achten Tages der siebten Etappe erkämpft: Bouwe Bekkings Team Brunel hat das Kommando der Flotte auf Kurs Kap Hoorn übernommen. Mit rund 25 und 26 Seemeilen Rückstand folgen auf den Plätzen drei und vier Comeback-Team Vestas 11th Hour Racing und Dee Caffaris Team Turn the Tide on Plastic. Das spanische Team Mapfre – am Samstag noch Spitzenreiter – ist mit mehr als 40 Seemeilen Rückstand auf Rang 5 zurückgefallen. Zehn Seemeilen hinter dem roten Boot lag AkzoNobel am Sonntagmorgen auf Platz 6. Die Rote Laterne des Schlusslichts bleibt im Heck des Teams Sun Hung Kai / Scallywag hängen.

Yann Riou/Volvo Ocean Race Im typischen Grau des Southern Ocean: Team Brunel führt die Flotte im Verdrängungsrennen entlang der Eisgrenze am Sonntagmorgen an

VOR/Screenshot Etappe 7, Tag 8: Die Windprognosen verheißen aktuell viel Druck für die Kap-Hoorn-Passage – das zeigen die dunklen, violetten Einfärbungen

VOR/Screenshot Bouwe Bekkings Team Brunel hat die Führung der Flotte entlang der Eisgrenze übernommen

Die Mannschaften setzen in Winden um 22 Knoten ihre Halsen-Duelle entlang der Eisgrenze fort. 30 bis 40 Knoten Wind erwarten sie nach den letzten Prognosen bei der Annäherung an Kap Hoorn. Die Wettfahrtleitung hat die Eisgrenze rund um die berühmt-berüchtigte Landmarke und den größten Schiffsfriedhof der Welt geöffnet, sodass die Boote dort weiter südlich segeln können. "Das ist ein Glück für uns", sagte Bouwe Bekking, "denn so müssen wir dort nicht so viele Halsen absolvieren."

Riou/VOR Team Brunel führt die Flotte auf Kurs Kap Hoorn an

Martin Keruzore/VOR Ein kurzer Moment der Ruhe für Vestas-Seglerin Hannah Diamond

Wie sich das Segeln im Südpolarmeer für die Männer und Frauen anfühlt, beschrieb Turn-the Tide-on-Plastic-Skipperin Dee Caffari in ihrem letzten Blog von Bord: "Die Bedingungen sind vor allem nass! Wenn du unter Deck bist, tropft es permanent von oben. In den Bilgen schwimmt alles. Wenn du an Deck bist, hast du in den Wasserströmen, die übers Deck schießen, schon Probleme, die Instrumenten-Anzeigen am Mast überhaupt zu sehen. Wir könnten hier draußen sehr leicht mit einem U-Boot verwechselt werden."

Zur navigatorisch anspruchsvollen Aufgabe, Kap Hoorn entlang der Eisgrenze entgegenzusegeln, notierte Caffari bereits am Samstag: "Wir haben Wind aus Westen und eine Eisgrenze im Süden von uns. In diesem Rahmen versuchen wir, so schnell wie möglich nach Osten zu kommen. Je weiter südlich du segelst, je kürzer ist die Distanz, und je mehr Gewinne kannst du machen. Aber je weiter südlich du segelst, je höher ist auch der Wellengang, und je mehr Halsen musst du absolvieren. Wir versuchen, alle diese Gedanken in den aktuell vorherrschenden stärkeren Winden gegeneinander abzuwägen. Wenn wir morgen noch stehen, dann haben wir es gut hinbekommen." Caffaris junges Mixed-Team hat die Herausforderungen im Südpolarmeer erneut gut gemeistert, bietet den Top-Teams in anspruchsvollsten Bedingungen stark Paroli.

Sir Peter Blake, Grant Dalton, Sieger der ersten Whitbread-Auflage und weitere prominente Teilnehmer erinnern sich an ihre Erlebnisse im Southern Ocean


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