Volvo Ocean Race
Von einem Extrem ins andere

Das Flautengeplänkel in der Straße von Malakka ist vorbei. Jetzt geht’s auf die Kreuz nach China, es frischt auf und wird wohl ungemütlich

  • Dieter Loibner
 • Publiziert am 31.01.2012

Diego Fructuoso/Team Telefonica Auf Tuchfühlung: Nach einer Woche auf See waren die führenden Boote so eng beisammen, wie bei einer Klubregatta am Luv-Faß

Raus aus dem Verkehr und dem Abfall der Straße von Malakka, und hinein in den Monsun der Südchinesischen See. Nach den flauen Tagen und teilweise dichtem Stoßverkehr in den Gewässern vor Singapur prophezeit Wetterfrosch Gonzalo Infante demnächst eine härtere Gangart: „Es wird sehr rau mit stürmischen Winden und einer ruppigen See, die sich aufbaut. Die Segler werden vom Gas gehen müssen, um Schäden zu vermeiden. Hier kann viel passieren.” Doch bevor die Brechstange herausgekramt wird, noch ein Blick zurück:

Am Schluss der gefürchteten Straße von Malakka waren teilweise nur ein paar Meter zwischen Telefonica und Groupama und zwischen Abu Dhabi und Camper. Sie hätten sich gegenseitig das Bier zuwerfen können, doch nichts von alledem geschah. Es wurde gedeckt, geluft und gelauert. Die Spanier am blauen Boot behielten die Nerven und die Führung auf dem Schlag Richtung Borneo. Telefonica soll auf der Kreuz leichte Speedvorteile gegenüber Groupama haben, doch Franck Cammas, der französische Skipper, blieb optimisitsch. „Bergauf ist nicht gerade unsere Stärke, aber wir sind besser geworden.”  Beim Positionsreport von 04:00 Uhr MEZ hatten sich sowohl Groupama als auch Puma mit einer frühen Wende nach Norden an Telefonica vorbeigehantelt. Wie lange diese Freude dauern wird, ist offen.

Yann Riou/Groupama Sailing Team Lichterschein am Horizont: So präsentiertze sich den Seglern Singapur bei Nacht

Puma war zuvor schon mal ganz dicht dran am Führungsduo, wurde aber in der Straße von Singapur durch ein herrenloses und unmarkiertes Fischernetz gestoppt, das sich um die Anhänge gewicklet hatte. Nach einer Stunde Zwangspause war das Netz dann ab und der Wind eingeschlafen. Hilflos musten Ken Read und Kollegen zusehen, wie die einen vorne wegfuhren und die anderen von hinten aufkamen. Abu Dhabi ging dabei wiederholte Male an Camper vorbei, doch die schnellen Neuseeländer antworteten in diesem Ping-Pong-Match immer wieder prompt und liegen im Moment auf Platz 4. Nur Sanya ist eine Bank. Die sind abgeschlagen Letzte und werden es voraussichtlich auch bleiben. „Enttäuschend”, kommentierte Skipper Mike Sanderson. „Ich wär’ schon glücklich, wenn wir nicht weiter zurückfallen.”

Yann Riou/Groupama Sailing Team Tonnage siegt: Starker Verkehr durch Berufsschiffahrt und kleine Fischerboote behinderte das Vorankommen der Boote immer wieder

Es sind noch fast 1.000 Meilen bis Sanya, das die ersten so um den 4. Februar erreichen sollten. Vorausgesetzt, sie vermeiden gröberen Bruch.

Viel Verkehr vor Singapur

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