Volvo Ocean Race
Telefonica macht den Sack zu

Ohne bis zum bitteren Ende volles Risiko gehen zu müssen, sichert sich das spanische Telefonica-Team den Etappensieg in Kapstadt

  • Dieter Loibner
 • Publiziert am 27.11.2011

IAN ROMAN/Volvo Ocean Race Der verdiente Sieg von Team Telefonica wird am Zielort ausgiebig gefeiert

Südafrika ist ein guter Boden für den spanischen Sport. Letztes Jahr gewannen hier die Fußballer von der iberischen Halbinsel erstmals die WM, und nun holte sichTelefonica im Schatten des Tafelbergs die erste Etappe im aktuellen Volvo Ocean Race. Kurz nach 19 Uhr MEZ, nach 21 Tagen, 5 Stunden und 14 Minuten auf See, kämpften sich Skipper Iker Martínez  und seine zehnköpfige Telefonica-Crew am Samstag bei Starkwind und kabbeliger Welle in den Hafen.

Maria Muiña/Team Telefonica Telefonica hurtig auf dem Weg ins Ziel

„Wir hatten absolut keine Probleme auf diesem Abschnitt", sagteTelefonicas Navigator Andrew Cape.„Schön, wieder auf dem Trockenen zu sein. Es war nass und kalt, aber schön da draußen. Ein Drink wäre jetzt natürlich nett. Der Rest des Rennens wird sicher eng. Unser Motto: eine Etappe nach der anderen."

Diego Fructoso/Team Telefonica Harte Meter bis zum Schluss: Vor dem Ziel in Kapstadt blies es mit bis zu Windstärke 8

Das Teilstück war nominell mit 6.500 Meilen das zweitlängste des Rennens, und die Siegerzeit von 21 Tagen  und fünf Stunden bedeutete einen Schnitt von etwa 309 nautischen Meilen pro Tag. In dem durch Ausfälle stark dezimierten Feld waren die Spanier nicht nur schnell, sondern auch smart gesegelt und hatten auch ein bisschen Glück, denn ihr Boot blieb heil. Den Siegern werden dafür 31 Punkte gutgeschrieben, womit Telefonica nach dem In-Port Race in Alicante die Führung in der Gesamtwertung übernimmt.

Hamish Hooper/CAMPER ETNZ/VOR Zweite und doch Schnellste: Team Camper hat mit 552 Meilen vorerst das Top-Etmal vorgelegt

Das beste Etmal hält die neuseeländische Camper mit 552 Meilen, die allerdings mehr als 200 Meilen hinter Telefonica auf dem zweiten Platz lag. Ungefährdet, denn die französische Groupama, die sich mit der östlichen Routenwahl zu Beginn der Etappe verspekuliert hatte, verpasste am Schluss das Tiefdruckgebiet, mit dem Telefonica und Camper quer über den Südatlantik rasten und handelte sich damit einen Rückstand von mehr als 800 Meilen ein.

Paul Todd/Volvo Ocean Race Obligat: Sektdusche nach Zielankunft

Während die Boys von Telefonica mit den quäkenden Vuvuzela-Trompeten  im Ziel willkommen geheißen wurden und Camper und Groupama die Etappe fertigsegeln, rückt das Wettrennen der drei Havaristen in den Blickpunkt, weil es zwei Fragen beantworten muss: Werden alle beim Start zur zweiten Etappe  am 11. Dezember pünktlich antreten können, und wie konkurrenzfähig sind die reparierte Boote dann?

IAN ROMAN/Volvo Ocean Race Bug fertig: Team Sanya wartet auf das Boot, das per Frachter geliefert wird, dann wird die Bugsektion ausgetauscht, die vor Ort laminiert wurde

Die entmastete Puma hat auf der Insel Tristan da Cunha festgemacht und wartet  auf den Weitertransport nach Kapstadt per Frachter, um dort in aller Eile das Reserverigg für die zweite Etappe gestellt zu bekommen. Das beschädigte Boot von Team Sanya war ebenfalls auf dem Weg dorthin und wird in den nächsten Tagen den neuen Bug erhalten, der von den Bootsbauern schon vorgefertigt wurde. Abu Dhabi, das Team, das nach Mastbruch am allerersten Tag des Rennens anfänglich noch versuchte, mit Ersatzrigg weiterzusegeln, sich aber wegen Windmangels und zwecks gründlicherer Fehleranalyse doch zur Aufgabe entschloss, soll mit überarbeitetem Ersatzrigg wieder an den Start gehen.

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