Volvo Ocean Race
Telefonica bekommt Pause verordnet

Während es wieder kälter und windiger wird, nimmt das spanische Team in Ushuaia eine Auszeit, um einen Schaden im Bugbereich zu reparieren

  • Dieter Loibner
 • Publiziert am 28.03.2012

Fructoso Nass und kalt ist es an Bord der Telefonica

Eingehüllt in schweres Ölzeug und dicke Unterwäsche, tauchen die Teams von Groupama und Puma entlang der Treibeisgrenze weiter nach Süden ab, um den Weg nach Kap Hoorn abzukürzen. Der Abstand beträgt derzeit rund 50 Meilen, was allerdings akademisch ist, denn dahinter kommt lange nichts. Sie können das Tempo dosieren und besseres Wetter abwarten, bevor sie ihre Boote wieder rannehmen.

Telefonica, nun schon fast 400 Meilen achteraus, muss auch einen Umweg fahren, weil im argentinischen Kap-Dorf Ushuaia der Kleister angerührt wird, um einen Schaden im Bugbereich zu reparieren. Kalt und feucht, wie’s an Bord ist, kann das Epoxid nicht richtig aushärten, womit die Behelfsreparatur nicht stark genug ist, und für Kap Hoorn schon gar nicht. Man habe, so Skipper Iker Martinez, die delaminierte Stelle gegen das Deck hin verstärkt, doch das Problem sei, dass nichts recht trocknen könne, weshalb die Stelle immer wieder aufgehe: „Im Hafen ist so eine Reparatur ein Kinderspiel, aber hier draußen in der Kälte auf See ist es ziemlich knifflig.”  Ähnliches hat Camper vor, die fast schon schleichenden Schrittes Richtung Chile unterwegs ist und unterwegs offenbar auch ein wenig fischt, um dort das Bodenpersonal zu treffen, das einen mittleren Eingriff durch die Kohlefaserchirurgen vorbereitet.

Diego Fructoso/Team Telefonica Kleistermann: Pepe Ribes mischt die Klebemasse

So wie die Dinge sich entwickeln, könnte der erste Havarist der Etappe, Abu Dhabi, der den scheinbar obligatorischen Schottbruch schon ganz am Anfang abgehakt und repariert hatte, zügig von hinten aufs Podest segeln, vorausgesetzt, der Untersatz hält und Telefonica muss länger parken. Im Moment fehlen noch etwa 1000 Meilen, das wären zwei bis drei Segeltage bei ordentlich Schiebewind.

Sanya ist unterdessen am neuseeländischen Verladebahnhof Tauranga angekommen und reist heute noch per Frachter weiter nach Savannah in den USA, wo das Boot für die übernächste Etappe in Schuss gebracht werden muss. Demnach werden Mike Sanderson und Kollegen erst wieder zum In-Port Race in Miami einsatzbereit sein. Offiziell startet damit Etappe 7, doch Sanya hat bisher, wenn man scharf nachrechnet, genau ein Teilstück, nämlich das vierte, aus eigener Kraft und ohne Reparaturstopp absolviert.

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