Volvo Ocean Race
Team Brunel ringt mit den roten Booten

Das Szenario könnte spannender kaum sein: Das Trio, das im Endspurt des Volvo Ocean Race um den Gesamtsieg kämpft, liegt auch zum Auftakt von Etappe 10 vorn

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 11.06.2018
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Volvo Ocean Race Etappe 10, Auftakt

Einen Tag und knapp eine Stunde war die Flotte am Montagabend unterwegs, als Team Brunel in Führung lag und darum kämpfte, die dicht dahinter positionierten beiden roten Boote von Dongfeng und Mapfre in Schach zu halten. Wie schon beim Start hatten die Teams auch nach der Passage des Fastnet Rock weiter mit quälend leichten Sommerwinden zu kämpfen. Brunels gelbes Boot war gegen 18 Uhr nur noch mit einem knappen Knoten Bootsgeschwindigkeit vorangekommen, während Dongfeng dahinter wieder etwas mehr Fahrt machte. Die drei Top-Teams lagen keine Seemeile auseinander. Ebenfalls in Sichtkontakt und mit wechselnden Positionen segelten Vestas 11th Hour, Team AkzoNobel und Dee Caffaris Team Turn the Tide on Plastic noch binnen einer Seemeile zu Spitzenreiter Brunel.

Volvo Ocean Race Flaues Sommer-Segelvergnügen für die Teams im Volvo Ocean Race. Etappe 10 hat in Zeitlupe begonnen

Screenshot/Volvo Ocean Race Die Zwischenstände von Montagabend, gegen 18 Uhr. Die Positionen der Yachten wechseln in der Flaute schnell…

Zur "Happy Hour" am Fastnet Rock, wie Dongfengs Steuerfrau und Trimmerin Carolijn Brouwer es heiter beschrieb, hatte ihr Team die Flotte noch angeführt. Dort waren alle Boote fast gleichzeitig eingetroffen. Lediglich David Witts Crew Sun Hung Kai / Scallywag hatte sich bereits einen Rückstand von knapp 50, zwischenzeitlich sogar bis zu 80 Seemeilen eingefangen, weil sie ein "Tidentor" verpasst hatte und in der vergangenen Nacht ankern musste. Inzwischen erfreuten sich die "Scallywags" bei der Aufholjagd immerhin wieder an 13 Knoten Speed, während die davongeeilten Konkurrenten allesamt um Irlands Südwestzipfel krochen.

Volvo Ocean Race Nachdenkliche Gesichter an Bord von Vestas 11th Hour Racing. Die Flaute bereitet vor allem den Navigatoren Kopfzerbrechen

Auf Höhe des berühmt-berüchtigten Fastnet-Felsens, der Seglern schon so oft ruppige Bedingungen beschert hat, hatte Brunels Anbord-Reporter Sam Greenfield geschrieben: "Der Fastnet Rock ist in Sicht. Wie auch der Rest der Flotte (abgesehen von Scally). 6 Knoten TWS und 6,5 Knoten Bootsgeschwindigkeit. Die irische Küstenlinie ist wunderschön! Am frühen Morgen hat uns heute mit 'Gitana' der foilende 100-Fußer einen Besuch abgestattet. Falls Yann und Thomas (frühere Brunel-Crew-Mitglieder) an Bord waren, dann lässt das Team grüßen!" Eine Stunde zuvor hatte Bouwe Bekking seine ersten Zeilen auf dieser Etappe übermittelt: "Wir können Irland jetzt sehen, und der Wind nimmt ab. Die Boote hinter uns werden aufholen. Wie auch wir auf Dongfeng."

Volvo Ocean Race Fastnet-Parade: Als hätten sie sich verabredet und würden nicht um jeden Meter miteinander kämpfen, segelt die Flotte dem berühmten Felsen entgegen

Volvo Ocean Race Der Auftakt zur 10. Etappe liefert den Navigatoren wie hier Team Brunels Andrew Cape reichlich Stoff zum Grübeln

Letztere Prophezeiung war schon wenig später eingetroffen: Brunel übernahm die Führung von Dongfeng, wird aber nun selbst wieder von hinten bedrängt. Die Positionen wechseln in den flauen Bedingungen ständig. Das wird sich erst ändern, wenn der Druck wieder zunimmt.

Volvo Ocean Race Mehrere Teams haben in den sehr leichten Winden ständig Männer oder Frauen im Mast. Dort halten sie nach Wind und der Konkurrenz Ausschau

"Diese Etappe ist kompliziert", erklärte "Turn the Tide on Plastic"-Skipperin Dee Caffari, "auf beiden Seiten viel Land, viele Gezeitentore, dazu einige Ölbohrinseln und Windparks. Es kommen anstrengende Zeiten auf die Navigatoren zu. Insbesondere, da wir die ganze Zeit über Sichtkontakt mit dem Rest der Flotte haben werden. Es ist reichlich was los."

Hier geht es zum Tracker und den Zwischenständen

So war der Start am Sonntag verlaufen. Inzwischen hat die Flotte Fastet Rock passiert


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