Volvo Ocean Race
Stanjeks Traum vom Ocean Race geplatzt

Skipper Bouwe Bekking setzt doch auf erfahrene Kräfte: Weder Robert Stanjek noch Pieter-Jan Postma erhalten den letzten Platz im Team Brunel

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 27.05.2014

Team Brunel Photos Trainiert, gekämpft, gehofft: Robert Stanjeks Traum von der Teilnahme am Volvo Ocean Race ist geplatzt

Die Enttäuschung durchfuhr Robert Stanjek im ersten Moment wie ein heißes Messer ein volles Butterfass: aus, sein Traum von der Teilnahme am Volvo Ocean Race! Team Brunels Skipper Bouwe Bekking hat sich bei der Besetzung des letzten freien Jobs in seiner Segelmannschaft für das bekannteste Crew-Rennen um die Welt völlig überraschend weder für den Berliner Olympia-Sechsten noch für seinen Rivalen, den holländischen Olympia-Vierten Pieter-Jan Postma entschieden.

Sander van der Borch / Team Brunel Das holländische Team Brunel startet ohne Stanjek, aber mit dessen guten Wünschen ins Volvo Ocean Race

Stattdessen will Bekking doch lieber einen erfahrenen und bereits siegreichen Weltumsegler ins Brunel-Boot holen. "Ich kann Bouwes Entscheidung nachvollziehen, auch wenn es mir schwerfällt", sagte Stanjek YACHT online nach dem Telefonat mit Bekking, "aber ich bin natürlich enttäuscht, denn ich habe in den letzten Monaten viel Kraft, Arbeit und Zeit in diese Herausforderung gesteckt. Es war eine sehr gute Zeit, in der ich mit einem herausragenden Team arbeiten durfte und viel gelernt habe. Nun drücke ich dieser Mannschaft beide Daumen für das Rennen. Meinen eigenen Weg im Profisegelsport gehe ich mit der gleichen Kraft und vermutlich als besserer Segler weiter."

Team Brunel Photos Lange Zeit deutete einiges auf die Wahl Stanjeks hin, der von Bekking immer wieder gelobt wurde. Doch dann überraschte Bekking mit einer unerwarteten Entscheidung

Mit der unerwarteten Entscheidung Bekkings fand das so lange heraufbeschworene Fernduell zwischen Stanjek und Postma um den letzten noch freien Platz im Team Brunel ein ernüchterndes Ende. Ob es jemals ein echtes Duell war, weiß nur der Skipper selbst. Doch sowohl Stanjek als auch Postma haben die Entscheidung akzeptiert. Stanjek weiß: "Uns fehlt die Erfahrung eines Rennens um die Welt, und natürlich werden wir bei der Ü-30-Auswahl mit allen verfügbaren Kräften auf dem Markt verglichen. Die Erfahrung kann man sich ja nicht schnitzen, man muss sie erwerben. Das hätte ich sehr gerne getan, aber es sollte dieses Mal noch nicht sein."

Schon in dieser Woche will der ehemalige Starbootsegler Stanjek an seine in den vergangenen beiden Jahren gesammelten Hochseeerfahrungen, erste Erfolge wie dem Swan-60-Klassensieg im Fastnet Race 2013 oder Platz zwei im Nord Stream Race 2012 und die intensive Lehrzeit im Team Brunel anknüpfen. "Ich starte in der kommenden Woche zum dritten Mal mit Tim Krögers Team Europe in das Nord Stream Race und freue mich sehr, dass ich den Schalter von Training auf Wettkampf umlegen darf." Das Rennen führt sechs Swan-60-Teams von Sankt Petersburg über Helsinki nach Warnemünde, wo für die großen Schwäne nach ihrem Zieldurchgang am Pfingstwochenende noch einige Schaurennen geplant sind.

Sander van der Borch / Team Brunel Das Volvo Ocean Race startet nach einem Hafenrennen in Alicante am 4. Oktober sieben Tage später voraussichtlich ohne einen einzigen deutschen Teilnehmer, was die Fans hierzulande schwer enttäuschen dürfte


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Themen: Bouwe BekkingNord Stream RacePieter-Jan PostmaRobert StanjekTim KrögerVolvo Ocean Race

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