Volvo Ocean Race
Segelkrimi im Südatlantik

Das neue One-Design-Konzept hat im Volvo Ocean Race einen atemlosen Segelkrimi entfesselt: Bug an Bug rasen die Spitzenreiter gen Südost

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert vor 7 Jahren

Brian Carlin/Team Vestas Wind/VOR Bild von Bord von Vestas Wind: Am Horizont kommt Abu Dhabi Ocean Racing in Sicht – nach 19 Tagen auf See!

Ist das spannend! Fast Bug an Bug rasen die Spitzenreiter auf der ersten Etappe im Volvo Ocean Race den Südatlantik hinunter! Nach 19 Tagen auf See trennten das führende Team Abu Dhabi Ocean Race und das holländische Team Brunel am Donnerstagmittag nur zwei Seemeilen! Die Flotte wird in der kommenden Woche im ersten Etappenhafen Kapstadt erwartet. Alles deutet auf ein kriminal spannendes Finale hin.

VOR Bug-an-Bug-Rennen im Südatlantik: Die Spitzenreiter haben nach 19 Tagen auf See Sichtkontakt!

Während der Rückstand der SCA-Frauen inzwischen auf 334 Seemeilen angewachsen war und auch Mapfre mit 218 Seemeilen der Anschluss ans Hauptfeld noch nicht nicht wieder hergestellt hatte, lagen die anderen fünf Boote zu Beginn der letzten Etappenwoche insgesamt nicht mehr als 64 Seemeilen auseinander. Die ersten drei Boote inklusive Vestas Wind trennten nicht mehr als sechs Seemeilen. Fast genau zwei Drittel der mit 6.487 Seemeilen zweitlängsten Etappe des Rennens um die Welt sind absolviert. Das letzte Drittel läuft!

Brian Carlin/Team Vestas Wind/VOR Erkenntnis im Team Vestas Wind: Wir liegen gut im Rennen. Die anderen Top-Boote leider auch …

Brian Carlin, Anbord-Reporter im Team Vestas Wind, beschrieb am Morgen ausführlich, wie dicht die Spitzenreiter wieder zusammengerückt sind: "Die führenden Boote und auch wir selbst warten geduldig oder auch nicht so geduldig auf den Linksdreher. Dieser Lift wird uns das Halsen nach Süd ermöglichen. Dadurch wird das Rendezvouz mit einer amtlichen Front möglich, die uns nach Osten in Richtung unseres nächsten Hafens drücken wird. Wir haben viele Möglichkeiten. Chris und Wouter diskutieren und diskutieren gerade wieder einmal detailliert jede Möglichkeit. Ich finde es anstrengend, auf das Ergebnis ihrer Diskussionen zu warten ... Aber es ist auch aufregend. Wir haben das Potenzial, sogar als Führende hervorzugehen, mindestens aber die Lücke zu Abu Dhabi und Brunel zu schließen. Es ist lustig: Normalerweise beginne ich mit dem Schreiben meiner Blogs am Morgen und beende sie am Abend, damit ich keine Tagesereignisse verpasse. Nun ist gerade etwas wirklich Witziges passiert: Um 18.42 Uhr Ortszeit ist etwa drei Seemeilen vor uns ein Boot aufgekreuzt, das wir seit den Kanarischen Inseln nicht mehr gesehen haben: Es ist Abu Dhabi! Wow, das bedeutet eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute ist, dass wir uns am richtigen Ort des Rennkurses befinden. Die schlechte ist, dass die anderen führenden Boote auch hier sind. Wir nehmen an, dass Brunel nicht weit entfernt ist. Das ist der Beweis für die Güte der neuen Einheitsklasse. Nur drei Seemeilen Differenz nach 19 Tagen auf See! Nun werden die kommenden Tage sicher enorm aufregend verlaufen …"

Brian Carlin/Team Vestas Wind/VOR Arbeitsplatz mit Aussicht – neuerdings geraten auch die Gegner wieder ins Bild

Nicht wesentlich anders schilderte Abu Dhabis Anbord-Reporter Matt Knighton das Szenario: "Während die Sonne über dem Südatlantik langsam untergeht, können wir vom Steuerstand von Abu Dhabi Ocean Racing ein leuchtend weißes Segel sehen, das von Minute zu Minute größer wird. Nach mehr als fünf Tagen ohne jeden Sichtkontakt zu anderen Booten hat Team Vestas Wind heute mit etwa drei Seemeilen Rückstand unser Heckwasser gekreuzt. Man möchte denken, dass uns die Tatsache, ein anderes Boot zu sehen nach 19 Tagen auf See und Tausende Seemeilen entfernt von Land überrascht. Um ehrlich zu sein: Wir sind es nicht. Der Schock darüber, wie eng es in der neuen Einheitsklasse zugeht, den haben wir schon einigermaßen verarbeitet. Nach dem Kampf entlang der afrikanischen Küste verblüfft es uns nicht mehr sonderlich, dass da ein oder sogar zwei Segel über eine sehr, sehr lange Zeit mit dir Schritt halten können."


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Themen: Abu Dhabi Ocean RacingKapstadtSouthern OceanSüdpolarmeerTeam BrunelTeam Vestas WindVO65Volvo Ocean Race

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