Volvo Ocean Race
SCA-Frauen im Speedrausch

Kurz nach dem Bergfest der ersten Etappe haben die SCA-Frauen die Rote Laterne des Schlusslichts an das spanische Team Mapfre angegeben

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 26.10.2014

Halloran/SCA/VOR Die Strapazen der ersten zwei Wochen stehen den SCA-Frauen ins Gesicht geschrieben

Nach fast 15 Tagen auf See rasten die SCA-Frauen am Sonntagmorgen mit einer aktuellen Durchschnittsgeschwindigkeit von 18,8 Knoten am schnellsten in Richtung Süden. Ihr Motivationsschub: Das Team um Skipperin Sam Davies hatte über Nacht die spanische Mapfre-Crew hinter sich gelassen und die Rote Laterne des Schlusslichts an die Männer um Skipper Iker Martinez abgegeben. Die hatten sich für einen sehr küstennahen Kurs entschieden und dafür teuer bezahlt. Grund für langanhaltende Zufriedenheit im SCA-Team lieferte dieser kleine Etappenerfolg allerdings nicht, denn der Rückstand der Verfolger auf die Spitzenreiter Abu Dhabi Ocean Racing und Team Brunel war wieder auf über 140 Seemeilen angewachsen. Mit 55 Seemeilen Abstand auf Ian Walkers Team aus Abu Dhabi hatte das dänische Team Vestas Wind seinen dritten Platz souverän verteidigt und dabei das beste 24-Stunden-Etmal der Flotte noch einmal auf 419 Seemeilen hochgeschraubt.

Amory Ross/Alvimedica/VOR Nachtschicht an Bord von Alvimedica

Mehrere Teams meldeten von Bord, dass sie erstmals seit dem Start in Alicante in einem einigermaßen regelmäßigen Wachrhythmus operieren. Die ersten zwei Wochen hatten den Mannschaften aufgrund der teilweise stattfindenden Kopf-an-Kopf-Rennen immer wieder Sondereinsätze abgefordert. Vor den sieben Crews liegt aber bereits die nächste große Herausforderung: das St.-Helena-Hoch, das sich wie eine riesige Qualle in Form und Ausdehnung ständig verändert und in der Vergangenheit schon oft maßgeblichen Einfluss auf die Platzierungen auf dieser ersten Etappe hatte. Das Hoch blockiert den Weg der Boote nach Kapstadt. Insbesondere die Navigatoren müssen sich nun Gedanken darüber machen, ob es für sie möglicherweise ein Durchkommen ohne große Flautenstopps geben kann oder ob sie den längeren, aber sichereren Weg um das Hoch herum wählen. Eine Option der Navigatoren besteht darin, einen südlicheren Kurs zu wählen und sich in ein kleines Tiefdruckgebiet einzuklinken, das sich gerade vor Rio de Janeiro bildet. Auf diesem Kurs wären zwar mehr Seemeilen zu absolvieren, doch er bietet die Chance, mit dem Tiefdruckgebiet schneller ostwärts zu gelangen.

Brian Carlin/Vestas Wind/VOR Auch in der Navigationsecke von Team Vestas Wind wird über die optimale Ansteuerung von Kapstadt gegrübelt

Amory Ross/Alvimedica/VOR Die Navigatoren sind – wie hier an Bord von Alvimedica – im Umgang mit dem St.-Helena-Hoch gefordert

Während die Flotte auf der mit 6.487 Seemeilen zweitlängsten Etappe des Rennens um die Welt noch etwa eine Woche auf See ist, bereitet sich der erste Etappenhafen Kapstadt auf die Ankunft der Segler vor. Das Race Village wird am 1. November eröffnet. Die Heimat von fast vier Millionen Menschen liegt etwas nördlich vom Kap der Guten Hoffnung und markiert einmal mehr den ersten Zwischenstop der bekanntesten Segelregatta um die Welt.

Amory Ross/Alvimedica/VOR Nasser Job im Volvo Ocean Race: das Vorschiff


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Themen: Abu Dhabi Ocean RacingKapstadtMapfreSCASt.-Helena-HochTeam BrunelVolvo Ocean Race

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