Kapstadt-Rio-Regatta
Rekord unter deutscher Beteiligung

Giovanni Soldini und Boris Herrmann haben mit "Maserati" die 14 Jahre alte Bestmarke des 3300-Seemeilen-Hochsee-Klassikers geknackt

  • Lasse Johannsen
 • Publiziert am 15.01.2014

Maserati "Maserati" auf Rekordkurs beim Kapstadt-Rio-Rennen

Nach dramatischen Szenen – Wind in Sturmstärke kostete einen Regattateilnehmer das Leben – lief mit "Maserati" heute um 00.29 Uhr deutscher Zeit die erste von 25 Teilnehmeryachten am Hochseerennen von Kapstadt nach Rio de Janeiro in den Zielhafen am Zuckerhut ein. Für den 3300 Seemeilen langen Klassiker benötigten Skipper Giovanni Soldini und seine Crew mit dem Oldenburger Boris Herrmann 10 Tage, 11 Stunden, 29 Minuten und 57 Sekunden. Damit knackten sie eine 14 Jahre alte Bestzeit. Es war das erklärte Ziel der Offshore-Profis, einen neuen Geschwindigkeitsrekord aufzustellen. Dass es aber so deutlich vor dem Feld und gleich mehr als zwei Tage schneller als bei der letzten Rekordfahrt über die Ziellinie gehen würde, dürfte auch die Profis überrascht haben.

Team Maserati Die glücklichen Rekordjäger auf der "Maserati"

Giovanni Soldini schrieb von Bord: "In diesem Jahr hat Maserati fast alle Meere der Welt durchsegelt. Den Anfang machte der Atlantik, dann der Pazifik, Hawaii und die Philippinen, das Südchinesische Meer, Hongkong, Singapur, Sumatra, Java, der Indische Ozean und schließlich Kapstadt, wo wir die Segel gesetzt haben, um an diesem großartigen Rennen teilzunehmen." Kurz vor dem Zielhafen, der künftigen Olympiastadt Rio de Janeiro, sagte Soldini: "Nun müssen wir nur noch diese letzten paar Meilen schaffen, die uns von Rio trennen, vom Sieg und dem Rekord. Es scheint mir eine schöne Art zu sein, diese Runde um die Welt zu feiern, die heute endet."

Rekord von historischer Dimension

Das Kapstadt-Rio-Rennen wurde 1971 zum ersten Mal gestartet und genoss von Anfang an hohe internationale Aufmerksamkeit. Die Crew-Liste der 69 Teilnehmeryachten von damals liest sich wie das Who’s who des internationalen Segelsports. Von Robin Knox-Johnston bis Eric Tabarly war alles dabei, was Rang und Namen hatte. Die schnellste Yacht benötigte 26 Tage und 14 Stunden für die Überquerung des Südatlantiks.

Die zweite Auflage erfolgte im Jahr 1973 und ging in die Geschichte ein, nachdem bekannt wurde, dass der 72-Jährige Kees Bruynzeel nach einem Herzinfarkt gegen ärztlichen Rat mit seiner "Stormy" gestartet war. Immerhin hatte er seine Krankenschwester mit an Bord.

Das nächste Rennen im Jahr 1976 steht für die Rekordbeteiligung von 126 Yachten. Grund für diesen Erfolg war die Einbindung in das "Gauloises-Dreieck", einer Regattaserie, die mit einem Rennen vom französischen St. Malo nach Kapstadt begann und nach Kapstadt-Rio mit einem weiteren Rennen nach Portsmouth in England abschloss.

Im Jahr 1993 betritt SAP-Chef Hasso Plattner mit seiner unter deutscher Flagge segelnden "Morning Glory" die Bühne des Geschehens. Seine Kampagne mit bezahlter Crew trägt zur Professionalisierung des Rennens bei. Trotz kurz nach dem Start in Fetzen gegangenem Spi schaffte es Plattner mit seiner Crew in nur 18 Tagen, 7 Stunden und 41 Minuten über den Parcours.

Drei Jahre später brach Plattner seine eigene Bestmarke mit einer neuen "Morning Glory" – der 21-Meter-Maxi war nach 14 Tagen, 14 Stunden und 52 Minuten im Ziel. Die Teilnahme am Kapstadt-Rio-Rennen war spätestens jetzt zur inoffiziellen Rekordjagd für die schnellsten Maxis der Welt mutiert.

Im Jahr 2000 traten Robert McNeill mit seinem 23-Meter-Maxi "Zephyrus IV", Jim Dolan mit der 24 Meter langen "Sagamore" und Ludde Ingvall mit seiner 24 Meter langen "Flyer" zur Rekordjagd an. Es gewann schließlich "Zephyrus IV" mit der Bestmarke 12 Tage, 16 Stunden und 49 Minuten. Das war der bislang bestehende Rekord für Einrumpfboote.

Die einzige deutsche Yacht im "Cape2Rio" 2014 hatte am frühen Mittwochmorgen noch rund 1440 Seemeilen bis ins Ziel zu absolvieren: Die Hamburger "Iskareen" wird in etwa einer Woche in Rio de Janeiro erwartet.

Direkt-Links zum Kapstadt-Rio-Rennen:


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