Volvo Ocean Race
Mastbruch auf Pumas "Mar Mostro"

Da waren's nur noch drei! Ausfallserie beim ohnehin schon schwach besetzten Rennen um die Welt hält an und zwingt Topfavorit in die Knie

  • Jochen Rieker
 • Publiziert am 21.11.2011

Das Video vom Mastbruch der "Mar Mostro"

Gerade einmal 17 Tage nach dem Start in die erste Etappe des Volvo Ocean Race ist nur noch die Hälfte der Flotte im Rennen. Nach den Ausfällen der Teams Sanya und Abu Dhabi Racing, die ihre beschädigten Boote per Frachter in den Etappenhafen nach Kapstadt bringen müssen, ist am Montagnachmittag der Mast von Pumas »Mar Mostro« gebrochen.

VOR Da stand er noch: Puma Racing vor dem Mastbruch

Das Rigg versagte gegen 16 Uhr deutscher Zeit im südlichen Atlantik, etwa 2.150 Seemeilen von Kapstadt entfernt. Die elfköpfige Crew um Skipper Ken Read, darunter auch der einzige deutsche Teilnehmer Michael Müller aus Kiel, blieb unverletzt.

"Wir segelten in 22 Knoten Wind und drei Meter hohen Wellen, als der Mast in drei Teile brach", berichtete Read von Bord. "Aktuell haben wir das Rennen unterbrochen und prüfen unsere Möglichkeiten. Wir sind die traurigsten elf Menschen auf dem Planeten."

Die brasilianische Küstenwache ist alarmiert und einsatzbereit, sollte die Mannschaft Hilfe benötigen. Das noch im Rennen verbliebene Trio wird von der spanischen "Telefonica" vor Team New Zealand auf "Camper" und dem "Groupama Sailing Team" angeführt. Die Yachten werden am Wochenende in Kapstadt erwartet.

Es ist bereits der zweite Mastbruch des Rennens. Auch Abu Dhabi Racing erlitt bereits einen kapitalen Riggschaden. Der Ausfall hat automatisch Konsequenzen. Da die Teams laut Reglement nur zwei Masten einsetzen dürfen, fehlt  Puma das Reserverigg, sobald sie zur nächsten Etappe starten. Die Folge: Sie können nicht mehr volles Risiko segeln, weil ein weiterer Bruch das finale Aus bedeuten würde. Sie müssen also konservativer agieren. Für den Topfavoriten zu diesem frühen Zeitpunkt der Weltregatta ein besonders bitterer Schicksalsschlag.

Team-Sanya-Skipper Mike Sanderson hatte erst gestern in einer Rennanalyse der ersten Etappe gemutmaßt, man wisse bei diesen Booten nie, wie nahe an der Grenze zum Ausfall man wirklich sei. "Diese Teams haben alle viele Meilen gemacht und ihre Boote sehr hart gepusht. Ich denke, sie werden die windigen Bedingungen (die für die kommenden Tage vorhergesagt sind, d. Red.) voll mitnehmen. Wie sich die Berichte von Bord lesen, ist die Flotte in gutem Zustand, und keiner hat irgendwelche Schwächen, sodass wir wahrscheinlich einige große Etmale sehen werden."

"Big runs" sind wahrscheinlich, wenn auch der ganz große Druck nun erst einmal fehlt. Die führende "Telefonica" verliert mit jedem Positionsreport ihren Schatten Puma mehr achteraus. "Camper" liegt gut 100, Groupama 300 Seemeilen zurück.


Lesen Sie die YACHT. Einfach digital in der Delius Klasing Kiosk App (iTunes und Google Play) oder bestellen Sie es im Shop als Abo oder Einzelheft:

iTunes Store Google Play Store Delius Klasing Verlag

Themen: CamperGroupamaKen ReadPumaTelefonicaVolvo Ocean Race

Anzeige