Volvo Ocean Race
"Land der Chancen oder Eingang zur Hölle"

Das Dongfeng Race Team hatte bei der letzten Auflage auf der Etappe nach Itajaí den Mast gebrochen. Jetzt beschwört Direktor Dubois den Kampfgeist seines Teams

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 23.03.2018
Eisschauer für das Dongfeng Race Team Eisschauer für das Dongfeng Race Team Eisschauer für das Dongfeng Race Team

Martin Keruzoré/VOR Eisschauer für das Dongfeng Race Team

Während die Flotte mit Geschwindigkeiten um 21 Knoten entlang der Eisgrenze Kap Hoorn entgegen strebt und bereits ein gutes Dittel des ersten Teilabschnitts der Etappe von Auckland zum Hoorn absolviert hat, gibt es mit jedem Positionsreport Veränderungen in der Reihenfolge. Der Schlagabtausch der Teams an der Spitze bleibt extrem spannend!

VOR/Screenshot Spannender Schlagabtausch auf dem 53. Breitengrad! Nur David Witts Team Sun Hung Kai / Scallywag hinkt ein wenig hinterher. An der Spitze wechseln die Platzierungen mit jedem Positionsreport

VOR/Screenshot Ein gutes Drittel des ersten Teilabschnitts von Etappe 7 sind absolviert. Nächstes Ziel der Jagd entlang der Eisgrenze ist Kap Hoorn, wo ein Bonuspunkt für das erste Boot lockt

Am Freitagmorgen hatte sich das Dongfeng Race Team die Führung mit einer knappen Seemeile vor dem im Gesamtklassement führenden spanischen Team Mapfre erkämpft. Vestas 11th Hour Racing folgte vor Bouwe Bekkings Team Brunel, das mit raparierter J2 wieder in Fahrt gekommen ist. Die ersten vier Boote trennten am Morgen des sechsten Tages auf See nur fünf Seemeilen. Auch die Verfolger AkzoNobel – gestern zur gleichen Zeit noch Spitzenreiter – und Dee Caffaris Team Turn the Tide on Plastic sind den führenden Booten über Nacht wieder deutlich näher gerückt, haben nur noch 10 (AkzoNobel) und 20 Seemeilen (Turn the Tide on Plastic) Rückstand auf Dongfeng.

VOR Cockpit-Szene von Bord Vestas 11th Hour Racing mit Co-Skipper Mark Towill am Grinder

Jeremie Lecauday/VOR Harter Arbeitsplatz im Team von Vestas 11th Hour Racing: Stacey Jackson und Tom Johnson am Grinder

An Land hatte Bruno Dubois am Donnerstag den Kampfgeist seiner Mannschaft beschworen. Offenbar mit Erfolg. Der Direktor des Dongfeng Race Teams erinnerte daran, dass sein Team um Skipper Charles Caudrelier bei der letzten Auflage des Rennens um die Welt auf dieser Etappe den Mast verloren hatte und wählte markige Worte zur Anfeuerung der sieben Männer und zwei Frauen an Bord des Bootes unter chinesischer Flagge: "Das hier ist nun das Land der Chancen oder der Eingang zur Hölle." Fast sieht es aus, als hätten Caudrelier und Co. ihn erhört. Einmal mehr ringen aktuell auf den Rängen eins und zwei die beiden auch in der Gesamtwertung führenden roten Boote von Mapfre und Dongfeng um die Führung.

VOR Willkommen im Süden: Team Brunel drückt aufs Tempo

VOR Wieder gut in Fahrt und den Spitzenreitern über Nacht ganz nah gekommen: Bouwe Bekkings Team Brunel

Ugo Fonolla/VOR Das in der Gesamtwertung führende spanische Team Mapfre ringt einmal mehr mit dem Dongfeng Race Team um die Führung

In einem Blog von Bord beschrieb AkzoNobel-Skipper Simeon Tienpont, wie sich der Einsatz auf der Königsetappe von Auckland nach Itajaí im Southern Ocean anfühlt: "Es geht so weit nach Süden wie es erlaubt ist. Wir cruisen bei 54 Grad Süd an der Eisgrenze entlang und segeln schnell nach Osten. Das Wasser ist so kalt wie an einem Herbsttag in Holland. Doch die Sonne scheint wie im Mittelmeer. Das ergibt wunderschöne Segelbedingungen! Nicolai (Däne, d. Red.) und ich fühlen uns sehr wohl, fast wie Zuhause. Martine (Brasilianerin, d. Red.) ist weniger happy über die kalten Bedingungen und hat schon alle Lagen Bekleidung an… . Die Stimmung an Bord ist gut. Alle arbeiten hart füreinander." Die ersten knapp 2000 der mit insgesamt 7600 Seemeilen längsten Etappe der 13. Auflage des Volvo Ocean Race werden am Donnerstagabend absolviert sein.

VOR Zuhause in Brasilien ist es wärmer: AkzoNobel-Seglerin und 49erFX-Olympiasiegerin Martine Grael schützt sich mit allen Bekleidungslagen gegen die eisige Kälte im Southern Ocean


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