Volvo Ocean Race
Hinein in die Wind- und Waschmaschine

Bisher war's eher Alpenseesegeln, doch nun kommen 30 Knoten Wind aus Südwest mit einer Portion Agulhas Strom. Es wird ungemütlich.

  • Dieter Loibner
 • Publiziert am 14.12.2011

Hamish Hooper/Camper Wo ist der Wind? In Kürze wird sich diese Frage wie hier auf Camper und auch auf den anderen Booten nicht mehr stellen

Das Flautenschieben bei Regengüssen und die stündlichen Führungswechsel unten am Kap der guten Hoffnung dürften der Vergangenheit angehören. Denn angesagt ist nun Wind von „unten” mit 30 bis 35 knoten, Strom von „oben”, genau gegenan. „Könnte Sechsmeter-Wellen bringen”, vermutet Campers Navigator Will Oxley.

Nick Dana/Abu Dhabi Ocean Racing Mit der Sonne im Rücken dem Wind entgegen: Abu Dhabi hat den Schock des Mastbruchs während der ersten Etappe überwunden und fährt ganz vorn mit

Alle wollen so schnell wie möglich das Strömungsband durchqueren, bevor die zerbrechlichen Boote ihr Haltbarkeitsdatum überschritten haben. Dann heißt's Anschnallen, Gas geben und mit einer Tiefdruckfront mitsegeln, die  sich vor der Küste von Südostafrika aufbaut und dann rasch Richtung Osten abzieht. Wer hier rechtzeitig aufspringt, wird sich frischen bis stürmischen Windes erfreuen, der aus günstiger Richtung weht. Damit, so hoffen die Veranstalter, könnte sogar ein neues Rekordetmal erzielt werden.

Diego Fructoso/Team Telefonica Wegweiser Regenbogen: Die bisher so starke Telefonica kam auf diesem Teilstück noch nicht in die Gänge. Sie duelliert sich mit Sanya auf den billigen Plätzen

Wer die Überfuhr verpasst, wie Camper und Groupama im ersten Teilstück, könnte allerdings schnell einen Rückstand im dreistelligen Bereich auf der Kante haben, der nur schwer aufzuholen sein wird. Telefonica und Sanya waren um 2 Uhr MEZ noch unter Land und hatten mehr als 18 Meilen Rückstand auf die Führenden aus Abu Dhabi. Dahinter fächerten sich Groupama, Camper und Puma auf.

Solche Rechen- und Positionspielchen sind aber bald vorbei, denn an der Nordspitze von Madagaskar beginnt die sogenannte „Stealth Zone”, in der die GPS-Sender der Boote abgeschaltet werden, um lauernden Piraten nicht Tür und Tor zu Überfallen zu öffnen. Es wird also ein bisschen wie früher, wo man keine Positionsverfolgung in Echtzeit hatte und sich bis zu den Positionsreports von den Booten gedulden wird müssen. Wie weit gesegelt wird, bevor die Schiffe auf einen Frachter verladen und Richtung Abu Dhabi weitertranportiert werden, ist derzeit nicht bekannt. Doch die Party mit Coldplay-Konzert steigt zu Neujahr in Abu Dhabi. Und bis dahin wollen alle im Ziel sein.

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Aktuelle Positionen und Abstände im Live-Tracker .


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