Volvo Ocean Race
Fotofinish in Itajai wahrscheinlich

Puma blickt über die Schulter, Telefonica rauscht daher und Groupama hat ein Turbo-Notrigg gestellt, mit dem man wieder auf Kurs Itajai geht

  • Dieter Loibner
 • Publiziert am 06.04.2012

Amory Ross/Puma Ocean Racing Die Gejagten: Puma konzentriert sich voll auf Speed, denn von achtern kann man fast schon das Rauschen der Bugwelle von Telefonica hören

Es könnte einem ja wirklich fast spanisch vorkommen, aber die 17 Stunden Reparaturpause am Horn vor einer knappen Woche haben Telefonica wie ein gespanntes Gummiband beschleunigt. Der Rückstand auf Puma betrug einstmals 400 Meilen, doch heute um Mitternacht waren’s nur noch 16. Klar, dass die Spanier, die sich von der Küste wegorientierten und draußen am Atlantik besseren Wind vorfanden hier Lunte riechen. „Wir sind entsetzt”, sagte Puma-Skipper Ken Read. „Keiner hat ein Auge zugetan. Wir reißen uns den Allerwertesten auf, das ist so ziemlich alles was wir gegenwärtig tun können. Manchmal sind dir die Windgötter gesonnen, manchmal nicht. Telefonica brauchte vom Horn hierher anderthalb Tage weniger als wir. Nix zu machen, außer eben rackern.”

Diego Fructoso/Team Telefonica Die Jäger: Pablo Arrarte am Ruder des blauen Renners, der weiterhin schneller segelt als das noch führende Team von Puma

Doch Puma steht nicht ganz verkehrt da, weil der Wind leichter wird und von Südwest auf Nord umspringen wird, je näher die Boote dem Ziel kommen. Es sieht also nach einer klassischen Matchrace-Schlacht bis ins Ziel aus, mit dem Unterschied, dass der letzte Wegpunkt noch ca. 200 Meilen vorausliegt. Die Zielankunft ist für den späten Freitagnachmittag vorgesehen und wer dabei sein will, kann den Tracker aufrufen, der mittlerweile minütlich die aktuellen Positionen der Kombattanten durchgibt.

Yann Riou/Groupama Sailing Team/Volvo Ocean Race Mann im Wasser: Groupama musste erst die Segel bergen, bevor das Rigg an Bord geholt werden konnte

Könnte Telefonica diese Etappe nach all dem Erlebten noch zu gewinnen, wäre es wohl das Husarenstück des Rennens, leichter gemacht durch den Mastbruch auf Groupama. Die Franzosen motorten die 60 Meilen nach Punta del Este an der argentinischen Küste und stellten mithilfe des Bodenpersonals ein Notrigg, das sicher besser als Minimalstandard ist. Skipper Franck Cammas und Kollegen hoffen, den Rest der Etappe (ca. 670 Meilen) zu Ende zu segeln, um noch vor der neuseeländischen Equipe von Camper ins Ziel zu kommen, und sich die 20 Punkte für Platz 3 abzuholen. Camper hat zwar einen reparierten Renner mit ganzem Rigg, muss aber vom chilenischen Hafen Puerto Montt los, wo bekanntlich ein Reparaturstopp eingelegt wurde. In Summe müssen die Kiwis noch 2800 Meilen bis ins Ziel segeln, inklusive der Umrundung von Kap Hoorn.

VOR So stellte sich die Lage dar: Puma (rot) noch vorne und unter Land, Telefonica (blau) auf der schnelleren Außenbahn

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Themen: CamperFranck CammasGroupamaItajaiKap HoornKen ReadPuerto MonttPumaTelefonicaVolvo Ocean Race

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