Volvo Ocean Race
Fliegende Holländer: Team Brunel mit Blitzstart in Etappe 9

Bouwe Bekkings Team Brunel segelt weiter auf der Erfolgswelle: Nach dem dominanten Sieg im Hafenrennen führte das gelbe Boot die Flotte auch auf Kurs Cardiff an

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 20.05.2018
Start Etappe 9 Start Etappe 9 Start Etappe 9

Jesus Renedo/Volvo Ocean Race Start Etappe 9

Erst durchbrach die Sonne den Nebel pünktlich zum Start von Etappe 9, dann übernahm das gelbe Boot das Kommando und führte die Flotte aus Newport auf Kurs Cardiff an. Team Brunel segelt nach zuletzt starken Ergebnissen und dem dominanten Sieg im Hafenrennen vor Newport weiter auf der Erfolgswelle. Rund zweieinhalb Stunden nach dem Start eröffneten die Niederländer die mit doppelter Punktzahl dotierte Transatlantik-Etappe teilweise mit etwa einem halben Knoten mehr Speed als die zu dem Zeitpunkt dichtesten Verfolger Dongfeng und Sun Hung Kai / Scallywag. Rund 2900 der insgesamt 3300 Seemeilen hatten die sieben Volvo-Yachten bis in den britischen Zielhafen Cardiff noch zu absolvieren. Erwartet werden sie dort in gut einer Woche.

Jesus Renedo/Volvo Ocean Race Entschlossen am Steuer: Brunel-Skipper Bouwe Bekking

Screenshot/VOR Der Zwischenstand rund zweieinhalb Stunden nach dem Start in Newport

Ob Team Brunel nach schwachem Einstieg in die achte Weltumrundung seines Skippers und der imposanten Steigerung in den vergangenen zwei Monaten noch in den Kampf um den Gesamtsieg eingreifen kann, wird ganz entscheidend von dieser Etappe abhängen. Grundvoraussetzung wäre ein erneutes Top-Ergebnis und – aus Brunels Sicht – idealerweise andere Teams, die sich zwischen Brunel und die aktuell in der Gesamtwertung mit gutem Punktepolster vorn liegenden Teams Mapfre (53 Punkte) und Dongfeng (50 Punkte) schieben. Denn Brunel hat trotz der zuletzt grandiosen Ergebnisse als drittplatziertes Boot erst 42 Punkte sammeln können. Womit immerhin elf Zähler auf die Spitzenreiter gutzumachen wären.

"Wir wissen, dass wir die roten Boote schlagen müssen", sagte Bouwe Bekking vor dem Start und meinte damit Mapfre und Dongfeng. "Idealerweise gewinnen wir die Etappe, und sie beenden sie auf den Plätzen 6 und 7. Aber den zweiten Teil können wir nicht kontrollieren. Wir können nur so gut segeln wie möglich und für ein gutes Ergebnis arbeiten."

Hier noch einmal die komplette Übertragung zum Start in die neunte Etappe von Newport nach Cardiff

Jesus Renedo/Volvo Ocean Race Träumt er schon vom Triple? Mapfres Steuermann und Trimmer Blair Tuke hat im Fernduell mit seinem 49er-Steuermann, Freund, Olympiasieger und America's-Cup-Gewinner Peter Burling die Nase im Duell um die begehrte Dreifach-Krone vorn. Kann der Neuseeländer als erster Segler der Geschichte mit Mapfre seine Titelsammlung komplettieren und nach dem Olympiasieg und dem America's-Cup-Triumph auch das Volvo Ocean Race gewinnen? Peter Burling ist von diesem auch für ihn möglichen Triple im Team von Brunel ein Stück weiter entfernt…

Der Etappenstart vor Newport war ein für die Fans entlang der Ufer von Fort Adams sehenswertes Spektakel. Zuvor hatte sich die gesamte Flotte begeistert von Amerikas Segelhauptstadt Newport verabschiedet. Bouwe Bekkings Landsmann und Akzo-Nobel-Skipper Simeon Tienpont hatte gesagt: "Es war ein Geschenk, dass wir hier sein durften. Alle sind so sehr an diesem Rennen interessiert. Die ganze Stadt ist ums Segeln herum gebaut."

Jesus Renedo/Volvo Ocean Race Liz Wardley beherrscht das Vorschiff für ihr Team Turn the Tide on Plastic

Jesus Renedo/Volvo Ocean Race Hatten an der ersten Wendemarke einen Penalty kassiert, nachdem sie sich zu frech vor Vestas 11th Hour Racing gedrängt hatte: Turn-the Tide-on-Plastic-Skipperin Dee Caffari und ihr 50:50-Mixed-Team. Gastreporter und Segelprofi Ken Read hatte den Vorfall aus der Luft kommentiert und gesagt: "Na, da hat Charlie Enright (Vestas-Skipper, d. Red.) aber auch ein bisschen auf Hollywood gemacht. Aber seinen Kurs hat er schon ändern müssen…"

Die Wettervorhersage für die laufende Etappe hatten die Teams vor dem Start als "komplex" bezeichnet, weil mehrere Wettersysteme im Spiel sind. Auch gilt es, den Golfstrom richtig zu interpretieren. "Es ist eine anspruchsvolle Etappe. Wir müssen schon früh eine Entscheidung treffen, die zu einer Teilung der Flotte führen könnte. Es könnte die Schlüsselsituation dieser Etappe sein. Danach werden wir starke Winde bekommen. Wir werden aufs Gaspedal drücken. Die Gefahr besteht, dass man zu viel Gas gibt. Aber wir haben keine Wahl, wir werden 100 Prozent geben, und es wird interessant sein, das von Land aus zu beobachten, denn wir werden wirklich sehr schnell sein."

Vor dem Start zur neunten Etappe sprachen die Skipper und Skipper Dee Caffari über die bevorstehenden Herausforderungen


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