Volvo Ocean Race
Fieser Flautenpoker auf Kurs Porto Santo

Schlechte Nachricht für die Spitzenreiter: Der Flotte droht auf Etappe 1 nach spektakulären Tagen mit Live-Bildern aus der Straße von Gibraltar die Kompression

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 24.10.2017
Etappe 1 Etappe 1 Etappe 1

Ainhoa Sanchez/Volvo Ocean Race Etappe 1

Ainhoa Sanchez/Volvo Ocean Race Auf radikal nördlichem Kurs der Flaute entgegen: die spanische "Mapfre"-Crew in Angriffsmodus

Sie war vorhergesagt und wird den Spitzenreitern voraussichtlich weh tun. Auf Etappe 1 segelt die Flotte der sieben Boote zum Auftakt des Volvo Ocean Race nach spektakulären Segeltagen nun der Kompression und einem möglichen "Neustart" entgegen: Eine extrem windarme Zone blockiert den Kus in Richtung Porto Santo. Wie verzweifelt die Teams versuchen, der Flautenfalle zu entkommen, sieht man im Tracker an den nachgezeichneten Kursen der einzelnen Boote. Am extremsten nördlich hatte sich am Dienstagnachmittag rund zwei Tage nach dem Start das im Zwischenklassement drittplatzierte spanische Team Mapfre positioniert. Weiter südlich führte immer noch Dauer-Spitzenreiter Vestas 11th Hour Racing das Feld vor dem holländischen Team AkzoNobel an. Phasenweise hatte die "Vestas"-Crew ihren Vorsprung bis auf 27 Seemeilen ausdehnen können. Nun aber beginnt er stark zu schmelzen.

Mit dieser Live-Übertragung überraschten die Volvo-Ocean-Race-Organisatoren die Fans am Montag und servierten spektakuläre Bilder aus der Luft. Die formidablen Segelbedingungen sind inzwischen auf dem Weg nach Porto Santo einer fulminanten Flaute gewichen

Die rote Laterne des Schlusslichts hing 840 Seemeilen vor dem Zieldurchgang weiter im Heck von Bouwe Bekkings "Brunel". Die Mannschaft hatte zwischenzeitlich sogar einen Taucher ins Wasser geschickt, um die Ursache für den mangelnden Speed ihres Boots zu erforschen. Nach imposanten Spitzengeschwindigkeiten von mehr als 20 Knoten fielen die Speed-Zahlen fast aller Boote am Dienstagnachmittag auf 0,7 bis 5,2 Knoten. Lediglich das oberhalb der Konkurrenz positionierte Team Mapfre bewegte sich noch mit 8 Knoten Geschwindigkeit in Richtung Madeira und Porto Santo, nach dessen Passage die Flotte den Zielhafen Lissabon ansteuern wird.

Ainhoa Sanchez/Volvo Ocean Race Verteidigen nach zwei Tagen ihren Platz in den Top Drei: Skipper Simeon Tienpont und sein Team AkzoNobel

"Mapfre"-Navigator Juan Vila, der die Bedingungen über Nacht als "hart in Winden von bis zu 35 Knoten" beschrieben hatte, sagte: "Auf dieser Etappe kann noch alles passieren." Das Windloch zwischen der Flotte und Porto Santo erstreckt sich in der Breite über etwa 100 Seemeilen und ist daher auch mit radikalen Manövern nur schwer zu umschiffen. Von Dee Caffaris Turn the Tide on Plastic hatte Boat Captain Liz Wardley aus dem hinteren Drittel der Flotte schon am Dienstagvormittag vermeldet: "Das war eine haarige Angelegenheit gestern Nacht. Am Ende sind wir vor dem Wind durch die Straße von Gibraltar gehalst, um das Verkehrstrennungsgebiet zu meiden. Doch wir sind da in der Mitte der Flotte ganz anständig durchgekommen. Jetzt stirbt die Brise langsam weg. In ein paar Stunden schon werden wir wohl nur noch fünf, sechs Knoten Wind haben. Im Speed-Vergleich zu den Jungs um uns herum sehen wir ganz gut aus." Das neue Motto auf Etappe 1: Weniger Geschwindigkeit, mehr Stress.

Ainhoa Sanchez/Volvo Ocean Race Den aktuellen Schlusslichtern auf "Brunel" kommt die mögliche Flauten-Kompression gerade recht...


Lesen Sie die YACHT. Einfach digital in der Delius Klasing Kiosk App (iTunes und Google Play) oder bestellen Sie es im Shop als Abo oder Einzelheft:

iTunes Store Google Play Store Delius Klasing Verlag

Themen: AkzoNobelAlicanteBrunelDongfengLissabonMapfreTurn the Tide on PlasticVestas 11th Hour RacingVolvo Ocean Race

Anzeige