Volvo Ocean Race
"Entweder gewinnen wir die Etappe oder wir brechen den Mast"

In einer interessanten Pressekonferenz wagten die Skipper und zwei Kiwi-Stars einen Ausblick auf die siebte Etappe – die längste und härteste des Rennens

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 16.03.2018
David Witt David Witt David Witt

Jesus Renedo/VOR David Witt

"Manchmal musst Du das Rennen vergessen und nur auf Dein Boot und die Crew achten. Ich weiß das sehr gut, denn ich habe diese Etappe schon zweimal gesegelt und keine mit aufrechtem Mast beendet." Diese Warnung kam von Dongfeng Skipper Charles Caudrelier bei der letzten Pressekonferenz vor dem Start in die siebte Etappe am Sonntag. Der Franzose weiß genau, wovon der spricht, hatte den Abschnitt ins brasilianische Itajaí weder beim Volvo Ocean-Race-Sieg als Wachführer auf "Groupama" noch beim ersten eigenen Einsatz als Dongfeng-Skipper bei der vergangenen Auflage mit heilem Rigg beenden können. Auch Turn-the-Tide-on-Plastic-Skipperin Dee Caffari sagte: "Du kannst nicht ignorieren, wohin du segelst. Auch nicht die Verantwortung, die beim Skipper liegt. Den Unterschied hat bei dieser Auflage die dritte Etappe gemacht. Seitdem hat jeder einen Eindruck davon bekommen, wie nass, kalt und windig es sein kann."

Jesus Renedo/Volvo Ocean Race Dongfeng-Skipper Charles Caudrelier in einem heiteren Moment bei dieser durchaus ernsthaften Pressekonferenz vor der härtesten Etappe dieser 13. Auflage des Volvo Ocean Race

Jesus Renedo/Volvo Ocean Race Weist auf die große Verantwortung für die Skipper hin: Dee Caffari

Brunel-Skipper Bouwe Bekking freut sich auf die Aufgabe: "Uns erwartet wahrscheinlich das beste Segeln, dass man kriegen kann. Wir wissen, dass das Boot jetzt sehr gut segelt. Wir werden 100 Prozent geben." Wie wichtig diese siebte der insgesamt elf Etappen ist, erklärte Comeback-Skipper Charlie Enright: "Bei dieser Etappe sind 16 Punkte zu haben. Wir haben aktuell 23 Punkte. Sie wird also viel Bewegung bringen." Radikaler betrachtet der wie gewohnt nicht um knackige Worte verlegene David Witt die mit 7600 Seemeilen längste Etappe der Auflage 2017/2018: "Diese Etappe wird wahrscheinlich ziemlich einfach für mein Team: Entweder gewinnen wir die Etappe oder wir brechen den Mast."

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Wie entscheidend diese Etappe tatsächlich sein kann, verrät ihre Bewertung: Es geht um die doppelte Punktzahl und einen weiteren Bonuspunkt für das erste Team rund Kap Hoorn. Der Kursabschnitt führt über weite Strecken durch einen der kältesten und unwirtlichsten Ozeane des Planeten. Im Südpolarmeer müssen die Teams zeigen, aus welchem Holz sie und ihre Boote geschnitzt sind. Haushohe Wellen, Stürme und Eisberge säumen den Kurs. Nach der Rundung Kap Hoorns, wo der Südpazifik Südamerika kraftvoll umarmt, geht es für die Flotte nach Norden bis ins brasilianische Itajaí.

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Mitentscheidend für den Ausgang dieser Etappe wird es auch sein, welche Teams am besten mit den von der Wettfahrtleitung gesetzten Eis-Schutzgrenzen umgehen und sie möglichst optimal in ihre Strategie einbeziehen. Als Spitzenreiter startet das spanische Team Mapfre in den Südpolarmeer-Marathon, das zuletzt ein paar Federn hatte lassen müssen. Mapfre-Skipepr Xabí Fernandez, der Kap Hoorn bereits sechsmal passiert hat, sagte: "Natürlich merken wir, dass die anderen uns jetzt schneller dichter kommen, aber wir können nur eines tun: das Boot antreiben, gut segeln und versuchen diese Etappe zu gewinnen. Wenn wir diese Etappe gewinnen können, dann ist es ein großer Schritt vorwärts. Wir müssen gar nicht viel ändern. Wir müssen nur ein bisschen besser segeln als die anderen."

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Die siebte Etappe beginnt am Sonntag um 14 Uhr Ortszeit in Neuseeland und wird hier live übertragen .

Jesus Renedo/Volvo Ocean Race Ihn wollen die Neuseeländer auf der nächsten Etappe endlich einmal siegen sehen: Brunels Steuermann, "Golden Boy", America's-Cup-Gewinner und Olympiasieger Peter Burling wartet noch auf seinen ersten Etappensieg, den sein ebenfalls bei der Pressekonferenz anwesender Kumpel, ehemaliger Vorschoter und aktueller Rivale Blair Tuke mit Mapfre schon mehrfach feiern durfte


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