Volvo Ocean Race
"Entscheidend ist, wer es mehr will"

Der Wettkampf wird zum Ende von Etappe 1 immer erbarmungsloser. Die Crews finden kaum noch Schlaf. Doch die "Azzam"-Crew zeigt Stärke

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 02.11.2014

Halloran/SCA/VOR Eiskalte Dusche für das Frauen-Team auf SCA: Sie kämpfen, geben nicht auf, müssen sich aber nach dem Entkommen aus einigen Flautenfallen auf ein weniger erfreuliches Auftaktergebnis einstellen

Ian Walkers Crew auf Abu Dhabis "Azzam" wackelt nicht. Stoisch führt das Boot die Flotte der sieben VO65-Yachten durch die eiskalte und doch so heiße Schlussphase der ersten Etappe mit Zielhafen Kapstadt an. Der Druck der Verfolger scheint den Männern des britischen Skippers nichts anhaben zu können.

Matt Knighton/ADOR Skipper Ian Walker (l.) ist ständig in die Optimierung von Kurs und Bootsgeschwindigkeit involviert

VOR Das Ziel naht: "Azzam" führt die Flotte etwa drei Tage vor Zieldurchgang der Spitzenreiter an

Abu Dhabis Anbord-Reporter Matt Knighton berichtete am Sonntagmorgen in seinem Blog: "Während Abu Dhabi dem Sonnenaufgang am östlichen Horizont hinterherjagt, signalisiert der Tagesanbruch den kommenden Kampf. Es ist eine starke Front angekündigt. Sie wird der Flotte voraussichtlich 30 Knoten Wind einschenken und die Teams über den letzten Abschnitt bis ins Ziel treiben. Unsere Geschwindigkeit hat schon zugenommen und Azzam nach den leichten und drehenden Winden in der vergangenen Nacht neues Leben eingehaucht. Die letzte Ergebnisaktualisierung hat gezeigt, dass Dongfeng große Gewinne im Süden gemacht und den Rückstand auf die Spitze auf unter zehn Knoten gedrückt hat. Der Wettbewerb hat ein neues Niveau erreicht. Die Jungs sind sich der Situation voll bewusst. Dieses Bewusstsein hat sich in ihren Tagesrhythmus eingefräst. Sie wissen, dass sie noch drei Tage durchhalten können, obwohl Schlafmangel herrscht. Entscheidend ist, wer es mehr will."

Als die drei Spitzenreiter am Sonntagabend dem Ziel mit fast identischen Geschwindigkeiten – Abu Dhabi Ocean Racing mit 22,3 Knoten, Dongfeng Race Team mit 22,1 Knoten und Team Brunel mit 22,3 Knoten – entgegenrasten, wiesen die alle drei Stunden neu erscheinenden Positionberichte oftmals keine Gewinne oder Verluste mehr auf. Die Teams agieren nahezu synchron auf höchstem Niveau. Auf dem Weg nach Osten hat die "Azzam"-Crew die nördlichste Route der Top Drei gewählt, Dongfeng mit zehn Seemeilen Rückstand die südlichste. Dazwischen hatte sich Bouwe Bekkings Team Brunel mit 31 Seemeilen Rückstand positioniert und damit alle Optionen gewahrt. Auch das dänische Team Vestas Wind lag am Sonntagabend mit 60 Seemeilen Rückstand noch in Schlagdistanz und folgte zu dem Zeitpunkt Abu Dhabi Ocean Racings nördlicherer Route.

Mit den ersten Zieldurchgängen wird am Mittwoch gerechnet. Das spanische Team Mapfre muss mit 304 Seemeilen Rückstand auf das Wiedersehen mit den Lieben an Land, Steaks und heiße Duschen voraussichtlich ein bis zwei Tage länger warten. Ebenso das Frauen-Team SCA mit 438 Seemeilen Rückstand.

Entdeckungsreise ins Innerste der Yachten:

http://www.yacht.de/sport/volvo_ocean_race/team-ador-in-azzams-schwarzer-hoehle/a92839.html

Halloran/SCA/VOR Aufgeben ist keine Option: Das Frauen-Team um Skipperin Sam Davies kämpft um jede Seemeile


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