Volvo Ocean Race
Duell-Spezialist Nicolai Sehested steuert AkzoNobel zum Sieg

Sein Spitzname ist "Schlumpf": Der dänische Matchracer Nicolai Sehested hat das holländische Team AkzoNobel zum Sieg im Hafenrennen von Hongkong gesteuert

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 28.01.2018
Team AkzoNobel gewinnt das Hafenrennen Hongkong Team AkzoNobel gewinnt das Hafenrennen Hongkong Team AkzoNobel gewinnt das Hafenrennen Hongkong

Pedro Martinez/Volvo Ocean Race Team AkzoNobel gewinnt das Hafenrennen Hongkong

Als er noch ein kleiner Optisegler war, hatte der Däne Nicolai Sehested einmal mit seinen Eltern einen Pakt geschlossen: Für eine neue Jolle versprach er damals, niemals am Volvo Ocean Race teilzunehmen. Die Eltern müssen ihren Sohn schon gut gekannt haben. Der Deal hielt nur bis 2014, als der heute 27-jährige Kopenhagener mit Vestas in sein erstes Rennen um die Welt startete und auch dabei war, als das unglückliche Team um Skipper Chris Nicholson bei den Cargados-Carajos-Inseln nordöstlich von Mauritius in dramatischer Weise auf einem Riff havarierte. Inzwischen ist Nicolai Sehested schon zum zweiten Mal dabei und segelt unter holländischer Flagge in der Mannschaft um Skipper Simeon Tienpont – und sagt augenzwinkernd, dass seine Eltern ihm den Wortbruch längst verziehen haben.

Skipper Simeon Tienpont, Steuermann Nicolai Sehested und Taktiker Christ Nicholson berichten vom gewonnenen Hafenrennen

Der Däne tut beruflich, was er liebt und sehr gut kann: Segeln. Und das gleich um die ganze Welt. Hin und wieder aber kommt dabei der Duellsegler in ihm durch. Bekannt wurde er als Matchracer auch den Fans des Match Race Germany vom Bodensee, wo der Skandinavier 2014 teilnahm, allerdings nicht über den zwölften und letzten Platz hinauskam. Bis 2016 jedoch arbeitete er sich mit internationalen Erfolgen auf Platz fünf der Matchracing-Weltrangliste vor. Sehested gilt als äußerst angriffslustig auf dem Wasser, an Land aber als heiterer Mann mit oftmals breitem Lächeln im Gesicht. In etwa so erlebten ihn an diesem Wochenende auch die Gegner im Volvo Ocean Race. Beim Hafenrennen in Hongkong mussten Sehested und die AkzoNobel-Crew zwar zwischen Start und erster Wendemarke noch Charles Caudreliers Dongfeng Race Team den Vortritt lassen, doch kurz nach Rundung der rechten der beiden Marken gelang das Überholmanöver dank einer klug gesetzten und perfekt ausgeführten Halse.

Pedro Martinez/Volvo Ocean Race Die Zuschauer auf den Booten im Bild rechts und links beobachten das Duell zwischen AkzoNobel und dem Dongfeng Race Team ganz aus der Nähe

Die neuen Spitzenreiter gaben die Führung danach bis ins Ziel nicht mehr ab, parierten und blockierten jeden Angriff gekonnt und gewannen das Hafenrennen vor dem Dongfeng Race Team. Sehested sagte danach: "Es war ein gutes Rennen für uns. Wir haben nicht viele Fehler gemacht, obwohl es ein anspruchsvoller Kurs mit ziemlich vielen Minenfeldern war." Sehested lobte dabei vor allem Wachführer Chris Nicholson, der ihn als Taktiker stets in die richtige Position gebracht habe. "Dann ist es ein einfacher Job, das Boot zu steuern", so Sehested. Bouwe Bekkings Team Brunel, das zwischenzeitlich vor dem "Roten Boot" lang, Dongfeng dann aber im Duell um Platz zwei wieder passieren lassen musste, sicherte sich mit Wiederkehrer Peter Burling am Steuer den dritten Podiumsplatz. Platz vier erreichte das spanische Team Mapfre vor Etappensieger Sun Hung Kai / Scallywag und Dee Caffaris Team Turn the Tide on Plastic. Das in der vergangenen Woche an der Kollision mit einem chinesischen Fischerboot beteiligte Team Vestas 11th Hour Racing hatte nicht an Teil eins der in Hongkong ausnahmsweise aus zwei Rennen kombinierten Hafen-Wertung teilgenommen, weil die Reparaturen des beschädigten Rumpfes ebenso andauern wie die offiziellen Untersuchungen des Unfalls, bei dem ein chinesischer Fischer ums Leben kam.

Jen Edney/Volvo Ocean Race Mit Bouwe Bekkings Team Brunel steuerte Olympiasieger und America's-Cup-Gewinner Peter Burling das Boot auf Platz drei


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