Volvo Ocean Race
Auf geht's zur nächsten Runde

Nach dem Crash-Fest im Südpolarmeer klingt das Teilstück Brasilien – Florida fast nach Urlaub. Die große Frage: Wer kann Telefonica bremsen?

  • Dieter Loibner
 • Publiziert am 20.04.2012

Am Sonntag geht’s weiter mit der 6. Etappe, zu der nur fünf Boote gestellt sein werden, weil Sanya nach dem Ruderbruch schon in die USA transportiert worden war. Wie immer bei solchen Gelegenheiten, kommt Meteorologe Gonzalo Infante zu Wort gebeten und der sieht wieder Drama in den Vorhersage-Modellen für die 4800 Meilen lange Etappe, die durch die Tropen in die nördliche Halbkugel führt. Taktisch wichtig seien die ersten 500 Meilen bis Cabo Frio, für die Tiefdruck mit Wind mit bis zu 30 Knoten zu erwarten sind. „Sehr intensive Systeme mit Gewitterböen und Blitzschlag”, verlautet der Spanier. „Schlecht zum Segeln, aber im Moment die einzige Option.” Danach die uralte Gretchenfrage für die Taktiker: kürzere Strecke mit Schiebestrom aber tieferen und langsameren Kursen, oder Umweg in den steten Passat, wo spitzere und schnellere Winkel gesegelt werden können.

Paul Todd/Volvo Ocean Race Hochdruck auf der Hebebühne: Camper wird in aller Eile wieder in Schuss gebracht

Wie steht’s bei den einzelnen Teams? Telefonica hat weiterhin 20 Punkte Vorsprung, weil der Protest abgewiesen wurde, bei dem es um die Zahl der in der 4. Etappe mitgeführten Segel ging. Auch wenn die Veranstalter vorrechnen, wie viele Punkte für den Rest des Rennens noch zu vergeben sind, bleiben die Spanier die haushohen Favoriten, vorausgesetzt, ihr blauer Renner hält durch. Dahinter dann Groupama, die sich nach Mastbruch mit Notrigg noch Platz 3 auf der 5. Etappe sicherte. Skipper Franck Cammas wäre ein Sieg natürlich lieber gewesen, mit dem er den Rückstand auf Telefonica verkürzen hätte können, aber die Franzosen sind hoch motiviert, mit dem neuen Rigg nochmals aufs Ganze zu gehen.

Paul Todd/Volvo Ocean Race Gut sortiert: Telefonica überstand den Segelprotest unbeschadet und hat weiter 20 Punkte Vorsprung auf Groupama

Camper, die erst diese Woche im Ziel in Itajai eintraf, ist lädiert, wird aber beim Inport-Race am Samstag wieder dabei sein. Wie gut sich die Segler nach den Strapazen der 5. Etappe, und dem durch Defekt erzwungenen langen Umweg nach Chile erholt haben, bleibt abzuwarten. Puma hingegen hatte keine katastrophalen Probleme und sollte nach dem Etappensieg mit viel Selbstvertrauen ins Rennen gehen. Noch dazu geht es darum, beim heimischen Stopp in Miami als Erste einzulaufen. Groupama, Camper und Puma werden einander schon beim Inport-Race am Samstag bis aufs Messer bekämpfen, um das Punktekonto aufzufetten, zumal Telefonica bei den kurzen Hafensprints inkonsistent segelt.

Ian Roman/Volvo Ocean Race Gewohnt: Defekter VOR-Renner als Decksfracht. Hier Abu Dhabi bei der Ankunft in Itajai

Bei Abu Dhabi, deren Boot am Donnerstag per Frachter angeliefert wurde, herrscht Hochbetrieb im Reparaturzelt. Es müssen die delamierten Rumpfsektionen ersetzt werden und man hofft, schon am Samstag wieder live dabei zu sein. So schwach das Team bisher auf den langen Etappen war, sie konnten schon zwei Hafenrennen gewinnen und hoffen, wenigstens in dieser Kategorie konkurrenzfähig zu bleiben.

Zwischenstand nach 5 Etappen

  1. Telefónica, 147 Punkte
  2. Groupama, 127
  3. Camper, 119
  4. Puma, 113
  5. Abu Dhabi, 55
  6. Team Sanya, 25

Der Start für das Inport-Race am Samstag und die 6. Etappe am Sonntag ist jeweils für 14 Uhr Ortszeit, also 19 Uhr MESZ angesetzt.

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