Segeln olympisch

Svenja Weger erlöst: Das Olympia-Ticket ist geschafft!

Im zweiten Anlauf hat sich Svenja Weger ihren Traum von der Olympia-Teilnahme erfüllt. Die Psychologie-Studentin segelt auf Kurs Enoshima 2021

Tatjana Pokorny am 13.10.2020
Kieler Woche 2020
Kieler Woche

Svenja Weger, hier bei der Kieler Woche 2020 im Einsatz, hat bei der EM in Polen ihr Olympia-Ticket nach Japan gelöst

Svenja Weger hat es für sich und alle Fans und Beobachter höchst spannend gemacht: Weil die Kieler Woche für die Laser-Radial-Steuerfrau mit Platz 15 inmitten der Corona-Krise nicht ganz nach Plan verlaufen war, ging es für die 26-Jährige in dieser Woche bei der Europameisterschaft um alles oder nichts: Ob sie sich für Olympia 2020 im Jahr 2021 qualifizieren würde, hing nun von ihrer EM-Platzierung und einer Reihe weiterer Faktoren wie dem Abschneiden von internationalen Gegnerinnen und den Konstellationen untereinander ab. Am Ende hat Svenja Weger ihr Ziel mit EM-Platz acht erreicht. Souverän behauptete sich die Europameisterin von 2014 dabei in den Top Ten des 107 Jollen großen Feldes. Damit sicherte sich die Seglerin vom Potsdamer Yacht-Club auch die zur Olympia-Qualifikation erforderliche Positionierung unter den besten zehn Nationen in Addition und Endabrechnung der ausgewählten Ausscheidungsregatten. DSV-Sportdirektorin Nadine Stegenwalner freute sich mit ihr über den Erfolg: "Sie hat ihn sich mit Beharrlichkeit und fokussierter Arbeit verdient. Wir freuen uns alle sehr für Svenja. Es ist der entscheidende Schritt zum großen Ziel Olympia. Nachdem wir 2016 ohne Laser-Radial-Seglerin im Olympia-Einsatz waren, ist es ein gutes Gefühl, sie jetzt wieder im Team zu haben."

125. Kieler Woche

Deutschlands führende Laser-Radial-Steuerfrau Svenja Weger in Kiel

"Ich bin heute glücklich und muss das jetzt erstmal verdauen", sagte Weger am Nachmittag im EM-Hafen, als schon die ersten Gratulationen bei ihr eingetroffen waren. Der in Kiel studierenden Psychologie-Studentin bedeutet das gelöste Olympia-Ticket sehr viel: "Es ist der Lohn für acht Jahre harte Arbeit. Ich bin 2016 eindeutig an der Olympia-Qualifikation gescheitert. Dass es jetzt klappt, ist die Erfüllung." Svenja Weger wusste vor dem EM-Start, "dass ich mich richtig anstrengen muss". Die Bedingungen waren keine leichten bei herbstlich kalten Temperaturen und komplexen Wetterszenarien. Dazu kam, dass es auch für viele Konkurrentinnen mit Blick auf die Olympia-Qualifikation eine wichtige Regatta war. Dem Druck hielt Svenja Weger gut stand – und blickt nun gespannt auf ihre Olympia-Premiere. Dem Olympia-Revier kann sie einiges abgewinnen: "Die großen langen Wellen liegen mir. Ich freue mich aufs Revier." Den verdienten Schub für Olympia wünscht ihr nun der bereits für seine zweite Olympia-Teilnahme qualifizierte Teamkamerad Philipp Buhl: "Ich freue mich wirklich sehr für Svenja! Und ich wünsche ihr, dass sie dadurch eine große Portion Selbstbewusstsein bekommt. Am Ende ist Selbstbewusstsein das Wichtigste."

Laser EM 2020

Svenja Weger vor Danzig auf dem Weg zu ihrer Olympia-Fahrkarte

Laser-Radial-Steuerfrau Svenja Weger

Schöne Erinnerung: 2014 hatte Svenja Weger die Laser-Radial-Europameisterschaft gewonnen

Kieler Woche 2020

Freute sich mit ihren erfolgreichen EM-Athleten: DSV-Sportdirektorin Nadine Stegenwalner

Buhl selbst hatte seine EM-Kür zum Ausklang eines bei nur drei großen Regatten stark verkürzten Regattajahres schon in der Vorrunde mit zwei Frühstarts nachhaltig verpatzt. Dabei waren die strengen Entscheidungen der Wettfahrtleitung teilweise eine Angelegenheit von Zentimetern und trafen nicht immer jeden, den Weltmeister aus dem Allgäu aber gleich zweimal. So fand sich Buhl am Ende der Qualifikationsrunde plötzlich auf Platz 62 wieder, was ihn nur knapp vor dem Abstieg in die Silberflotte bewahrte. Wiedergutmachung ließ der 30-Jährige in der Hauptrunde folgen, rückte bei nur einem Streicher bis zum Schlusstag auf Platz 32 vor. In den letzten beiden Rennen schließlich holte der Laser-Steuermann mit einem Tagessieg und Rang sieben zur maximal noch möglichen Verbesserung aus und katapultierte sich auf Platz sieben. "Das hat gut getan", entfuhr es ihm danach. Und er konnte wieder lächeln. Für den Top-Akteur des German Sailing Teams bleibt das außergewöhnliche Corona-Jahr mit dem vor Ausbruch der Krise gewonnenen WM-Titel und dem sechsten Kieler-Woche-Erfolg im September ein "goldenes" Jahr. Daran ändert das verpasste EM-Podium nichts.

Den Titel räumte in Polen bei den Frauen einmal mehr die athletische Olympiasiegerin Marit Bouwmeester (Niederlande) vor Anne-Marie Rindom (Dänemark) und Agata Barwińska (Polen) ab. Bei den Männern präsentierten sich die Briten auch ohne den zurückgetretenen Doppel-Weltmeister Nick Thompson in bestechender Form und stürmten das Podium im Alleingang: EM-Gold sicherte sich der für die Olympischen Spiele nominierte Elliot Hanson vor seinen Landsleuten Michael Beckett und Lorenzo Brandon Chiavarini.

Hier geht es zu den Ergebnissen.

126. Kieler Woche 2020

Für ihn geht trotz EM-Platz sieben ein "goldenes" Jahr zu Ende: Weltmeister Philipp Buhl startet gestärkt ins Olympiajahr 2020

Tatjana Pokorny am 13.10.2020

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