Star Sailors League
"Wo man hinschaut, überall nur Gold"

Der 1. City Grand Slam der Star Sailors League begeistert Segler und Zuschauer. Die Alster fordert die Star-Flotte mit wechselnden Winden

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 04.05.2016

SSL/Marc Rouiller Fünf Starboote auf einem Bild, darunter zwei mit einem goldenen Stern: Die Quote der Weltmeister ist beim 1. Hamburger City Grand Slam der Star Sailors League hoch

Egal, wie sehr sich die erfahrensten Hamburger Alsterfüchse mühten: Am Ende der Wettfahrten am zweiten Tag des 1. City Grand Slam waren die internationalen Favoriten doch wieder vorne. Der polnische Finn-Dinghi-Olympiasieger Mateusz Kusznierewicz und Dominik Zycki fügten ihrer "weißen Weste" vom Vortag einen weiteren Tagessieg und einen vierten Rang hinzu und übernahmen die Führung im Stadt-Spektakel der Starboote auf der Hamburger Außenalster. Zweite sind nach fünf Wettfahrten der norwegische Olympia-Vierte Eivind Melleby und Joshua Ravkin vor den Amerikanern Luke Lawrence und Ian Coleman. Auch die deutschen Co-Favoriten im Preisgeld-Poker um insgesamt 100.000 Schweizer Franken (rund 91.100 Euro) blieben dran: Die Europameister Johannes Polgar und Markus Koy vom gastgebenden Norddeutschen Regatta Verein und die Berliner Weltmeister Robert Stanjek und Frithjof Kleen lagen nach zwei Tagen auf den Plätzen fünf und sechs. Als dritte deutsche Mannschaft in den Top Ten überraschten Michael Koch und Carsten Witt mit konstanten Spitzenergebnissen, obwohl sie in diesem Jahr erst einmal mit Kochs Starboot im Einsatz waren und auch 2015 nicht über zwei Starboot-Einsätze hinauskamen. Der fünfmalige olympische Medaillengewinner, Doppel-Olympiasieger und Volvo-Ocean-Race-Sieger Torben Grael war mit Stefano Lillia zunächst Elfter.

SSL/Marc Rouiller Lässig an die Spitze: Finn-Dinghi-Olympiasieger Mateusz Kusznierwicz und Dominik Zycki führen das Klassement nach zwei Tagen an. Im Starboot verpassten sie 2012 als Achte eine Olympiamedaille, doch einen WM-Titel gewannen sie gemeinsam

Die Vorrunde endet für die 86 Crews aus 14 Ländern am Donnerstag mit einem Rennen pro Vorrunden-Gruppe, insgesamt also drei Wettfahrten. Am Donnerstagabend wird der Qualifikationssieger mit dem Heinz-Nixdorf-Preis geehrt. Den würden seine Vorjahresgewinner Johannes Polgar und Markus Koy gerne behalten. Sie haben ihn 2015 auf dem Möhnesee gewonnen, wo er sonst ausgesegelt wird. Zu Ehren der Star Sailors League und zur 50. Regatta um den Erich-F.-Laeisz-Preis auf der Alster wird er aber in diesem Jahr ausnahmsweise auf der Alster vergeben. "Der Preis ist legendär", sagte Polgar, der von namhaften Club-Kameraden schon nachhaltig ermahnt worden ist, den Pott nur ja zu verteidigen.

SSL/Marc Rouiller Die Alster stellte sie Segler am zweiten Regattag mit wechselhaften Winden vor schwere Aufgaben, die auch Johannes Polgar und Markus Koy grübeln ließen

Pech hatten bereits zum Auftakt Achim Griese und Michael Marcour. Die olympischen Silbermedaillen-Gewinner von 1984 hatten nach einem Saling-Bruch am ersten Regattatag zwei schwerwiegende Streich-Ergebnisse hinnehmen müssen. Sie verbesserten sich zwar am Mittwoch mit den Rängen 11 und 7 deutlich, doch der Sprung in die Top 30, die ab Freitag in der Zwischenrunde segeln, ist nach dem Materialbruch von Platz 53 aus kaum mehr möglich. In Winden um 27 Knoten hatten der 63-jährige Steuermann und sein 57-jähriger Vorschoter mächtig zu kämpfen. "Wir sind zusammen 120 Jahre alt. Da ist dann auch schon mal ein bisschen Rost im Spiel", sagte Griese und grinste, "früher habe ich über schmerzende Hände nie nachgedacht..."

SSL/Marc Rouiller Bilderbuch-Segeln auf der Außenalster

Die Star-Parade auf der Alster ist nicht nur für die Zuschauer auf den Stegen und bei der Live-Übertragung im Internet ein Fest. Auch die Teilnehmer selbst genießen die Regatta mit Starbesetzung. In welcher Sportart kann man als Hobbysegler schon gegen Olympia-Prominenz antreten? Der 74-jährige NRV-Steuermann Wulf Kahl und sein Sohn Wulf Peter Kahl genießen die Herausforderung auf Höchstniveau und ziehen aus der Begegnung mit den Besten viel Motivation. Die Vater-Sohn-Crew ist eigens zu diesem Anlass nach langer Zeit wieder einmal gemeinsam in ein Starboot gestiegen und die Ergebnisse können sich sehen lassen: Die Kahl-Crew liegt auf Platz 40, hat im Konzert der Könner sogar einen 10. und einen 11. Rang eingefahren. "Es macht so viel Spaß", schwärmt der Sohn, "dabei ist es so: Wo man nur hinschaut, überall ist Gold!" Gemeint sind damit die acht goldenen Sterne in den Segeln der teilnehmenden Starboot-Weltmeister, aber auch die beiden olympischen Goldmedaillen des brasilianischen Segelstars Torben Grael, der neben Grobritanniens America's-Cup-Jäger Sir Ben Ainslie und Laser-Meister Robert Scheidt einer von nur drei Steuerleuten in der Sportgeschichte ist, die insgesamt fünf olympische Segel-Medaillen gewinnen konnten.

Die Live-Berichterstattung beginnt am Donnerstag um 11.45 Uhr. Ganz einfach hier bei YACHT online reinklicken.

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Themen: AlsterCity Grand SlamHamburgJohannes Polgar/Markus KoyMateausz Kusznierewicz/Dominik ZyckiRobert Stanjek/Frithjof KleenStar Sailors LeagueTorben Grael

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