Star Sailors League
Einer kam durch: Kleen und Goodison siegen vor Nassau

Drei deutsche Segler waren am Samstag in den Showdown der Star Sailors League gestartet. Zwei erreichten das Halbfinale, einer gewann

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 09.12.2017
Buhl Koy Buhl Koy Buhl Koy

Carlo Borlenghi/SSL Buhl Koy

Alle drei deutschen Segler können das Traumrevier der Bahamas hoch erhobenen Hauptes verlassen: Für Neu-Starbootsegler Philipp Buhl und seinen erfahrenen Vorschoter Markus Koy war nach überragenden Leistungen und viel Lob von außen erst im Halbfinale Schluss. Da mussten sie sich im Kampf um den Einzug ins Finale ausgerechnet dem stark aufkommenden Landsmann Frithjof Kleen und seinem Steuermann Paul Goodison knapp geschlagen geben. Zwei Sekunden fehlte dem einzigen rein deutschen Team Buhl/Koy zum Sprung ins Finale. Als Gesamt-Fünfte jedoch übertrafen sie die eigenen Erwartungen.

tati Die Ehrung der Champions beim Finale der Star Sailors League 2017 mit dem Paten der Vereinigung: Dennis Conner krönte Paul Goodison und Frithjof Kleen persönlich

tati Eindrucksvoll: Philipp Buhl (r.) und Markus Koy segelten auf Platz fünf. Nach der ersten Enttäuschung über den so knapp verpassten Finaleinzug konnten sie sich über das Spitzenresultat freuen

Philipp Buhl zog eine positive Bilanz: "Als Sportler hat mir das knapp verpasste Finale schon weh getan. Wenn man erst einmal so weit kommt, dann will man auch im Finale dabei sein. Aber insgesamt sind wir sehr glücklich. Wir konnten einige Ausrufezeichen setzen, sind in dieser Flotte voller Stars wahrgenommen worden. Es war inspirierend, sich mit Seglern dieses Kalibers messen und austauschen zu dürfen. Ich habe meine Hängetechnik trainiert, die sich 1:1 in den olympischen Laser übertragen lässt. Und wir hatten sehr gute Starts. Daraus schöpfe ich viel Selbstbewusstsein." Während der gelungene Auftritt für Laser-Vizeweltmeister Philipp Buhl eine glorreiche Premiere war, ist es für seinen Vorschoter Markus Koy bereits der dritte fünfte Platz binnen fünf Jahren. Zweimal war der Hamburger zuvor mit seinem Stamm-Steuermann Johannes Polgar so erfolgreich, der in diesem Jahr aus beruflichen Gründen nicht hatte antreten können. Über das erste Zusammenspiel mit Buhl im Laser sagte Koy: "Er hat superschnell gelernt. Wir haben beim Segeln gut harmoniert."

tati Wie hart die Segler in dieser Finalwoche der Star Sailors League gearbeitet haben, zeigen die Hände von Philipp Buhl (r.) und Markus Koy

Der fünfte Platz von Buhl und Koy ist mit rund 15.000 US-Dollar dotiert. Während Steuermann Buhl seinen Anteil der Prämie in den ersehnten Refit seiner Motte steckt, mit der er 2018 an der Motten-Weltmeisterschaft im America's-Cup-Revier vor Bermuda teilnehmen will, freute sich Koy über die Finanzspritze für den Einkauf seiner Weihnachtsgeschenke.

Carlo Borlenghi/SSL Philipp Buhl und Markus Koy im Einsatz

Nachdem sich Starboot-Weltmeister Frithjof Kleen und der zweimalige Motten-Weltmeister und Laser-Olympiasieger Paul Goodison den Einzug ins Finale im Duell mit Buhl und Koy mit weniger als einer Bootslänge Vorsprung gesichert hatten, nutzten sie ihre so hart wie knapp erkämpfte Chance im Showdown der besten vier Teams und gewannen das Finale der Star Sailors League. Dazu reichten eine grandiose Vorwind-Vorstellung, eine hilfreiche kleine Welle und eine Sekunde Vorsprung vor Doppel-Olympiasieger Robert Scheidt und Henry Boening im Ziel. Goodison pries nach dem Sieg seinen Vorschoter Kleen: "Er hat einen Riesenjob gemacht und ist mein Mentor gewesen."

tati Frithjof Kleen mit der goldenen Final-Medaille der Star Sailors League 2017: "Ich könnte nicht glücklicher sein!"

Screenshots/Star Sailors League Der Weg ins Finale der Star Sailors League 2017

Screenshots/Star Sailors League Die Top Vier beim Finale der Star Sailors League. Den Platz dahinter erkämpften Philipp Buhl und Markus Koy

Für Goodison markierte der erfolgreiche Einsatz ebenso die erste Starbootregatta seiner Karriere wie für Philipp Buhl. Auch deshalb verneigte sich die versammelte Elite vor den Leistungen der beiden schnell lernenden Laser- und Motten-Steuerleute, die von ihren Vorschotern Frithjof Kleen und Markus Koy binnen kürzester Zeit auf Ballhöhe gebracht worden waren. Paul Goodison und Frithjof Kleen wurden für ihren Triumph mit 40.000 US-Dollar belohnt – ein sehr willkommenes Vorweihnachtsgeschenk für beide. Mit Paul Goodison gewann erstmals ein Nicht-Starbootsegler die mit America's-Cup- und Volvo-Ocean-Race-Gewinnern, sieben Olympiasiegern und einer Weltmeister-Armada gespickte Flotte des Finales der Star Sailors League. Für den Abend kündigten die Sieger eine rauschende Party im Kasino von Nassau an.

tati Starparade in Nassau: Frankreichs Offshore-Legende Loïck Peyron, Italiens neuer Luna-Rossa-Hoffnungsträger Francesco Bruni und Doppel-Olympiasieger Robert Scheidt amüsieren sich während der Pressekonferenz. Am Ende der Siegerehrung gab es von Peyron noch einen Rüffel: "Ich habe gerade eine halbe Stunde lang den Plastikmüll weggeräumt, der bei der Siegerehrung liegengelassen wurde. Ich hasse es, wenn Segler so etwas tun!"


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Themen: BahamasFrithjof KleenMarkus KoyNassauPhilipp BuhlStar Sailors League

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