Star Sailors League

Ein paar Zentimeter fehlten zum Finale

Johannes Polgar/Markus Koy segelten nach starker Leistung um Zentimeter am Finale des 1. City Grand Slam der Star Sailors League vorbei

Tatjana Pokorny am 08.05.2016
Star Sailors League 2016

Mit gelungenem Endspurt zum Sieg: Klassenpräsident Xavier Rohart und Pierre-Alexis Ponsot aus Frankreich setzten sich im Finale der besten vier Mannschaften souverän durch

Der schönste Glückwunsch für die Sieger im 1. City Grand Slam der Star Sailors League auf der Hamburger Außenalster kam vom geschlagenen Mateusz Kusznierewicz. Der polnische Olympiasieger musste sich nach vier überragend gesegelten Regattatagen im Finale sowohl dem siegreichen Starboot-Weltmeister Xavier Rohart und Pierre Alexis Ponsot als auch dem Zweitplatzierten Norweger Eivind Melleby und Joshua Revkin beugen. Doch Kusznierwicz haderte damit nicht lange, sondern freute sich für den Klassenpräsidenten der Star Sailors League: "Xavier ist unser Präsident und wartet seit Jahren auf so einen Sieg. Er hat es wirklich verdient, und ich freue mich sehr für ihn. Vive la France!" Kusznierwicz und sein Stammvorschoter Dominik Zycki segelten vor den Stegen des gastgebenden Norddeutschen Regatta Vereins (NRV) auf Platz drei.

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Auch am letzten Tag des City Grand Slam zeigten sich Hamburg und die Alster von ihrer schönsten Seite – pures Segelvergnügen für die Crews

Aus Sicht anderer Crews fiel der Finaltag der fünftägigen Preisgeld-Regatta in Hamburg weniger erfreulich aus. Die Italiener Diego Negri und Sergio Lambertenghi, die sich mit herausragenden Leistungen in der Vor- und Zwischenrunde einen direkten Platz im Finale der besten vier Team erworben hatten, wurden kurz nach dem Startschuss für das Finalquartett kalt erwischt. Nach dem Start fast perfekt positioniert, wurde das Starboot der Italiener von einer Bö so auf die Seite geworfen, das beide Segler auf der Kante sitzend fast vom Alsterwasser verschluckt wurden. Das Missgeschick warf die Azzurri weit zurück. Sie konten zwischenzeitlich zwar noch einmal an das Führungstrio heranrücken, erholten sich aber nicht mehr von dem Rückschlag. Diego Negri konnte sich das Malheur selbst kaum erklären, sagte bei der Siegerehrung: "Wir hatten einen perfekten Start, und kurz danach hatten wir plötzlich die Köpfe unter Wasser." Den fünfmaligen olympischen Medaillengewinner und Volvo-Ocean-Race-Sieger Torben Grael und Stefano Lillia kostete ein Penalty den Einzug ins Finale. 

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Schöne Duell-Studie von Negri/Lambertenghi und Stanjek/Kleen

Pech hatten auch Johannes Polgar und Markus Koy. Die beste deutsche Crew unter den 86 Startern aus 14 Ländern zeigte starke Leistungen und stand mit einem Bein schon im Finale. Doch das packende Schlussspurt-Duell mit den Deutschen, die ebenfalls eine Strafe absolvieren mussten, um den vierten und letzten Finalplatz entschieden Melleby/Revikin mit weniger als einem Meter und unter einer Sekunde Vorsprung für sich. Polgar und Koy blieb Platz fünf und 6000 Schweizer Franken (5400 Euro) zum Trost. "Wenn man ein Finale so knapp verpasst, dann tut das schon ein bisschen weh. Wir wollten gern aufs Podium", sagte Vorschoter Markus Koy nach dem Rennen, "aber insgesamt war es eine gigantische Woche mit Traumwetter, tollen Rennen und einer absolut großartigen Wettfahrtleitung."

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Johannes Polgar und Markus Koy auf ihrem Heimatrevier vor den Stegen des Norddeutschen Regatta Vereins

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Im Finale nicht mehr so zwingend wie in den Rennen zuvor: Mateusz Kusznierwicz und Dominik Zycki

Das NRV-Team um Wettfahrtleiter Klaus Lahme heimste von allen Teilnehmern viel Lob ein. Auf vom fünfmaligen America's-Cup-Sieger Dennis Conner, der die Rennen live kommentierte und das Wiedersehen mit alten Freunden sichtlich genoss. Conner sagte: "Die Wettfahrleitung hat hier in manchmal schwierigen Bedingungen sehr gut gearbeitet. Ich bin beeindruckt."

NRV-Steuermann Michael Koch und Carsten Witt gewannnen als Achte und zweitbestes deutsches Team 3500 der insgesamt 100.000 Schweizer Franken. Die Berliner Weltmeister Robert Stanjek und Frithjof Kleen mussten sich als Zwölfte mit 2500 Schweizer Franken für die verpassten Finalläufe trösten. Die Siegerchecks überreichte "Mr. America's Cup" Dennis Conner, der sich mit viel Lob von der Hansestadt verabschiedete: "Es war großartig! Das Format der Star Sailors League zeigt den Weg des Segelsports in die Zukunft." Das nächste Großereignis der Star Sailors League findet mit dem Saisonfinale Ende November wieder vor Nassau auf den Bahamas statt. 

Hier geht es zu den Endergebnissen.

Star Sailors League 2016

Die Stunde der Sieger: Rohart/Ponsot gewannen vor Melleby/Revkin und Kusznierwicz/Zycki

Tatjana Pokorny am 08.05.2016

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